Jahrgang 5 Nr. 50 vom 19.12.2006
Kurzmeldungen 

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  • Brunnen in Istanbul. Dr. Ursula Sezgin berichtet auf ihrer Webseite über historische Brunnen in Istanbul. Sie selbst hat einen Beitrag zur Restaurierung eines dieser Brunnen übernommen, die einst die Wasserversorgung des alten Istanbul gewährleisteten. Trotz mancher Aktivitäten zur Restaurierung der historischen Bauten und der Brunnen, gibt es noch viel zu tun. Dr. Sezgin hofft, dass Istanbul als Kulturhauptstadt 2010 neuen Schwung bei der Wiederherstellung seines historischen Erbes erhält.
  • (Yeni Safak, 19.12.06) Musikproduzent Ahmet Ertegün beigesetzt. Der Gründer des amerikanischen Plattenlabels Atlantics Ahmet Ertegün verstarb am 14. Dezember im Alter von 83 Jahren in New York. Ertegün hat in seiner langen Karriere mit Gruppen wie den Rolling Stones, Eric Clapton und vielen anderen gearbeitet und gehörte über Jahrzehnte zu den richtungweisenden Musikproduzenten der USA. Die Beisetzung erfolgte auf seinen Wunsch im Familiengrab bei der Usbek Tekkesi in Istanbul-Üsküdar.
  • (NTV, 18.12.06) Aufruf an Griechenland Urteile des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte umzusetzen. Der Sprecher des türkischen Außenministeriums Namik Tan hat Griechenland dazu aufgerufen, seine Verpflichtungen aufgrund der Europäischen Menschenrechtskonvention gegenüber der muslimischen Minderheit einzuhalten. Vier Klagen der türkischen Minderheit in West-Thrakien wegen Interventionen in die Wahl der Mufti sind zu ihren Gunsten entschieden, jedoch von der griechischen Justiz nicht umgesetzt worden.
  • (Eurostat, 18.12.06) Unterstützung für EU-Beitritt im Herbst bei 54 %. Eine erste Auswertung der Herbstumfrage des Eurobarometers gibt die Unterstützung für den Beitritt ihres Landes mit 54 % der befragten Türken an. Nach dem Image der EU befragt, bewerteten 55 % der Türken es positiv. Im Hinblick auf das Vertrauen in europäische Institutionen liegt die Bewertung der europäischen Kommission (32 % Vertrauen) und des Europaparlaments (34 % Vertrauen) auf dem zweitniedrigsten Niveau (am niedrigsten liegt es in England). Die Unterstützung einer gemeinsamen Außenpolitik (39 %) und einer gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (50 %) liegen in der Türkei am niedrigsten unter den befragten Ländern. Die Unterstützung der Erweiterungspolitik liegt im Durchschnitt aller Länder bei 46 %. Während die neu beigetretenen Länder eine stärkere Unterstützung aufweisen, liegt diese in Österreich (31 %) und Deutschland (30 %) am niedrigsten. Im Hinblick auf die europäische Verfassung ergab das Eurobarometer bei allen Ländern, die den Vertrag noch nicht ratifiziert haben, mit Ausnahme Englands (40 %) eine Mehrheit. (Bericht, deutsch)
  • (Radikal, 17.12.06) Mehr Erdbebensicherheit bereits ab 1 YTL/Quadratmeter. Ein durch die Weltbank gefördertes Projekt an der Middle East Technical University (Ankara) erreicht durch die Verwendung von Altreifen bei Ziegelbauten eine Verbesserung der Bruchsicherheit von Mauern um den Faktor 10, während die Stabilität des Gebäudes verdoppelt wird. Dass auch durch die Türkische Akademie der Wissenschaften TÜBITAK geförderte Projekt erforscht weitere Verfahren mit geringem Investitionsaufwand zur Verbesserung der Bausicherheit. Durch die Einführung von Stahlkonstruktionen an kritischen Stellen soll bei einem Aufwand von 1,50 YTL/Quadratmeter eine deutliche Stabilitätsverbesserung erzielt werden.
  • (Radikal, 17.12.06) Wassermangel in Kocaeli. Die Wasserreserve des Yuvacik Stausees sind erschöpft, womit in der dichtbesiedelten und stark industrialisierten Provinz Kocaeli (südöstlich von Istanbul) Wassermangel eingetreten ist. Betroffen sind u.a. das Industriegebiet von Gebze sowie die Stadt Izmit. Experten warnen, dass durch das Absinken des Wasserdrucks im Leitungsnetz Verunreinigungen auftreten können, die die Gesundheit der Bevölkerung gefährden können. Insbesondere wird vor Kolibakterien, Typhus und Cholera gewarnt. Trinkwasser soll nur abgekocht verwandt werden.
  • (Radikal, 15.12.06) Protestaktionen der Gewerkschaften im öffentlichen Dienst. Die im Gewerkschaftsbund KESK zusammengeschlossenen Gewerkschaften haben am Donnertag an vielen Orten zeitweise die Arbeit niedergelegt oder verlangsamt. Ihre Forderungen waren die Anerkennung des Tarifvertrags- und Streikrechts, Demokratisierung des Arbeitslebens, sichere Beschäftigung zu einem menschenwürdigen Lohn, ausreichende Finanzierung des Bildungs- und Gesundheitswesens sowie kostenlose und für jeden gleichberechtigt zugängliche öffentliche Leistungen in einer demokratischen Türkei. Zugleich machten die Beschäftigten an den Autobahnkassen auf ihre unzumutbaren Arbeitsbedingungen aufmerksam.
  • (Radikal, 13.12.06) Illegale Verwendung gebrauchten Speiseöls. Die jährliche Verwendung von Speiseöl liegt in der Türkei bei 1,5 Mio. Tonnen. Bei dieser Menge sind 350.000 Tonnen Abfallöl zu erwarten. Im vergangenen Jahr wurden jedoch von lizensierten Firmen nur 1.200 Tonnen (2005) gesammelt. Ein Branchenvertreter des Speiseölentsorgung äußert den Verdacht, dass Altöl für die Produktion von Seife und Tierfutter benutzt wird. Da Altöl krebserregende Stoffe enthält, ist dies unzulässig.

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