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Ahmet Aslan: Die Zukunft des Islam(Übersetzung aus dem Türkischen von Stefan Hibbeler; Original erschienen in fünf Teilen bei Internet Haber, 18.10.01. Wir danken dem Autoren für die Genehmigung.) Nach dem Terroranschlag vom 11. September wird in weiten Teilen der Welt eine völlig neue Wahrnehmung des Islam eintreten. Wie sehr auch die Führungen der westlichen Länder, allen voran die USA, positives über den Islam sagen, können wir dieses auf die aktuellen Entwicklungen zurückführen. Bereits unmittelbar nach dem Terrorangriff wurde das Islambild der Nichtmuslime im 21. Jahrhundert nicht zuletzt durch die vielerorts aufgetretenen Gewaltakte offensichtlich. Und es ist nicht ausgeschlossen, daß daraus noch schlimmere Entwicklungen folgen. Unzweifelhaft ist dies ein Problem der Muslime. Die Muslime müssen sich endlich neu entscheiden. Sie müssen für sich persönlich ihre Einstellung zum Islam hinterfragen und sich dabei auch die Entwicklung der vergangenen 200 bis 300 Jahre vor Augen führen. Weltweit existieren zur Zeit zwei voneinander grundverschiedene Islamkonzepte. Das erste ist das der Taliban, das zweite das türkische Konzept. Was außerhalb dieser beiden Modelle bleibt, wird keine Alternative sein und ist farblos und unprofiliert. Was das Taliban-Modell ist, haben wir gesehen. Es hat im Namen des Islams eine bisher nicht gesehene Rückschrittlichkeit und Gewalt zur Schau gestellt. Auch wenn Rede und Tat keinen Bezug zum Islam hat, so tritt es uns als eine Auslegung des Islam entgegen. Aber diese Auslegung ist keine religiöse, sondern eine von historischen und regionalen Bedingungen geleitete. Die Türkei ist, seit sie existiert immer Model gewesen. Auch wenn sie bis heute Demokratie und Entwicklung bis heute nicht voll verwirklicht hat, ist sie das fortschrittlichste islamische Land. Aufgrund ihres historischen und kollektiven Unterbewußtseins verfügt sie über ein Selbstvertrauen, das ihr islamische Modell von außerhalb nicht attraktiv erscheinen läßt. Heute stehen die Muslime vor einem Zivilisationsproblem. Es gibt das Problem, zu sich selbst zurückzukehren und der Welt als Alternative gegenüberzutreten. Auf der einen Seite konnten den theoretischen und abstrakten Erkenntnissen entsprechende Alternativen für das wirkliche Leben nicht entwickelt werden und auf der anderen Seite wird eine grenzenlose Abneigung gegen die als überlegen angesehene westliche Zivilisation empfunden. Das Ergebnis ist Nihilismus. Und Nihilismus bringt Terror hervor. An diesem Punkt müssen sich die muslimischen Gesellschaften entscheiden. Werden sie trotz aller Mängel das türkische Modell wählen? Oder seinen Taliban-Antagonisten? Als der Westen im Mittelalter lebte, war die islamische Welt auf wissenschaftlichem und philosophischem Gebiet weit voraus. Denn zu dieser Zeit war der Westen unter die despotische Herrschaft der Kirche gelangt, von der herrschenden Bibelauslegung abweichenden persönlichen Meinungen wurden unterdrückt. In dieser Zeit verfügte die islamische Welt über Philosophen wie Ibn'i Sina (Avicenna), Ibn'i Rüsd (Averoes) und Farabi, die auch heute noch als fortschrittlich gelten. Die Texte der klassischen griechischen Philosophie erreichten das Europa der Renaissance als Übersetzungen aus dem Arabischen. Als die Christen die antiken Philosophen, Sokrates und Aristoteles eingeschlossen, vergessen hatte, wurde in der islamischen