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Istanbul Post |
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Keine Sternstunde des Europaparlamentsvon Stefan Hibbeler Am vergangenen Mittwoch (10. Februar) verabschiedete das Europaparlament den Bericht über den Beitrittskandidaten Türkei. Bei der abschließenden Beratung im außenpolitischen Ausschuss des Parlaments war eine Reihe von Änderungen aufgenommen worden – nicht zuletzt auch solche, die Zypern betreffen. Diese Änderungen wurden nun auch vom Plenum angenommen und geben damit die Position des Europaparlaments wieder. Das Europaparlament ruft in dieser Resolution die Türkei dazu auf, unverzüglich ihre Soldaten von Zypern abzuziehen. Außerdem solle eine Lösung der Bürger der Türkischen Republik, die sich in der Republik Zypern niedergelassen haben gefunden werden. Das Gebiet um Maras soll an die griechischen Zyprioten übergeben werden. Ob den europäischen Parlamentariern klar war, was sie beschlossen haben? Betrachtet man nun die Folgen, wenn die Türkei sich auf diese Forderungen einlässt, wird das Bild umso paradoxer. Zudem soll das Problem der Bürger der Türkischen Republik, die sich auf Zypern niedergelassen haben, gelöst werden. Dies ist ein weiterer Schritt zur Lösung der Minderheitenfrage. Es geht im Grund um alle aus der Türkei zugezogenen seit 1975. Wie würde man in Deutschland mit Politikern umgehen, die die Forderung stellten, das Problem der seit 1975 zugezogenen Ausländer zu lösen? In Deutschland würde man Wortwahl wie Inhalt dieser Herangehensweise vermutlich als eine rechtsextreme Position bewerten. Es wirkt schon eigenwillig, wenn das Europaparlament, das sich meist als Hüterin der Menschenrechte sieht, für Massendeportationen einsetzt. Das Gebiet um Maras soll der zyprischen Bevölkerungsgruppe übergeben werden. Dies wiederum ist eine interessante Forderung. Sie impliziert, dass das Europaparlament davon ausgeht, dass es zwei geschlossene Siedlungsgebiete auf der Insel gibt. Diese Forderung ist ohne eine vorherige Anerkennung der Republik Nord-Zypern ein Kuriosum ganz eigener Art. Sie setzt voraus, dass Mechanismen, wie sie im Annan-Plan – der beim Referendum von den Insel-Griechen zurückgewiesen wurde – Rechtskraft besitzen. Zudem stellt sich die Frage, warum dieser Schritt erfolgen sollte. Die griechischen Zyprioten haben bei den Verhandlungen ihr möglichstes getan, um den Verhandlungsablauf in der Schwebe zu halten. Sie haben jede Verbindlichkeit von Vermittlungsprozessen abgelehnt und weisen auch die Forderungen nach einem Zeitplan zurück. Stattdessen versuchen sie durch die Aufrechterhaltung der Blockade Nord-Zyperns und der Störung der Beitrittsverhandlungen zwischen EU und Türkei Druck auszuüben. Und weil sie dies so gut machen, sollen sie nun durch Territorialgewinne belohnt werden. Ein Ergänzungsantrag, der auf einen Europäischen Ratsbeschluss zur Aufhebung der Isolation Nord-Zyperns verweisen wollte, wurde übrigens abgelehnt. Für das Europaparlament ist der Zypern-Konflikt also recht einfach zu lösen – man eliminiere die störenden Türken und schon hat sich das Problem erledigt. |
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