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Istanbul Post |
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„Trekhaak gezocht“ Teil 2 startet bald: Auf nach Istanbul!von Claus Stille Gewiss werden sich die Leserinnen und Leser der Istanbul Post noch an die etwas außergewöhnliche Aktion Trekhaak gezocht" ("Anhängerkupplung gesucht")des Niederländers Tjerk Ridder erinnern. Am 3. Februar diesen Jahres war der Musiker aus Utrecht mit seinem Hund Dachs in seiner Heimat aufgebrochen, um sich auf eine Reiseroute entlang der europäischen Kulturhauptstädte 2010 zu begeben. Später stieß sein Landsmann Peter Bijl noch hinzu. Der Clou an der Aktion: Man startete in einem Eriba-Wohnwagen ohne eignen Antrieb. Der Campingwagen hat lediglich eine Anhängerkupplung. Aber kein Zugfahrzeug. Der Sinn, welcher hinter Reise, der sozusagen als Metapher gedachten Aktion ist schnell erklärt: Um im Leben weiter zu kommen, ist jeder Mensch auf andere Mitmenschen angewiesen. Eigentlich eine Binsenwahrheit. Aber machen wir uns das auch immer klar? Auf Tjerks Reiseabsichten bezogen, hieß das: Um seinen Wohnwagen über die geplante Strecke zum Ziel hin zu bewegen, galt es für den Utrechter unterwegs immer wieder Chauffeure zu finden, welche nicht nur ein Kraftfahrzeug mit Anhängerkupplung fahren, sondern auch noch bereit sind, den Campinghänger, sowie die Gefährten und ihn selbst ein Stück des Weges mitzunehmen. Unweit der Heimat gelegen, erreichte die reiselustigen Niederländer dank freundlicher und hilfsbereiter Leute („Anhänger“) zunächst die erste der insgesamt drei anvisierten Kulturhauptstädte des Jahres 2010: Essen. Rechtzeitig übrigens zur Eröffnungsfeier, welche auf der Zeche Zollverein in klirrender Winterkälte stattfand. Bereits im Ruhrgebiet war das Interesse an der wahrlich nicht alltäglich zu erlebenden Aktion sehr groß. Die verschiedenen Medien berichteten bereits von den ersten Stationen im Ruhrgebiet ausführlich. Die Hilfsbereitschaft, den Niederländern vorwärts zu helfen, war im „Pott“ äußerst hoch. Was indes nur diejenigen erstaunt haben dürfte, welche den ganz besonders warmherzigen Menschenschlag im Ruhrpott bisher noch nicht persönlich kennen lernen durften. Voller Dank denkt Tjerk Ridder im Nachhinein an seine Erlebnisse und die freundliche Aufnahme dort zurück. Und er schwärmt von „der Herzlichkeit der 'Ruhris'. Stellvertretend nennt der Niederländer „den Bochumer Engel Regina“ und „die Familie Distelhoff“ aus Castrop-Rauxel und dankt für die seinem Projekt zuteil gewordene Hilfe. Weniger gut lief es dann im deutschen Bundesland Hessen. Dort stand Ridder wieder alleine da. Drei Tage in der Kälte an einer Raststätte! Tjerk Ridder hat aber auch diese bitterkalte Durststrecke überstanden: Plötzlich habe, so berichtet er, wieder „eine wunderbare Energie in der Luft“ gelegen. Dank Sonja erreichte man Österreich ohne Probleme. Schon in Linz an der Donau „schwappte“ dem Projekt erneut eine neue „Medienwelle“ entgegen. „Supertage in Wien“ folgten. Gut weiter kam man dann später auch in Ungarn. Dort hängten Peter Visvader und die Familie Herba'ly die Niederländer an und brachten sie sogar bis in die ungarische Hauptstadt Budapest. „Via Heldenplatz und mit dem Landrover von Zjolt Lip ging's dann weiter im Schneesturm“ in die zweite Europäische Kulturhauptstadt Pécs... Die Endstation der Reise stand von vornherein fest: die Kulturhauptstadt 2010 Istanbul. Ein ehrgeiziges Ziel von Anfang an. Kein leichtes Unterfangen. Der Winter war bekanntlich hart und bitter kalt. Es hatte sogar zeitweilig den Anschein, als wollte die kalte Jahreszeit diesmal überhaupt nicht enden. Dennoch blieb die Hilfsbereitschaft der Menschen an der zu bewältigenden Reiseroute groß. Tjerk und seine Gefährten wurden zu heißen Tee und Suppe, und sogar zu Volksfesten