Welt emsig an Übersetzungen und Kommentaren gearbeitet. Es ist nicht nötig, auf die im Westen durch Kirche und Staat unternommene Unterdrückung und die Menschenrechtsverletzungen ausführlich einzugehen. Aber im Islam dauerte dieses "Aufklärungszeitalter" nicht lange an. Für das Ende dieses Zeitabschnittes gibt es viele Gründe. Ich möchte nur einige wichtige kurz aufführen. Zweifellos können wir als Hauptgründe für die Stagnation und schließliche Rückentwicklung im islamischen Denken zunächst den Einfall der Mongolen und im Westen die Vernichtung des anadalusischen Staates anführen. Durch den Einfall der Mongolen wurden nicht nur bestehende Staaten vernichtet und damit eine lange Periode der politischen Instabilität geschaffen, sondern es wurden auch Büchereien und Schulen zerstört und verbrandt und damit eine ganze Zivilisation zerstört. In Andalusien wurde eine produktive Kultur mit roher Gewalt in einem Maße vernichtet, bis keine Spur mehr davon blieb. Weltweit lassen sich auch in Regionen, in den die gewalttätigsten Gemetzel und Assimilationen durchgeführt wurden, noch Spuren der vernichteten Kulturen finden. Aber im heutigen Spanien ist es nicht möglich, auf Spuren der andalusischen Emirate zu stoßen. Dabei war in Anadalusien eine eigenständige Kultur entwickelt worden, die nicht zuletzt einen Philosphen wie Ibn'i Rüshd (Averoes) hervorbrachte. Ein weiterer wichtiger Grund für die Rückentwicklung im islamischen Denken war, daß die Massen aufgrund des durch die politische Instabilität hervorgebrachten Chaos zu konservativen Haltungen neigten und dadurch eine Phase der geistigen Stagnation anbrach. An diesem Punkt kommt dem Imam Ghazali eine wichtige Rolle zu. Die feindliche Haltung, die Ghazali gegenüber der Philosophie einnahm, wird bis heute als offizielle Ideologie des Islam wahrgenommen. Dieser Denker, der in seiner Zeit eine wichtige Auseinandersetzung mit Kommentaren führte, die vom Kuran abwichen, sah als Anstifter dieser Art von Kommentaren die Philosophie und nahm Ibn'i Sina und Farabi als Ketzer wahr. In seiner Schrift "Tehafüt El-Felasife, erklärte er die Philosophie als ähnlich schädlich wie den Opiumgenuß und esoterische Bewegungen. Zwar wurde "Tehafüt El-Felasife" von dem Andalusier Ibn Rüshd hart kritisiert. Rüshd behauptete, Ghazali sei in diesem Werk vom Shariat abgewichen. Aber weil das in Andalusien brennende Feuer neuer Zivilisation nach kurzer Zeit verlosch, erreichte diese Gegenposition keine Fortsetzung. Ghazalis Sicht ging als Leitlinie in die offiziellen Grundsätze aller islamischen Gesellschaften ein. Indem die Staaten zur Zeit Ghazalis und danach diese Doktrin anerkannten, wurde Ghazalis und der Nizamiye Medrese Lehre zu einem Bestandteil der Staatsideologie. Denn eine solche Lehre brachte für die Staatsführung und ihre Einstimmigkeit wichtige Erleicherungen. (Teil 3: Kulturelle Stagnation) Wir können die Stagnation des islamischen Denkens als einen Grund für die Rückentwicklung der islamischen Welt ansehen. Auch wenn die islamische Welt parallel zum Eintreten dieser Stagnation mit dem Osmanischen Reich über eine Weltmacht verfügte, begann im Westen der Aufbruch der Renaissance. Zwar wissen wir, daß es auch im Osmanischen Reich entgegen der allgemeinen Auffassung wissenschaftliche Forschung gab (vgl. Ekmeleddin: Büyük Cihad'dan Frenk Fodollugu'na. Iletisim Yayinlari 1996), aber daß die feindliche Haltung gegenüber der Philosophie