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Ergin Cavusoglu im Ludwig Forum in Aachen
PENDLER ZWISCHEN FREMDEN WELTEN UND RÄUMEN
1989/90.Verstehen,was passiert ist.20 Jahre Fall der Mauer.
von Hans Müller
Einer dieser Pendler ist Ergin Çavusoglu,der in den vergangenen Jahren durch seine raumbezogenen Videoinstallationen, Skulpturen und Zeichnungen aufgefallen ist. 2003 hat er die Türkei auf der Biennale in Venedig vertreten. Seine Themen findet er in den Transiträumen und auf den Migrationsrouten unserer heutigen globalisierten Welt. Jedoch sind seine Arbeiten weniger dokumentarisch, sondern erheben den Raum an sich und die Handelnden zur ästhetischen und erzählerischen Größe.
Mit seinem strukturellen und detaillierten Blick gelingen Çavusoglu Bilder von Dichte und Einsamkeit. In seiner eigenen Biografie repräsentiert er einen Künstlertypus, dessen Bezugsfelder sich aus eigener Migrationserfahrung und dem Leben in diversen Kulturen speisen. Er hat nämlich selbst die Vertreibung von 300000 ethnischen Türken Ende der achtziger Jahre aus Bulgarien durch das kommunistische Regime erlebt, kurz vor dem Mauerfall und dem Niederreißen des Eisernen Vorhangs,ein Geschehen,das nicht im Keller der Geschichte verstauben darf. Der damit verbundene Verlust von Heimat und die Schaffung einer neuen Heimat,die Bewegung zwischen Kulturen über Grenzen hinweg und seine Studien in Istanbul und später in London haben den Künstler geprägt und bis heute zu nicht losgelassen. Gezeigt werden neben einem skulpturalen Werk die Videoinstallationen Silent Glide (2008-2009), Voyage of no Return (2009) und die vom Ludwig Forum produzierte Arbeit Liminal Crossing aus dem Jahr 2009.Çavuşoğlus Ausstellung bildet den Abschluss des Leitmotivs Video/Film in diesem Jahr.Sie wird noch bis zum 17.Januar 2010 gezeigt.
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