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Buchmesse-Gastland Türkei: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne...Von Claus Stille Im Rahmen des Buchmesseprogramms wird es neben Veranstaltungen in Frankfurt a. M., Berlin und dem Ruhrgebiet auch Aktivitäten in anderen deutschen Städten geben. Geplant sind Autogrammstunden, Bücherausstellungen, Podiumsdiskussionen, Konferenzen, Symposien und Literaturgespräche. Darüber hinaus wird es Expositionen plastischer Kunst, Theatervorstellungen und Filmvorführungen, sowie Workshops über traditionelle Kunstformen geben. Auch außerhalb der Messe stehen Lesungen, Diskussionsabende, Theateraufführungen, Darbietungen bzw. Konzerte traditioneller und zeitgenössischer türkischer Tanzkunst und Musik, Ausstellungen von Malerei, Fotografie; Veranstaltungen zur Türkischen Küche u.v.m. auf dem Programm. Auf einer Pressekonferenz im vergangenem Jahr sagte der türkische Minister für Kultur und Tourismus Ertugrul Günay betreffs des Gastauftritt seines Landes auf der Frankfurter Buchmesse 2008: „In der heutigen Zeit ist es für die Gesellschaften nicht nur wichtig in der Industrie und Technologie große Schritte zu tun, sondern auch auf den Gebieten der Wissenschaft, Philosophie, Kultur und Kunst. “ Die Menschen der Türkei seien „ungeachtet ethnischer, religiöser und politischer Unterschiede alle gleich“ und stellten „eine Einheit dar. Der Kulturminister betonte, man „betrachte den Pluralismus als einen Reichtum, der die Dynamik der Kreativität nährt. Auf dieser Messe werden Sie Zeuge des intellektuellen Reichtums der Türkei, der alle Farben dieses Landes ins sich birgt. Unsere Unterschiede sind wie die Harmonie der vielen Farben in der Ebru-Kunst.“ Der türkische Kulturminister unterstrich, man wisse, „dass Meinungsfreiheit und Achtung der Menschenrechte die Basis für jede Demokratie sind und dass Demokratie nur auf der Grundlage von Verständnis und Toleranz wächst“, weshalb „diese Grundsätze“ für die Türkei „von großer Bedeutung“ und daher das wichtigste Anliegen sei, um „ein vielstimmiges und farbenfrohes kulturelles Erbe zu schützen und leben zu lassen“. Ertugrul Günay wies in seiner damalige Rede besonders auf die Bedeutung des Landstrichs Anatolien und die in diesem Zusammenhang stehende „Harmonie der Farben“ hin, welcher wie ein „Freilichtmuseum“ sei. „Anatolien ist die Wiege vieler 'Anfänge'“, sagte Günay „von Handel und Kunst, von Krieg und Frieden, von Wissenschaft und Politik“. Der Politiker erinnerte auch an das an exponierter Stelle stehende TEDA-Projekt. Es sei dies ein „Vorhaben, um dessen Erfolg“ man sich in den letzten Jahren „mit allen Kräften bemüht habe.“ Im Rahmen dieser Initiative erhalten Verlagshäuser finanzielle Unterstützung, welche sich um die Übersetzung türkischer Literatur in andere Sprachen verdient machen und sich dafür einsetzen, dass die Leser aus den jeweiligen Kulturen Gelegenheit erhalten, mit den Autoren zusammentreffen. Die bisherige Bilanz: Insgesamt 40 Verlagshäuser sind über TEDA unterstützt worden. Sie sorgten dafür, dass 223 literarische Werke in 34 Sprachen übersetzt werden konnten. Siebzig von diesen Übersetzungen sind unterdessen veröffentlicht worden. Weitere Publikationen sind in Vorbereitung und werden folgen. Die türkische Kulturpolitik hat sich vorgenommen, die Literatur des Landes im Ausland besser und in größerem Maße als bisher publik zu machen. Das dazugehörige Projekt heißt: „ Jedem Land eine Türkische Bibliothek“.(für den deutschen Sprachraum existiert bereits eine durch den Union-Verlag herausgegebene „Türkische Bibliothek“; ) Einerseits sollen türkische Verleger dazu ermutigt werden, auch Publikationen in anderen Sprachen zu veröffentlichen. Andererseits möchte man weltweit an wichtigen Zentren türkische Bibliotheken einrichten. Weltweit soll das „Yunus Emre Institute“ die türkische Kultur verbreiten. Die Initiative ist nach dem wichtigen Repräsentant der anatolisch-türkischen Kultur, Yunus Emre, „dessen Gedanken und Leben“ - so der Kulturminister der Türkei - „als eine Art Denkmal für Toleranz angesehen werden“ könne. Die Kulturzentren sollen mit Hochschulen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zusammenarbeiten, um die türkische Sprache, Kultur und Kunst bekannt zu machen. Das Logo für den Gast-Auftritt der Türkei auf der 60. Frankfurter Buchmesse hat der Künstler Bülent Erkmen - der bekannteste Grafikdesigner der Türkei – entworfen. Erkmen beschreibt seine Kreation so: Das Logo besteht aus dem Wort 'Turkey', das in visuelles Gewebe eingebettet ist. Dieses Gewebe sieht aus wie ein Labyrinth, ist aber keines, sieht geschlossen aus, ist es aber nicht; es ist einfach nicht so, wie es von draußen aussieht. Es ist eine Struktur in die man eintreten kann. Wie dies auch für die Literatur und alle anderen Themen gilt. Es hat die Eigenschaft und Besonderheit, dass man sich leicht in diesem Gewebe „bewegen“ kann. Es verweist dadurch, zudem auch auf das kulturelle Erbe der Türkei. Wir dürfen also sehr gespannt auf das Gastland Türkei und dessen literarischen Auftritt auf der kommenden Frankfurter Buchmesse sein. Möge das überaus facettenreiche Land die ihm gebotene Chance intensiv nutzen, um den Messebesuchern Land und Leute über das großartige Medium Literatur ein Stück näher zu bringen. Brücken zu bauen zwischen Kontinenten, unterschiedlichen Kulturen und Religionen – was kann es für eine vornehmere Aufgabe für Schriftsteller und Literatur geben? Und für die Leserinnen und Leser im deutschsprachigen Raum sollte gelten: Traut euch! Taucht ein in die vielschichtig-vielgesichtige Welt der türkischen Kultur, denn sie hat uns einiges zu sagen. Wetten? Ergründen wir die türkische Literatur! Wie schrieb Hermann Hesse doch so wahr: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne... Informationen zum Buchmesse-Gastland Türkei und den Teilnehmern finden Sie u.a.: hier (Türkisch) |
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