fortdauerte ist eine weitere Tatsache. Fatih Sultan Mehmet ließ eine Beratung der Ulema (islamische Rechtsgelehrte) über die Frage einberufen, ob die Ansicht Ghazalis oder die des Ibn Rüsh die richtige sei. Die Gelehrten entschieden sich mehrheitlich für Ghazalis Auffassung (ausführlich dargestellt in: Mübahat Türker-Küyel, Üç Tehafüt Bakimindan Din Felsefe Iliikileri, Ankara 1956). Daß sich in dieser Beratung das Werk Ghazalis durchsetzen konnte, zeigt deutlich, daß offizielle Ideologie und Lehre gegen die Philosophie eingenommen waren. (Ich möchte außerdem darauf hinweisen, daß in arabischen Ländern die Philosophie nach wie vor verboten ist.) Zweifellos erlebte der Westen in den Jahrhunderten der Glanzzeit des Osmanischen Reiches mit dem Aufbruch der Renaissance eine Explosion auf den Gebieten der Wissenschaft, Kunst und Philosophie. Parallel dazu begann der Einfluß der Kirche durch das Aufkommen laizistischer Bewegungen und des Protestantismus gebrochen und durch das Aufkommen des Kapitalismus Schritt für Schritt die Überlegenheit des Westens über die islamische Welt eingleitet. Mit den Entdeckungen auf den Gebieten der Wissenschaft, Kunst und Philosophie, dem Aufkommen des Kapitalismus, der Veränderung der Handelswege und der Entdeckung Amerikas wurde der westlichen Welt ein unaufhaltsamer Aufstieg gewährleistet. Neue Erfindungen gingen mit einem neuen Staatsverständnis und demokratischer Öffnung einher. In der islamischen Welt ging mit dem Abstieg des Osmanischen Reiches eine Rückentwicklung auf allen Ebenen einher. Auf der einen Seite waren die Versuche, das zerfallende Imperium zu retten, auf der anderen Seite wurden innere Aufstände, Stammeskriege und religiöser Fanatismus angefacht. Quelle der Kommentare war nun nicht mehr der Koran, sondern Israelismus oder auf noch schwächere Überlieferungen zurückgehende Quellen. Außerdem wurden die im Westen verwirklichten guten Gedanken als "Erfindungen der Ungläubigen" zurückgewiesen. Wie die islamische Welt mit dieser Mentalität dem 20. Jahrhundert gegenübertrat und was sie erlebte, wissen wir. Vor allem die Niederlage des Osmanischen Reiches im Ersten Weltkrieg wurde der islamischen Welt zur Ankündigung einer schmerzvollen Zukunft. (Teil 4: Unterdrückung durch den Westen) Nach dem Ersten Weltkrieg gerieten alle islamischen Staaten entweder in Unterjochung oder wurden durch Marionettenregime regiert. Nur die Türkei konnte ihre Unabhängigkeit erhalten. Die Türkei trat in eine Phase ein, in der sie die Wunden der jahrhundertelangen Kriege zu heilen suchte. Auf der einen Seite wurden Entwicklungssprünge vollzogen und auf der anderen Seite die Verbindungen zur Vergangenheit radikal abgerissen. Die islamischen Staaten, die mit der Zeit ihre Unabhängigkeit erlangten, konnten, obwohl sie über die "Erdöl-Waffe" verfügten, nicht in eine Entwicklung auf modernem Niveau eintreten. Zweifellos haben daran die totalitären Clans, die die Länder führten, einen wichtigen Anteil. Da eine Entwicklung auf modernem Niveau auch gleichzeitig Anlaß für diemenschliche Entwicklung ist, bestand die Gefahr, daß demokratische Ansprüche auf die Tagesordnung gelangen könnten. Aus diesem Grund konnten die Führer der erdölreichen islamischen Staaten zwar gesellschaftlichen Reichtum, nicht aber menschliche Entwicklung gewährleisten. Gleichzeitig begannen vor allem in Ägypten aufgrund der totalitären Maßnahmen ab den 30er Jahren einige