sowie in die Rathäuser der Städte eingeladen. Das Interesse an der Aktion und deren Sinn war hoch. Tjerk Ridder zeigt sich – wie ein Blick in seinen Blog auf der Internetseite zeigt – davon wieder hoch auf begeistert. Er fragte die Fahrerinnen und Fahrer, welche die Crew samt Wohnwagen immer wieder ein gutes Stück des Weges voran brachten, unterwegs absichtlich nach deren guten Vorsätzen und Wünschen. Diese wurden dann jeweils registriert und in „Traumdosen“, welche umgehend verschlossen und mit einem Haltbarkeitsdatum versehen wurden, gewissermaßen konserviert. Dieses Datum bezeichnet den Termin, an welchem das, was man sich vorgenommen hat, möglichst in Erfüllung gegangen sein soll. Der Musiker Tjedk Ridder erhoffte sich von der Reise und den dabei gemachten Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen aus den verschiedenen Regionen Europas Inspirationen für neue Texte und Musik. Die sollten sich dann auf einem Musikalbum wiederfinden. Die Lieder von dieser CD oder DVD will Ridder im Mai auf der Weltausstellung in Shanghai präsentieren. Wie mir die Produzentin der Aktion, Johanneke Minnema, mitteilte, musste Tjerk Ridder zunächst einmal mit seinen „unglaublichen Erfahrungen“ klarkommen. Verständlich. Ganz in diesem Sinne hat sich die Entscheidung des Utrechters, die Reise dann doch in zwei Teile zu splitten, als klug und richtig erwiesen. Der erste Teil führte somit von Utrecht bis in die ungarische Kulturhauptstadt Pécs und endete dort. Dann ging es von da wieder zurück nach Utrecht. Dorthin waren der Wohnwagen, Peter, Dachs und Tjerk dankenswerter Weise von Remco Timmermans transportiert worden. In Utrecht sind, so schreibt Johanneke Minnema weiter, seien „verschiedene Lieder inzwischen fertig“ geworden. Und Tjerk wird diese nun tatsächlich auf der Expo in Shanghai vorstellen. Sein Auftritt in China ist für den 25. Mai 2010 geplant. Dann soll auch das Projekt „Anhängerkupplung gesucht“ im Dutch Culture Center in Shanghai vorgestellt werden. Der zweite Teil der Reise ist längst in der Vorbereitung. Er wird dann vom ungarischen Pécs in die dritten europäische Kulturhauptstadt nach Istanbul an den Bosporus führen. Beteiligt sein werden Remco Timmermans, Danielle Arets, der alte Bekannte Peter Bijl und natürlich - last but not least - Dachshund. Selbstverständlich ist auch Tjerks Gitarre wieder mit an Bord des Wohnwagens „Wie es aussieht“, schreibt die während der Reise in Utrecht bleibende Produzentin Johanneke Minnema, geht es am 6. Juni von Utrecht los in Richtung Ungarn und Pécs. Am 10. Juni dann, so sieht es der Plan jedenfalls vor, will man dann von dort aus weiterfahren. Und der zweite Teil der Reise nach Istanbul kann beginnen. Der Start erfolgt am niederländischen mobilen Kunstpark „The Flying Grass Carpet“. Dieser 900 Quadratmeter große grüne „Fliegende Teppich“ wird übrigens auch in Essen (im Juli) und in der ca. 13 Millionen Einwohner zählenden Kulturhauptstadt Istanbul (im September und Oktober) zu bewundern sein. Von Pécs aus wollen die Niederländer dann innerhalb eines Monats über Kroatien, Serbien und Bulgarien die Türkei und das Endstation Istanbul erreichen. Alle Beteiligten sind also schon sehr gespannt auf die Erlebnisse, welche sie auf dem zweiten Teil der Reise wohl erwarten werden. Wird das einzigartige Projekt wieder soviel Hilfe und Unterstützung erhalten, wie beim ersten Part von Utrecht nach Pécs? Wie wird es wohl in Istanbul aufgenommen werden? Auch ist Tjerk Ridder begierig darauf zu erfahren, welche Reaktionen das Projekt insgesamt wird letzten Endes ausgelöst haben bzw. wie die Erfahrungen mit den „Traumdosen“ ausfallen werden. Die Istanbul Post wünscht auch dieses Mal wieder eine gute Fahrt, viel Glück und ein gutes Gelingen! |
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