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Istanbul Post |
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Der Zeitraum vom 1. Juni bis 14. JuniDer israelische Angriff auf einen Hilfskonvoi für Gaza hat in der Türkei Empörung hervorgerufen. Die türkisch-israelischen Beziehungen sind stark beschädigt worden. Das Nein der Türkei im Weltsicherheitsrat bei der Abstimmung über verschärfte Sanktionen gegen den Iran hat Verstimmung in den USA ausgelöst. Die PKK hat ihre Angriffe auf Armeeposten und Polizei verstärkt. Die Anklageschrift zu den KCK-Ermittlungen ist vorgelegt worden. Mit einem weiteren Abkommen mit Russland konkretisieren sich die Pläne für die Errichtung eines Atomkraftwerks. In der vergangenen Woche wurde gegen Proteste von Umweltschützern die Novelle des Bergbaugesetzes verabschiedet. In dieser Woche steht das Gesetz zur Stadtsanierung auf der Tagesordnung, gegen das die Opposition schwere Einwände erhebt. Neun Todesopfer kostete der israelische Angriff auf einen Hilfskonvoi für Gaza. Der Konvoi aus mehreren Schiffen, darunter das Passagierschiff „Mavi Marmara“ mit mehr als 600 Passagieren, wurde am 31. Mai von der israelischen Marine gestoppt und die Mavi Marmara durch Soldaten geentert. Die Soldaten trafen auf Widerstand und eröffneten das Feuer. Neun Menschen wurden getötet, zahlreiche verletzt. Besatzungen und Reisende der Schiffe wurden festgenommen, jedoch aufgrund internationalen Drucks kurz darauf abgeschoben. Behauptete die israelische Regierung zunächst, auf die Soldaten sei geschossen worden, stellte sich heraus, dass sich Reisenden auf der Mavi Marmara mit Stangen, Messern und allem möglichen, das man werfen kann, zur Wehr gesetzt hatten. Hatte die türkische Reaktion auf den Angriff auf den Hilfskonvoi für Gaza bereits zu einem Dissens mit Washington geführt, führte die Nein-Stimme der Türkei im Weltsicherheitsrat gegen verschärfte Sanktionen gegen den Iran zu einer weiteren Meinungsverschiedenheit. Die türkische Regierung hatte mit Brasilien zwei Wochen vor der Abstimmung im Weltsicherheitsrat ein Abkommen mit dem Iran ausgehandelt, das vorsah, schwach angereichertes iranisches Uran in die Türkei zu transportieren und dort gegen höher angereichertes auszutauschen. Das Abkommen wurde von den USA zurückgewiesen. Sie wiesen darauf hin, dass mit dem Abkommen weder das bisher angereicherte iranische Uran vollständig erfasst werde noch der der Iran von einem eigenen Anreicherungsprogramm Abstand genommen habe. Damit bestünde die Gefahr fort, dass der Iran waffentaugliches Uran herstellen könne. Die PKK hat ihre Angriffe auf Militärpunkte und Polizeikräfte verstärkt. Besonderes Aufsehen erregte ein Angriff auf einen Militärtransporter in unmittelbarer Nähe eines Marinestützpunktes in Iskenderun. Bei den sich intensivierenden Gefechten gibt es täglich Todesopfer auf beiden Seiten – aber auch Zivilisten kommen ums Leben. Am Freitag wurde ein Wohnheim einer Militäranlage angegriffen und die Frau eines Offiziers erschossen. Die Annahme der Klage der CHP gegen das Verfassungsänderungspaket durch das Verfassungsgericht hat scharfe Kritik durch das Regierungslager hervorgerufen. Laut Verfassung steht dem Verfassungsgericht nur eine formelle Prüfung von Verfassungsänderungen zu. Auf der anderen Seite hat das Gericht durch eine Auslegung des Verfassungstextes in der Vergangenheit bereits das Recht geltend gemacht, die Übereinstimmung von Verfassungsänderungen mit den als „unveränderbar“ deklarierten Verfassungsartikeln vorzunehmen. Am Rande des Gipfels der Organisation für Zusammenarbeit und vertrauensbildender Maßnahmen asiatischer Staaten CICA wurde ein weiterer Staatsvertrag zwischen der Türkei und Russland über atomare Zusammenarbeit unterzeichnet. Der Staatsvertrag sieht eine Kooperation bei der Zertifizierung von Atomanlagen vor. Der Tageszeitung Zaman (Internet, 11.06.2010) zufolge wurden zudem der Zeitplan und die Bedingungen für die Errichtung es ersten türkischen Atomkraftwerks konkretisiert. Demnach soll das für Akkuyu (Mersin) vorgesehene Kraftwerk bis 2017 an Netzgehen. Die Türkei übernimmt eine 15jährige Abnahmegarantie. Während dieser Zeit wird der Abnahmepreis 12,35 Cent betragen, danach maximal 15,33 Cent. Für den Betrieb der Anlage und die Entsorgung verbrauchter Brennstoffe wird Russland zuständig sein. Die Betreibergesellschaft wird innerhalb von drei Monaten nach Ratifizierung des Staatsvertrags durch russisches Kapital gegründet. Später kann die Betreibergesellschaft für Beteiligungen geöffnet werden, jedoch wird festgelegt, dass 51 % der Anteile in russischer Hand verbleiben. In der vergangenen Woche verabschiedete das Parlament eine Novelle des Bergbaugesetzes. Bereits 2004 war eine deutliche Erweiterung der Lizenzvergabemöglichkeiten für Bergbauaktivitäten per Gesetz erlassen worden, jedoch durch einen Spruch des Verfassungsgerichts aufgehoben worden. Kritiker wenden gegen das neue Gesetz ein, dass der Schutz der Umwelt unzureichend berücksichtigt wird. Vorgesehen ist, dass auch in Naturschutz-, Wald- und Küstengebieten Schürflizenzen vergeben werden können. Investoren wird ein weit reichender Schutz gewährleistet – im Falle von Gesetzesänderungen sollen bereits vergebene Lizenzen erhalten bleiben, im Falle von Lizenzveränderungen ergeben sich Schadensersatzansprüche. Die Diskussion um das Stadtsanierungsgesetz entzündet sich insbesondere an den vorgesehenen Erleichterungen bei der Verstaatlichung von Immobilien. Die Opposition wendet ein, dass private Immobilien im Zuge von Stadtsanierungsprojekten verstaatlicht und dann gegen hohen Gewinn an Dritte abgetreten werden können. Solche Vorwürfe wurden von der CHP insbesondere im Zusammenhang mit der bereits durchgeführten Stadtsanierung im Istanbuler Stadtviertel Sulukule erhoben. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Übertragung der Entscheidungsbefugnis für Bauhöhe und –dichte an die Kommunalparlamente. |
Kurzmeldungen: Anklageschrift zu den KCK-Ermittlungen Antrag gegen zwei CHP Abgeordnete im Zuge der Ergenekon-Ermittlungen Anwalt der Dink-Familie erhängt aufgefunden Bischof Luigi Padovese erstochen Ergenekon-Festnahmen wegen "Beeinflussung eines laufenden Verfahrens" PKK greift Marinestützpunkt bei Iskenderun an
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