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Jahrgang 4 Nr. 6 vom 5.02.2010
 

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Als Geschäftsmann erfolgreich in der Türkei agieren

von Markus Beek

Rezension: Business Guide Türkei (International Business Guides). Ein Handbuch für ausländische Investoren und Geschäftsleute in der Türkei.

Im Jahr 2007 erschien der „Business Guide Türkei“ – ein knapper Wirtschaftsführer zur Türkei. Dabei beschränkt sich das Werk bei seinen Ausführungen nicht alleine auf die türkische Arbeitswelt, sondern beschreibt und erklärt auch Kultur, Geschichte und Alltagsleben. Die Autoren Uta Beyer, Peter J. Heidinger und Yesim Tektasli arbeiten bei dem deutsch-türkischen Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen Foreign Market Consulting mit Sitz in Istanbul.

Durch die thematisch breit angelegte Darstellung eignet sich dieses Handbuch nicht nur für den Geschäftsmann, der ein Unternehmen oder eine Niederlassung in der Türkei eröffnen möchte, sondern kann auch von Urlaubern als leicht zu lesende Einführung genutzt werden. Bietet doch gerade die erste Hälfte des Handbuchs eine große Anzahl von interessanten Fakten und Erläuterungen. So berichten die Autoren etwa über die türkische Literaturszene und Medienlandschaft, beschreiben kulinarische Genüsse der türkischen Küche und schildern in Grundzügen die osmanische und türkische Geschichte.

In der zweiten Hälfte des Buches veranschaulichen die Autoren kulturelle Unterschiede, die zwischen der Türkei und Westeuropa bestehen. Das Kapitel „Interkulturelles Know-how“ unterteilt sich in die zwei Unterkapitel „Werteorientierung in der Türkei“ und „Business-Etikette“. Wesentliche kulturelle Unterschiede zwischen Westeuropa und der Türkei werden anhand von Überlegungen des Kulturforschers Geert Hofstede aufgezeigt, der Werteorientierungen nach folgenden fünf Kulturdimensionen festmacht: Machtdistanz, Individualismus versus Kollektivismus, Maskulinität, Unsicherheitsvermeidung und Langzeitorientierung. Nach idealtypischen Maßstäben unterscheiden die Autoren die türkische Gesellschaft nach den Kulturdimensionen Hofstedes von der deutschen Gesellschaftsform und vergleichen türkische Gepflogenheiten gleichzeitig auch mit französischen und britischen kulturellen Verhaltensmustern. Die Autoren kommen dabei unter anderem zu folgenden Feststellungen: soziale Harmonie am Arbeitsplatz zählt in der Türkei mehr als die tatsächlich erbrachte Leistung. In der Türkei ist auch eine höhere Machtdistanz zwischen Angestellten und Vorgesetzten zu erkennen, was bedeutet, dass den Verantwortungsträgern eine höhere Entscheidungsbefugnis und Verantwortung zu fällt als beispielsweise Vorgesetzten in Deutschland. Bei der Zeiteinteilung, um Aufgaben zu Ende zu bringen, herrscht in der Türkei eine eher polychrone Beziehung vor, im Gegensatz dazu haben Deutsche eher eine monochrone Beziehung verinnerlicht. Dass heißt, Deutsche arbeiten lieber ihre Aufgaben einzeln und geordnet ab, wohingegen türkische Arbeitnehmer viele Dinge gleichzeitig erledigen und sich weniger auf zeitliche Verpflichtungen einlasen. Neben der Betonung der Unterschiede auf der Grundlage der Ideen Hofstedes wäre ein Bezug auf die Erkenntnisse des Ethnologen Christoph Antweiler interessant gewesen. Für Antweiler haben alle Gesellschaften trotz ihrer unzähligen Unterschiede eine Menge Gemeinsamkeiten, die für ihn entscheidender sind als die kulturellen Gegensätze. Und gibt es der deutschen Geschäftsfrau in der Türkei nicht einen gewissen Rückhalt, wenn sie weiß, dass sie sich auf gewisse Grundmuster menschlichen Verhaltens verlassen kann, gleichgültig an welchem Ort auf der Welt sie ihren Geschäften nachgeht?

Die zweite Hälfte des Business Guide beleuchtet weiterhin die türkische Geschäftswelt näher. Das türkische Steuersystem, Markteintrittstrategien und rechtliche Rahmenbedingungen werden jeweils kurz beschrieben. Zudem werden Tipps gegeben, wie Mitarbeiter angeworben werden können, nach welchen Regeln eine Bezahlung der Angestellten in der Türkei erfolgt, wie der Außenhandel in seinen Grundstrukturen abläuft, wie die Geschäftsbücher in der Türkei ordnungsgemäß zu führen sind, und Arbeits-, Immobilien- und Ausländerrecht geregelt sind.

Adressen von Behörden, Ministerien und wichtigen deutschsprachigen Institutionen in der Türkei, die weiterführende Informationen geben können, findet der Leser im fünften Kapitel. Insgesamt gibt das Buch seinem Leser einen knappen und gelungenen ersten Rundumblick in die Arbeits- und Lebenswelt der Türkei.

 

 

 

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