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RUHR.2010 braucht EhrenamtlicheClaus Stille
Eines der offiziellen Besucherzentren: Deutsches Bergbaumuseum Bochum (Photo: C.Stille) Längst wirft das Kulturhauptstadt-Jahr 2010 seine Schatten unübersehbar voraus. Die Zeit, bis es dann heißen wird: RUHR 2010 Kulturhauptstadt Europa, läuft unaufhaltsam. Programmhöhepunkte werden im nächsten Jahr verteilt über das ganze Ruhrgebiet, eine Region, wofür stellvertretend die Metropole Essen steht, zu erleben sein. Es ist ganz klar, dass ein derartiges, über ein ganzes Jahr laufendes kulturelles Großereignis, nicht ohne einen riesigen Personalaufwand zu stemmen ist. Wie schon bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland werden auch am Gelingen der RUHR 2010 wieder zahlreiche ehrenamtlich Mitwirkende zum Gelingen der im Ruhrgebiet geplanten Veranstaltungen beitragen. Die aus allen Teilen der Welt anreisenden Besucher sollen einen freundlichen Empfang und die Wärme der Gastfreundschaft in der Region erfahren. Manche Fragen werden da auftauchen: „Welche Fahrkarte von Bochum nach Wesel? Wie finde ich den Weg zum Gasometer nach Oberhausen? Behindertengerechte Toiletten auf Zollverein? Eine Führung durch das Dortmund U? Ein Hotel in Gelsenkirchen?“ Die Kulturhauptstadt 2010 hat es ich zum Ziel gesetzt, „ihren Gästen, aber auch den einheimischen Veranstaltungsbesuchern nicht nur technische Informationssysteme, sondern 'persönliche' ehrenamtliche und professionelle Helferinnen und Helfer zur Seite zu stellen. Leicht erkennbar im Stadtbild und bei Veranstaltungen werden die „helfenden Geister“ an ihrem einheitlichen Erscheinungsbild sein. Treffen wird man die Volunteers auf Flughäfen, Bahnhöfen und in den einzelnen Besucher- und Kulturzentren. Ihr Einsatz erfolgt darüber hinaus auch in den Bereichen Organisation, der Technik und der Kommunikation. Wichtige Kriterien für die Eignung zum Volunteer sind neben den unterschiedlichen Interessen, spezielle Kenntnisse und Fähigkeiten, aber in erster Linie natürlich auch die zeitliche Verfügbarkeit der Betreffenden. Haben sich Interessenten für diese interessante Tätigkeit bei der Ruhr 2010 beworben (auch online möglich), erfolgt eine Auswahl unter den Bewerbern, danach finden Gespräche mit den in die nähere Auswahl gekommenen, und entsprechende Schulungen, der zum Volunteer bestimmten Personen statt. Fraglos wird auch der Bedarf an Volunteers mit Fremdsprachenkenntnissen groß sein. Schließlich werden zur RUHR 2010 nicht nur tausende Touristen erwartet, sondern auch Gäste aus den europäischen Partnerstädten. Bekanntlich ist auch Istanbul zusammen mit dem Ruhrgebiet Kulturhauptstadt 2010. Sicherlich werden zahlreiche Gäste aus der Bosporus-Metropole in die Region Ruhr reisen, um am Kulturereignis der Superlative teilzuhaben. Für diese Gäste wird der Besuch im Ruhrgebiet sicherlich über die Maßen von Interesse sein, leben dort doch viele ihrer Landsleute und deren ihnen nachfolgende Generationen, welche einst als sogenannte Gastarbeiter aus der Türkei in die BRD gekommen waren. Wie der multikulturell verfasste Sender Funkhaus Europa kürzlich mitteilte, ist das Interesse am Volunteer-Programm von RUHR 2010 (es läuft seit dem 1. April 2009) bisher ungebrochen. Bald nach der Freischaltung der Online-Bewerbung war schon die magische Zahl 1.000 bei den ausgefüllten Profilen überschritten. Menschen aus 27 Nationen – sogar aus Australien, China und von Bermudas – seien bislang registriert. Leider, so hat Funkhaus Europa in Erfahrung gebracht, könne bis dato nur ein mangelndes Interesse an Volunteers mit Migrationshintergrund registriert werden. Dabei (vor allem im Zusammenhang mit Istanbul als Kulturhauptstadt 2010) müsste sich doch eigentlich mit Leichtigkeit ein gar nicht einmal geringes Potential von für die interessante Tätigkeit des Volunteers geeigneten türkischen Staatsbürgern bzw. Menschen mit türkischen Wurzeln aus dem westeuropäischen Raum generieren lassen. Ganz gewiss schlummern hier noch unentdeckte Reserven. Vielleicht liegt es auch an mangelnder länderübergreifenden Information? Unter dem hier angesprochenen Personenkreis befinden sich womöglich sogar viele Menschen, welche etwa auf Grund ihrer Ausbildung nicht nur der türkischen und deutschen Sprache mächtig sind, sondern die sich zusätzlich auch noch im Französischen bzw. Englischen auszudrücken verstehen. Warum also nicht einmal bewerben? Ein so einmaliges Ereignis wie das Kulturhauptstadt-Jahr findet nicht sooft statt. Und schon gar nicht in einer so interessanten Region wie dem Ruhrgebiet. |
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