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Ein neuer BrückenschlagVon Claus Stille
Photo/Quelle: (Autor) Screenshot via www.saydam.de Im letzten Jahrzehnt ist unsere Welt nicht friedlicher geworden. Dabei standen die Chancen dafür gar nicht schlecht: Der ab dem Jahr 1989 einsetzende, und sich in den Folgejahren weiter fortsetzende, Zusammenbruch des diktatorischen Sozialismus in den Ländern Osteuropas, einschließlich der Sowjetunion, weckte entsprechende Hoffnungen. Auch der Kalte Krieg war damit beendet. 1990 wurde zu einem der mit Abstand hoffnungsvollsten – weil dauerhaft Frieden versprechend – Jahre seit dem Ende des Zweiten Weltkrieg. Ein Großteil der Menschheit – vor allem aber die Menschen in Europa – waren voller Euphorie und Zuversicht. Von den 1990er Hoffnungen erfüllten sich wenige Heute wissen wir jedoch: Einige der 1990 gehegten Hoffnungen haben sich nicht erfüllt. An die Stelle des Kalten Krieges sind sogar neue Konfrontationen und gefährlich polarisierende Zuspitzungen getreten, welche bereits abermals zu neuen kriegerischen Auseinandersetzungen führten. Nicht zu vergessen die ständig währende Gefahr des weltweit – auch an Gewalt – zugenommen habenden Terrorismus. Der seinerseits nun wieder als Anlass zu einen von der Washingtoner Bush-Regierung ins Werk gesetzten so genannten – so nicht zu gewinnenden - „Krieges gegen den internationalen Terrorismus“ herhalten musste. Fazit: Die Spirale von Gewalt und Gegengewalt schraubt sich so gegenläufig und auf höchst fatale Weise höher und höher. Dabei bleibt nicht nur der Weltfriede – sondern mehr und mehr auch der freiheitlich-demokratische Rechtsstaat auf der Strecke. Dem samt Verfassung beinahe fanatisch handelnde Law-and-order-Politiker wie etwa Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) in der BRD – angeblich im Namen einer (letztlich fragwürdigen) Sicherheit (die es gar nicht geben kann, will man Freiheit und Demokratie aufrecht erhalten) beinahe wöchentlich neuen Schaden zufügen... Eine andere Welt ist möglich...2008 ist das EUROPÄISCHE JAHR DES INTERKULTURELLEN DIALOGS Will die Menschheit nicht untergehen, muss sie einen anderen Weg gehen. Das globalisierungskritische Netzwerk Attac hat sich das sozusagen mit dem Motto „Eine andere Welt ist möglich“ auf die Pace-Fahnen geschrieben. Eine Chance, auf diesem Wege voranzukommen bietet uns auch das Jahr 2008. Es ist das „Europäische Jahr des interkulturellen Dialogs“. Auch türkischstämmige Migranten und deren Nachkommen in Deutschland engagieren sich diesbezüglich immer öfters. So gibt es beispielsweise schon seit 1989 die unabhängige Ingenieur- und Journalistengruppe „focusconsult Özalan, Siyavus und Kollegen“. Nach eigenen Angaben versteht man sich als „Anbieter für die Entwicklung und Realisierung technischer und organisatorischer Lösungen für Produkte , Produktions- und Logistiksysteme und Dienstleistungen.“ Focusconsult möchte ein modernes Beratungsunternehmen sein, welches „professionelle Wirtschaftsberatung mit einem politischen Anspruch verbindet“. Focusconsult: „Unser politisches Engagement für Menschen-, Bürger- und Arbeitnehmerrechte betrachten wir als tragende Säulen unserer Arbeit.“ Die Gruppe behält ständig die renommierten Nachrichtenagenturen, sowie die in der Türkei und in Europa verbreiteten türkischen Medien im Blick. Wichtige Informationen über aktuelle Themen – türkischstämmige Immigranten in Europa und deren Heimat betreffend – werden zusammenfassend publiziert. Parteipolitisch und ideologisch betrachtet man sich als neutral und setzt „auf Realismus und Pragmatismus, statt auf unrationale, emotionsgefärbte Ideologien.