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Dortmunder Türken mischen im Karneval mitClaus Stille
Schon einmal – im Dezember vergangenen Jahres – rauschte eine als „Knaller“ angekündigte Meldung durch viele deutsche Medien. Angeblich, hieß es, hätten Türken erstmalig in Deutschland einen Karnevalsverein gegründet. Aber noch bevor diese Meldung von allen einschlägigen Medien – eines vom anderen – abgekupfert und für sich selbst aufbereitet worden war, kam das schon das Dementi: der „Knaller“ war gefaked und nichts weiter als ein PR-Gag des privaten Fernsehsender RTL. Nun aber, rechtzeitig vor Beginn der närrischen Tage in Deutschland, macht abermals eine Meldung ähnlichen Inhalts von sich reden. Und diesmal soll es wahr sein: In Dortmund, posaunte der Lokalsender Radio 91,2 heraus, titelte die Ruhr Nachrichten in ihrem Internetportal „westline“, hat sich die 1. Türkische Narrenzunft Dortmund 09 e.V. als erster türkischer Karnevalsverein Deutschlands gegründet. Niemand soll glauben, dass er es wiederum mit einem Scherz zu tun hat. Weshalb sich der Verein bei einem Dortmunder Notar ordnungsgemäß ins Vereinsregister eintragen ließ. Humor beweisen die türkschstämmigen Dortmunder Narren bereits mit der Gestaltung ihres Vereinslogos: ein geflügelter Dönerspieß mit Tomatenglubschaugen und einer Narrenkappe oben drauf. Wie die Narren den Ruhr Nachrichten mitteilten, erhebt man in der Vereinssatzung keine Karnevalsregeln nach muslimischen Richtlinien. Demnach werden nicht nur Tanzmariechen ihre schönen Beine schwingen, sondern es wird auch Alkohol getrunken werden. Und was im Karneval ebenfalls nicht fehlen darf: bei den türkischen Närrinnen und Narren darf selbstverständlich auch ordentlich gebützt (geküsst) werden. Auf diese Weise möchte man zeigen, dass auch Türkinnen und Türken Karneval feiern, wie sie auch Silvester feierten. Der 1. Türkische Karnevalsverein Dortmund 09 e.V. verfügt über einen erfahrenen Karnevalisten. Der Pressewart Aytac Arman nahm schon als Kind an den Dortmunder Karnevalsumzügen teil. Der begeisterte, heut 35 Lenze zählende, Narr war sogar schon Gast beim brasilianischen Karneval in Rio de Janeiro. Und obendrein kann Arman für sich in Anspruch nehmen, der erste türkischstämmige Karnevalsprinz Westfalens zu sein. Mit der Vereinsgründung will man aus der reinen Zuschauerhaltung heraustreten und selbst ein Beitrag zum Karnevalsvergnügen leisten. Mit der „positiven türkischer Art“ (Arman) möchten die Karnevals-Newcomer das typisch deutsche, „das Organisierte“, ergänzen und auf diese Weise zeigen, was man unter „gelebter Integration“ versteht. Die 10.000er-Marke, was die Mitgliederzahl des Vereins angelangt, will man bald erreichen bzw. noch überschreiten... |
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