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Gazale Salame ist nicht vergessenClaus Stille Manchmal ist das Schicksal hart und unerbittlich. Ganze siebzehn Jahre lebte Gazale Salame mit ihrem Mann Ahmed und den Kindern glücklich und zufrieden in Deutschland. Zuvor waren Gazale und Ahmed mit ihren Familien vor dem Bürgerkrieg im Libanon nach Deutschland geflüchtet. Dort erhielt Gazales Familie 1990 Bleiberecht. Gazale heiratete Ahmed. Zwei Kinder wurden geboren. Alles hätte gut sein können, wenn die zuständigen deutschen Behörden nicht 2005 - nach immerhin 17 Jahren – darauf verfallen wären, Gazale Salame die Aufenthaltsgenehmigung zu entziehen. Der Grund: Familie Gazale hätte bei ihrem Asylersuchen verschwiegen, dass sie in Wahrheit Türken und nicht Libanesen seien. Dabei sind sie lediglich türkischer Abstammung. Dies wiederum geht auf das Osmanische Reich zurück, zu welchem zu dessen Zeit der Libanon gehörte. Zwar hatte Gazale in 1980er Jahren zeitweise auch in der Türkei gelebt, das Land selbst ist aber völlig fremd. Nicht einmal der türkischen Sprache war die junge Frau mächtig. Die niedersächsischen Behörden interessierte dies herzlos wenig. Hochschwanger mit ihrer jüngsten Tochter wurde Gazale Salame am 10. Februar 2005 von der niedersächsischen Polizei in einer Nacht- und Nebelaktion überfallartig von zu Hause abgeholt, zum Flughafen gebracht und in die Türkei abgeschoben. (Lesen Sie hierzu auch einen früheren Beitrag der Istanbul Post) Seitdem lebt Gazale Salame allein allein mit ihrer jüngsten Tocher unglücklich in einem Stadtteil von Izmir. Sie ist hochgradig depressiv und suizidgefährdet. Das Bündnis Campact „Demokratie in Aktion“ kämpft seither für die Rückkehr von Gazale Salame nach Deutschland. Tausende deutsche Bürgerinnen und Bürger haben bisher ihre Solidaridät mit der von den niedersächsischen Behörden in die Türkei abgeschobenen Frau bekundet. Etwa 23898 abgesendete Mails flankierten die Campact-Aktion. Bis dato ist das Ziel der Kampagne jedoch leider nicht erreicht. Gazales Mann Ahmed Siala (30) und die in Deutschland verbliebenen zwei Töchter haben die Hoffnung allerdings verständlicherweise noch nicht aufgegeben. Und die von den deutschen Behörden „zwangstürkisierte“ Gazale Salame ganz sicher auch nicht. Eine Demonstration am vergangenen Montag bewies, dass sich das Schicksal der Gazale Salame (28) weiterhin im Blickfeld von engagierten Menschen in Deutschland befindet. Gazale Salame ist nicht vergessen. Zu der Demonstration anlässlich des Vorabends des vierten Jahrestages der unwürdigen Abschiebung der jungen Mutter aus der BRD in Hildesheim waren zirka 150 Menschen gekommen. Sie forderten die zuständigen Stellen vehement auf die Wiedereinreise der Frau zu veranlassen. Auf der die Demo abschließenden Kundgebung in der niedersächsischen Stadt sagte der Caritas-Direktor im katholischen Bistum Hildesheim, Hans-Jürgen Marcus: „Unmenschliche Situationen wie diese, die Menschen schon krank gemacht haben, sind nicht hinzunehmen.“ |
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