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Islam - Gesellschaft und StaatNach den Terroranschlägen vom 11. September hat in den USA und in Westeuropa ein breiteres Interesse am Islam eingesetzt. In den islamisch geprägten Ländern hat demgegenüber die These vom "Krieg der Kulturen" (Huntington) und die Zunahme von Überfällen auf Muslime im westlichen Ausland zu einer tiefen Besorgnis geführt. Tatsächlich hat auch in der Türkei die Diskussion über den Islam eine neue Dimension erfahren. Die Türkei versteht sich selbst als laizistisches Land. Dies bedeutet, daß der Religion ein Einfluß auf die Politik nicht zugestanden wird. Umgekehrt bedeutet es auch, daß die Religionsausübung unter staatliche Kontrolle gestellt ist. Der Bedeutungsgewinn islamistischer Parteien in den späten 80er und den 90er Jahren wiederum führte zu heftigen innenpolitischen Kontroversen. Zwei Parteien dieses Spektrums, die Wohlfahrts- und die Tugendpartei wurden in den 90er Jahren verboten. Ihnen wurde vorgeworfen, die bestehende laizistische Ordnung der Türkei zugunsten einer islamischen ändern zu wollen oder diesbezügliche gesellschaftliche Kräfte unterstützt zu haben. Ein Einschnitt stellt der 28. Februar 1997 dar. An diesem Tag veranstaltete die türkische Armeeführung eine Machtdemonstration gegen den damals amtierenden Ministerpräsidenten Erbakan, der einer Koalitionsregierung aus der Partei des richtigen Weges und der Wohlfahrtspartei vorstand. Diese Machtdemonstration führte letztlich den Bruch der Koalitionsregierung herbei und führte zu einer Reihe von Repressionsmaßnahmen gegen islamistische Kreise. Zu einer nachhaltigen Erschütterung der Öffentlichkeit führten zudem die Enthüllungen über die Tätigkeit der türkischen Hizbullah, die nach einem Feuergefecht im Istanbuler Stadtteil Üsküdar im Januar 2000 ins Rollen kamen. In weitreichenden Polizeiaktionen gelang es, einen Teil der Führungsspitze der Hizbullah zu verhaften und vielerorts die Zellenstrukturen zu zerschlagen. Ans Licht kamen dabei eine große Zahl von Morden, die teils an politischen Gegnern, teils jedoch auch in den eigenen Reihen begangen worden waren. Versucht die Türkei nun außenpolitisch, sich als Mittler zwischen dem Westen und den islamischen Staaten zu präsentieren, so gewinnt die Frage der eigenen muslimischen Identität von neuem an Bedeutung. Die Istanbul Post will durch die Übersetzung einzelner Beiträge einen Einblick in diesen Diskussionsprozeß geben. Die übersetzen Beiträge spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wieder, sondern sind vielmehr ausgewählt worden, um ein möglichst vielfältiges Bild der Diskussion zu zeichnen. |
Von den Liberalen ist eine schwere Last abgefallen Ahmet Arslan: Die Zukunft des Islam Gibt es islamische Demokratie, Mr. Lewis?
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