“ Als Motto gilt: „...wenn möglich, die Zusammenarbeit, nicht die Konfrontation. Wir konzentrieren uns nicht nur auf die Abwehr von Risiken und Gefahren, sondern heben auch neue Chancen und treiben positive Entwicklungen voran.“ Saydam vertritt u.a. die Interessen von Migrantenkindern, Eltern, Studenten und Unternehmern – seit Juni 2007 auch online verfügbar Mit Saydam, der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften e.V. , will man die Interessen von Einwandererkindern, Jugendlichen, Studenten, Akademikern, Unternehmern, Eltern und Studentenvereinen vertreten. Als Verband erhält Saydam keine öffentliche Unterstützung. Erlöse aus Mitgliedsbeiträgen fließen in soziale Projekte. Seit dem 1. Juni 2007 tritt Saydam.de, die interkulturelle Lerngemeinschaft als Informations- und Kommunikationsportal - auch im Internet. in Erscheinung. Nach Auskunft von Saydam wird das Portal seither rege in Anspruch genommen. Ziel von Saydam ist es jedoch, auch von der Politik mehr als bisher als offizieller Verein - der für soziale Gerechtigkeit kämpft - wahr- und ernstgenommen zu werden. Um dies zu befördern, wolle man „mit stillen wie mit lauten Mitteln“ für sein Ziel eintreten. Mit Saydam – was mit Transparenz übersetzt werden kann – ist ein europaweites Podium für Jugendliche mit schulischen Defiziten bzw. sozialen Problemen geschaffen worden, dass auch jungen Migrantinnen und Migranten von Nutzen sein soll. Saydam setzt sich vehement „für eine lebendige und bunte Bildungs- und Migrationspolitik“ ein, welche helfen soll, „die Bildungs- und Lebenssituation benachteiligter Kinder und Jugendlicher“ zu verbessern. Saydam setzt alles daran, sich Gehör zu verschaffen. Das ist allerdings einfacher gesagt, als getan. Wenn Hoffnungen an Bürokratie und fehlender Flexibilität scheitern... Jegliche Bemühungen und Hoffnungen etwa, so Saydam, eine Ausbildungsförderung für das Projekt „Saydam 2008 – Bildungs- und Integrationsmanagement vor Ort“ über das ESF-Projekt ESF: Europäischer Sozialfond) Hamburg 2007 – 2013 über die Behörde für Wirtschaft und Arbeit, Amt Strukturpolitik, Arbeitsmarkt; Abt. Agrarpolitik sowie über die Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg zu erlangen, gingen ins Leere bzw. zerschlugen sich. Der Grund Bürokratie und fehlende Flexibilität seitens der Politik: Die Behörden erklärten sich wechselseitig jeweils für nicht zuständig. Schlechtes Beispiel Hessen: Populismus statt das Notwendige zu tun Dabei sind aber derlei Projekte und Initiativen deutschlandweit nicht nur dringender denn je erforderlich, sondern eigentlich bereits überfällig. Bestimme Politiker jedoch beklagen nicht etwa die immer größeren Defizite bezüglich sozialer Gerechtigkeit im Lande und tun auch im Grunde nichts für eine bessere Bildung sozial Benachteiligter. Sondern man begnügt sich stattdessen, wie vor kurzem Hessens Noch-Ministerpräsident Roland Koch (CDU) damit, die tatsächlich existente und beklagenswerte Jugendgewalt – vorsätzlich auf „kriminelle Ausländer“ populistisch zugespitzt - für den Wahlkampf zu missbrauchen. Hat aber in neun Jahren CDU-Regierungszeit die Gelder für die Etats fast aller Behörden und Einrichtungen – einschließlich Polizei und Justiz – welche einer Negativ-Entwicklung hätten entgegenwirken können, gnadenlos herunter gekürzt.