Oppositionsbewegungen. (Dabei spielt neben dem totalitären Charakter der Regime in den islamischen Staaten auch ihre Bindung entweder an den Westen oder an die Sowjetunion eine Rolle). Die zunächst als "militante intelektuelle Bewegung" auftretende ägyptische Opposition verwirklichte sich zum einen als "islamische Öffnung" (wie beispielsweise islamischer Sozialismus) und zum anderen in gewalttätige Aktionen gegen die totalitär Herrschenden. Die Existenz dieser sich als "Muslim-Bruderschaft" organisierende Bewegung ließ sich dann in Syrien und später auch in anderen arabischen Ländern spüren. In dem Maße wie die Organisationen stärker wurden, verstärkte sich auch die Repression. Der in der islamischen Welt immer noch populäre bedeutende Wissenschaftler Seyyid Kutup wurde in Ägypten gehängt. Zudem muß auch der Einfluß des Palästinenserproblems auf die islamische Welt berücksichtigt werden, was jedoch ein gesondertes Untersuchungsthema ist. Nachdem in Ägypten Anwar al Sadat in einem ähnlich dem Anschlag vom11. September gut geplanten Attentat getötet wurde und das Regime von Hafiz Assat in Syrien im Rahmen einer Opperation gegen die Moslembruderschaften die Städte Hama und Humus von der Landkarte tilgten, wurde in der islamischen Welt der Radikalismus beständig weiter angefacht. Die Golf-Krise und ihre weitere Entwicklung sowie das chronische Palästinenserproblem führen zur Institutionalisierung und Herausbildung von Strukturen, die Gewalt hervorbrachten. So wie beispielsweise El Kaide ... (Dabei dürfen natürlich nicht die Besetzung Afganistans durch die Sowjetunion sowie die Ereignisse in Bosnien und Tschetschenien als weitere Faktoren aus den Augen verloren werden). Aber das Ziel dieser Strukturen waren nun nicht mehr die totalitären Regime, sondern die "Mutter allen Übels", der "große Teufel" USA. An dieser Stelle muß aber auch darauf hingewiesen werden: So wenig der sich in der islamischen Welt institutionalisierende Radikalismus von den vorhandenen Regimen gutgeheißen wurde, so gewann er doch zunehmend unter der jungen Generation der herrschenden Clans an Sympathie. Das seit Jahren in Palästina erlebte Drama und die dort vergossenen Tränen sowie die doppelgesichtige Politik der Großmächte in dieser Frage führten zusammen mit dem grenzenlosen Gewalteinsatz der USA im Golf-Krieg, obwohl die islamischen Länder ihre Gefühle mit lauter Stimme vortrugen, dazu, daß sich zunehmend Hass gegen die USA und ihre Verbündeten ansammelte. Kurzgefaßt: Der Hintergrund der heutigen Terrorangriffe sind auf der einen Seite die totalitären und sich laizistisch gebenden Regime in den islamischen Staaten und auf der anderen Seite die USA und ihre Verbündeten, die die Welt in ungerechter Weise unter sich aufteilen und den islamischen Staaten mit einer doppelgesichtigen Politik behandeln. Wollten wir das in den vergangenen vier Tagen geschriebene kurz zusammenfassen, so ist offensichtlich, daß die Lage der islamischen Länder nicht aus sich heraus entstanden ist. Zweifellos ist diese Lage auch auf "äußere Kräfte" zurückzuführen. Aber genauso ohne Zweifel müssen die Muslime die Ursachen für die Lage in der sie sich befinden auch unter sich suchen. Warum haben die "äußeren Mächte" den Irak angegriffen? Warum greifen sie Afganistan an? Sind Saddam oder die Taliban das Schicksal der Muslime? Wenn man zunächst die USA und ihre Verbündeten, ja die ganze Welt vor den Kopf stößt und dann Prügel bezieht - wird