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- (Türkisches Statistikinstitut, 3.07.09) Jahresinflation bei 5,73 %. Das Türkische Statistikinstitut gibt den Verbraucherpreisanstieg im Juni mit 0,11 %, den der Produzentenpreise mit 0,94 % an. Damit stiegen die Verbraucherpreise im Jahreszeitraum um 5,73 %, die Produzentenpreise um gingen um 1,86 % zurück.
- (Vatan, 2.07.09) Russland lädt Türkei zur Beteiligung an "South Stream" Pipeline ein. Bei Gesprächen in Moskau wurde dem türkischen Energieminister Taner Yildiz von seinem russischen Amtskollegen Igor Setschin die Beteiligung am geplanten Pipeline-Projekt "South Stream" angeboten. Die Pipeline, die 2015 fertiggestellt werden soll, wird durch das Schwarze Meer über Bulgarien Erdgas nach Europa transportieren. Details des Angebots wurden nicht mitgeteilt, jedoch wird es im Zusammenhang mit dem Nabucco-Projekt bewertet. Die türkische Regierung dagegen signalisiert, dass sie beide Projekte nicht als Alternative ansehe. Mit der Nabucco-Pipeline soll Erdgas vom Kaspischen Meer über die Türkei nach Europa geleitet werden.
- (Dünya, 2.07.09) Arcandor-Pleite erreicht die Türkei. Der Konkurs der deutschen Arcandor-Gruppe, zu der Waren- und Versandhausunternehmen wie Quelle und Karstadt gehören, betrifft auch eine Reihe türkischer Textil- und Bekleidungsunternehmen. Das Li&Fung Unternehmen (Hong Kong) hat auf dem türkischen Markt im Auftrag von Arcandor Textil & Bekleidung aufgekauft. Bereits vor der Arcandor-Pleite wies Li&Fung jedoch die Verkäufer darauf hin, dass es für die Kunden, für die es Vermittlungsgeschäfte durchführe, keine Zahlungsverpflichtung eingehe. In einem Kommentar weist Osman Arolat darauf hin, dass sich ein weiteres Mal gezeigt habe, wie wichtig Exportbürgschaften und -versicherungen sind.
- (NTV, 1.07.09) Export im Juni 8,1 Mrd. Dollar. Daten der Union türkischer Exporteure TIM zufolge sank der türkische Export im Juni um 32,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat auf 8,1 Mrd. Dollar. Im ersten Halbjahr erreichte das Exportvolumen 43,8 Mrd. Dollar. Dies entspricht einem Rückgang um 34,5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Tags zuvor hatte das Türkische Statistikinstitut die Außenhandelsdaten für Mai bekannt gegeben. Demzufolge ging der türkische Export im Mai auf 7,359 Mrd. Dollar zurück. Dies entspricht einem Rückgang um 41 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Import verringerte sich um 43,9 % auf 10,836 Mrd. Dollar. Das Außenhandelsdefizit belief sich auf 32,1 %. Der Anteil der EU-Länder am türkischen Export sank auf 47,2 %. Die wichtigsten Exportgüter im Mai waren Kraftfahrzeuge/-teile, Maschinen und Ausstattungen, Eisen/Stahl sowie Bekleidung.
- (Vatan, 1.07.09) Russisch-aserbaidschanischer Gasdeal schwächt Position der Türkei. Russland vereinbarte mit Aserbaidschan ab dem kommenden Jahr 500 Mio. Kubikmeter Gas
zu kaufen. Als Preis wird das europäische Gaspreisniveau mit einer Obergrenze von 300 Dollar/1000 Kubikmeter angesetzt. Für die Türkei ergeben sich daraus zwei mögliche Komplikationen. Zum einen soll das Nabucco-Pipelineprojekt, das eigentlich bereits im Juni beschlossen werden sollte, zunächst Gas aus Aserbaidschan über die Türkei nach Europa transportieren. Mit dem Abkommen mit Russland macht Aserbaidschan deutlich, dass der Verkauf des eigenen Erdgases auch an Russland möglich ist. Zum anderen verzögert sich der Abschluss des Nabucco-Abkommens nicht zuletzt aufgrund der Forderung der Türkei, 15 % des durch die Pipeline fließenden Gases verbilligt für den eigenen Gebrauch nutzen zu können. Angesichts des hohen Preises, den Russland Aserbaidschan bot, ist die Position der Türkei auch in dieser Hinsicht geschwächt. Das russisch-aserbaidschanische Erdgasgeschäft wird im Zusammenhang mit den türkisch-armenischen Verhandlungen über die Verbesserung der bilateralen Beziehungen bewertet.
- (Türkisches Statistikinstitut, 30.06.09) Türkische Volkswirtschaft im ersten Quartal um 13,8 % geschrumpft. Das Türkische Statistikinstitut legte am 30. Juni die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung für das erste Quartal 2009 vor. Demzufolge erlitt die Industrieproduktion einen Einbruch von 18,52 %, der Bausektor einen von 18,86 %, der Handel einen um 25,42 % und der Transportsektor einen um 17,64 %. Demgegenüber zeigten Finanzdienstleistungen einen Zuwachs um 10,85 %.
Der private Inlandsverbrauch ging um 9,19 % zurück. Die Staatsausgaben stiegen um 5,74 %. Die Kapitalbildung sank um 29,74 %, wobei die des Staates um 24,6 % stieg und die des Privatsektors um 35,8 % zurückging.
In den Kommentaren wird zum einen darauf hingewiesen, dass angesichts der bisher veröffentlichten volkswirtschaftlichen Bilanzen die Türkei weltweit die dritthöchsten Einbußen hinnehmen musste. Angesichts des starken Einbruchs im ersten Quartal wird mit einer weiteren Revision des Schätzwerts für die Wirtschaftsentwicklung gerechnet. Dabei bewegen sich die Schätzwerte grundsätzlich auf einem Niveau zwischen -5 und -7 Prozent in diesem Jahr. Die meisten Kommentatoren gehen außerdem davon aus, dass im vierten Quartal 2009 ein leichter Anstieg des Bruttosozialprodukts zu erwarten sei. Diese Erwartung gründet sich nicht zuletzt darauf, dass im vierten Quartal 2008 bereits ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen war.
Betrachtet man die Einzelwerte, so ist die Produktion in vielen Sektoren auf das Niveau von 2005, der Verbrauch auf das Niveau von 2006 zurückgegangen.
- (Dünya, 28.06.09) Türkei auf Rang zwei bei deutschen Urlaubern. Eine von GFK unter 200 Reiseagenturen durchgeführte Umfrage ergab, dass mit einem Aufkommen von 20,7 % die Türkei nach Spanien (38,5 %) das zweitbeliebteste Reiseland der Deutschen in dieser Saison ist. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Türkei-Anteil um 1,9 % gesteigert. Während das vorgesehene Reisebudget insgesamt um 4,7 % zurückging, stieg das für Türkei-Reisen vorgesehene Budget um 5,9 %.
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