|
|
| |||||||||||||||
|
Istanbul Post |
||||||||||||||||
| ||||||||||||||||
|
Jetzt kostenlos! | ||||||||||||||||
Rezension: Cornelia Tomerius, Ein Jahr in Istanbul. Reise in den Alltag, Freiburg 2008.von Markus Beek Wer einmal in Istanbul ist und „die Schönheit der Stadt sieht, verlässt sie nie wieder“, so ein Teil des Zitats zu Beginn des ersten Kapitels. In seiner Reihe „Ein Jahr in …“ veröffentlichte der Verlag Herder ein Buch der Journalistin Tomerius, die ein Jahr in Istanbul verbringt, um das Alltagsleben der Istanbuler kennen zu lernen. Es handelt sich bei dem Werk um eine Reportage und einen Roman über das Leben in Istanbul, über Freundschaft und Liebe. Alles beginnt damit, dass ihre Auftraggeberin - Frau Ö. - es zur Bedingung macht, dass die Ich-Erzählerin mindestens ein Jahr in Istanbul lebt, um eine Biographie über sie zu schreiben. Und nach kurzen überlegen, entscheidet sich die Protagonistin tatsächlich dazu, ein Jahr das Abenteuer am Bosporus zu wagen. Sie gibt ihr Büro in Berlin auf und stellt ihre Fernbeziehung zu Tom auf eine harte Probe. Die Erzählerin schildert ihre Erlebnisse in Istanbul in zwölf Monatskapiteln zwischen März und Februar. Ihre beste Reisegefährtin wird Gizem, bei der sie zunächst ihre ersten Tage in Istanbul zur Untermiete wohnt, um sich schließlich auf die turbulente Suche zu einer eigenen Wohnung macht. Tomerius schließt beiläufig eine Wette mit Gizem, die sie die Zeit über in Istanbul begleitet: Gizem wettet, dass sich die deutsche Journalistin in einen Türken verliebt. Jetzt beginnt das neue Leben in Istanbul für die Erzählerin: Sie lernt die türkische Sprache oder sie versucht es zumindest und lernt die Griechin Helena im Sprachkurs kennen, die ebenfalls zu ihrer Freundin wird. Und sie verliebt sich tatsächlich – in die Stadt, die sie auf der einen Seite abschreckt durch das Chaos, dass in der Stadt herrscht, und auf der anderen Seite fasziniert und überwältigt durch die Schönheit, die sich am besten an Bord der Fähren auf dem Bosporus erfahren lässt. Um das Leben der Istanbuler am eigenen Leib zu erfahren, fastet sie mit den Istanbulern im Ramadan und nimmt am Iftar teil, dem Abendessen zum Fastenbrechen. Und sie verguckt sich in Erendiz, den Cousin von Gizem, und beginnt mit ihm eine zarte Liaison. Weiterhin flüchtet die Hauptdarstellerin im Sommer aus der Hitze der Stadt und feiert im Winter das Weihnachtsfest in Istanbul. Und dann besucht sie ihr Freund Tom. Gemeinsam besuchen Tom, Erendiz und die Erzählerin ein Fußballspiel. Es kommt zu Spannungen zwischen den drei, die sich im Fußballspiel wieder spiegeln. Wie wird sich die Protagonistin entscheiden –für ein Leben in Deutschland mit ihrem Verlobten Tom oder doch für Istanbul und Erendiz? Tomerius schreibt kurzweilig und skizziert die Stadt und das Leben mit all ihren Facetten. Der Leser lernt eine Menge über das nicht einfache Leben in der Metropole kennen. Vielleicht manchmal etwas zu kitschig und klischeehaft, aber immer liebenswert. Ein ideales Buch für den Istanbul-Touristen, der auf einer Fähre auf dem Bosporus Platz nimmt und die Wogen unter sich spürt und zugeben muss – Istanbul hat einfach alles, was eine Weltstadt haben muss: Schattenseiten, aber auch wundervolle Sonnenseiten, die Besucher in ihren Bann schlagen. |
|
|||||||||||||||