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Kahlschlag für die mediale Integrationvon Cicek Bacik Radio Multikulti droht aufgrund Einsparungen beim Rundfunk Berlin Brandenburg Ende 2008 das Aus. Der Radiosender produziert neben einem Hauptprogramm in Deutsch Sendungen in 21 Sprachen und wird als ein Schmelztiegel der Kulturen wahrgenommen. Der Sender richtet sich an eine Zielgruppe, die in der deutschen Kultur und der Gesellschaft Wurzeln geschlagen hat und die Lebensgeflogenheiten der Metropole angenommen hat. Ist ARD etwa ein Unternehmen, das Produkte je nach Erträglichkeit aus dem Umlauf nimmt? Oder eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt, die mit der medialen Grundversorgung der Bevölkerung beauftragt wurde? Allein von etwa 700.000 deutsch-türkischen Haushalten nimmt die ARD jährlich Gebühren in Höhe von etwa 120 Millionen Euro für die Hörfunk- und TV-Nutzung über die GEZ ein. Migranten in Deutschland tragen so erheblich zur Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten bei. Dabei ist die Versorgung der Migranten in Deutschland mit Rundfunkprogrammen ist ein medienpolitischer Auftrag, der gesetzlich vorgeschrieben ist, dem aber bisher wenig Beachtung geschenkt wurde. Seit zehn Jahren ist in Deutschland auch von der Integration der Migranten in den Medien die Rede. Jedoch ist auch in dieser Hinsicht bisher keine wesentliche Verbesserung zu verzeichnen, wenn in Betracht gezogen wird, dass nur 2,5% der Medienmitarbeiter einen Migrationshintergrund haben. Der nationale Integrationsplan, der sich unter anderem auch mit der medialen Integration von Zuwanderern befasst, steht mit der bevorstehenden Schließung des Radio Multikulti auf dem Prüfstand. Das Ziel der Integration bleibt so einmal mehr ein Lippenbekenntnis der Verantwortlichen in Medien und Politik |
Gegen die Schließung von Radio Multikulti haben sich Hakki Keskin (Linkspartei, MdB), Bilkay Öney (MdA Berlin und migrationspolitischer Sprecher Bündnis 90/Die Grünen) sowie der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg ausgesprochen.
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