„Integrationsbeauftragte“ Prof. Dr. Böhmer und ihre „geistige Mittäterschaft“ - Hamburg hat demnächst die Wahl Saydam beklagt bitter, dass auch die Integrationsbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Prof. Dr. Maria Böhmer (CDU) kläglich versagt hat. Denn ihre Aufgabe wäre es gewesen, „sich schützend vor die Migrantinnen und Migranten zu stellen“, als sie im hessischen Wahlkampf von der Koch-CDU einseitig instrumentalisiert und missbraucht worden sind. Saydam betrachtet Prof. Böhmers „Unterlassung der Einmischung“ in den hessischen Wahlkampf als „geistige Mittäterschaft“, da sie so den Eindruck erweckte, Kochs rassistischen Wahlkampf zu decken. Das gleich gilt, so finde ich, für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Statt Koch zurechtzuweisen, stärkte sie ihm noch den Rücken. Am 24. Februar wird auch in Hamburg gewählt. Die Wahlen in der Freien und Hansestadt hat offenbar auch Saydam im Auge, wenn auf ihrer Website auf das Folgende nicht von der Hand zu Weisende aufmerksam gemacht wird: POLITKER KÖNNEN IHR VOLK NICHT ABWÄHLEN, WOHL ABER DIE WÄHLER IHRE POLITIKER... Saydam spricht 50 Jahre nach Bosporus-Brücken-Planung von einem „neuen Brückenschlag“ Saydam wirkt aber auch über Deutschlands und Europas Grenzen hinaus. Besonders im Auge hat man da die Deutsch – Türkischen Beziehungen. Hierbei misst man ausdrücklich den in Deutschland lebenden 1,8 Millionen türkischen Staatsbürgern und den 500 000 Deutschen türkischer Herkunft eine herausragende Rolle zu. Wenn es darum geht, die Bücke Deutschland-Türkei/Türkei-Deutschland, für möglichst viele Gebiete, zu nutzen und auch künftig weiter verbreitern zu helfen. Bei Saydam ist - „50 Jahre nach dem Beschluss zum Bau der Bosporus-Brücke (die von deutschen Ingenieuren mit entwickelt und von einem deutschen Unternehmen errichtet wurde) in Istanbul, die zum ersten Mal in der Geschichte Europa und Asien auf dem Landweg verbindet“ - sogar von einem „neuen Brückenschlag zwischen Deutschland und der Türkei“ die Rede, „der nicht nur die Kontinente, sondern die Köpfe und Herzen junger Menschen in der Türkei und in Deutschland noch enger zusammenführt“ „Charta der Vielfalt“ unterzeichnet In diesem Sinne möchte www.saydam.de eine bi-nationale, bi-kulturelle Experten- und Networking-Plattform für Managementkompetenz sein. Die Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (GWS) ist zusammen mit dem Bund Türkisch-Europäischer UnternehmerInnen (BTEU) der „Charta der Vielfalt“ beigetreten. Unterzeichnet wurde sie vom GWS-Vorstandsvorsitzenden Raif Özalan dem Vorstandsvorsitzenden der BTEU Ahmet Güler.
Ein Klick, der sich lohnt Um noch einmal gedanklich zum Anfang des Beitrags zurückzukehren: Unsere Welt schreit nach Veränderung. Und eine andere Welt ist möglich. Wenn wir es denn wollen. Die GWS und Saydam.de tun einige nicht unbedeutende Schritte auf diesem Weg. Und zwar unter dem Leitspruch: „Alles Gelingen hat sein Geheimnis, alles Misslingen seine Gründe“ (Joachim Kaiser, 1928, dt. Kritiker) Und für das Angebot zu einer Informations- und Kulturreise durch die Metropole Istanbul auf zwei Kontinenten (12. März bis 20. März 2008) wird ein Ausspruch von Gotthold Ephraim Lessing bemüht: „Das kleinste Kapitel eigener Erfahrung ist dabei mehr wert, als Millionen fremder Erfahrungen!“ Nicht nur allgemein und für Istanbul hier im Speziellen, sondern, so meine ich: für diejenigen, welche die Türkei und das türkische Volk im Besonderen ernsthaft kennen und ein wenig begreifen lernen wollen, gibt es nichts Wahreres, als diese Erkenntnis Lessings. Und wer vorerst nicht in die Türkei verreisen mag bzw. kann, für den genügt vorerst ein Klick auf www.saydam.de. Es lohnt sich. Allein schon der vielseitigen Informationen wegen, die einem beim Besuch auf der Seite geboten werden... |
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