man dann zu einem guten Muslim? Werden Staaten wie Syrien und der Irak, die mit sehr rohen laizistischen Regimen geführt werden, plötzlich aus Trotz gegen die Meinung der Welt zu Staaten mit islamischer Ordnung? Auf den ersten Blick ist es nicht mal wichtig, um was für ein Regime es sich handelt. Die Verfassungen der meisten arabischen Staaten behaupten, daß sie sich auf den Koran stützten. Aber die einzige Referenz der Führungen auf den Koran erfolgt in der Weise, daß die bestehenden Diktaturen an der Macht gehalten werden. Wir haben erklärt, daß zunächst das Profil der Referenzen des Regimes nicht wichtig ist. Wichtig ist, ob die in den islamischen Ländern lebenden Menschen (darunter auch die Nicht-Muslime) mit ihrem Leben zufrieden sind, ob sie eine humane Entwicklungsstufe erreicht haben und ob sie in einem auf den Prinzipien der Menschenrechte gestützten Ordnung leben. Ein solches System können sie erreichen, indem sie die westlichen Paradigmen vorziehen oder sie können es gestützt auf eine islamische Referenz verwirklichen. Weil wir uns ein Leben lang in einer paradoxen Verwirrung zwischen westlichen Paradigmen und gleichzeitiger Referenz auf den Westen befinden, sieht es so aus, als ob wir westliche Systeme nicht vorziehen könnten. Dann aber ist es nötig, universalistische, auf den Islam gestützte Systeme zu errichten, die den Mensch in den Mittelpunkt stellen und die Muslime vom Druck der Diktaturen zu befreien. Darum ist es nötig zunächst religiöses von historischem zu trennen. Die Vermengung von Religiösem und Historischem ist eine Abweichung, die bedauerlicherweise bereits nach dem Ableben des heiligen Propheten Mohammed eingetreten ist. Hier liegt auch die Ursache für die Vermischung von Religion und Aberglauben. Es muß anerkannt werden, daß die grundlegende Lösung darin besteht, die Sekundärquellen und den Fanatismus einzelner Gemeinden zur Seite zu schieben und zum Koran zurückzukehren. Natürlich muß man, um dies zu tun, mit den Menschen, mit der Welt in Frieden leben. Liegen wir im Streit mit der Außenwelt, so gibt es dafür auch Lösungen. Zudem würde die islamische Welt, entzöge man die auf Erdöl gestützte Wirtschaft vor allem der arabischen Ländern den Diktatoren und setzte sie zum Nutzen der Muslime ein, sofort ihr Aussehen wechseln. An diesem Punkt muß auch auf diese Tatsache hingewiesen werden: Die Alternative zu den vorhandenen Diktaturen sind weder Usame Bin Ladin noch die Taliban. Der Islam ist ein System, daß Menschen mit sich selbst und mit anderen Menschen in Frieden leben läßt. Nihilisten wie Bin Ladin haben nicht im entferntesten einen Zusammenhang mit dem Islam. Terror ist kein ideologisches, sondern ein psychologisches Problem. Für den Aufbau einer neuen islamischen Zivilisation ist nicht nur wirtschaftliche Kraft entscheidend, sondern zugleich auch intellektuelle Erfahrung bestimmend. Auch wenn es einige muslime Denker gibt, die gestützt auf den Islam universelle Werke hervorbringen, ist ihre Zahl ziemlich gering. Wir sehen, daß von diesen Denkern die größte Zahl im Westen lebt. Denn weil es in ihren Heimatländern kein freiheitliches Umfeld gibt, ist es unmöglich, Gedanken hervorzubringen. Sie finden für sich eine Lösung indem sie in die "Länder des historischen Rivalen" gehen. Wir müssen bei dieser Feststellung verweilen. Warum mußte Fazlurrahman, der zu den "klassischen" islamischen Autoren gerechnet werden kann, als er sich mit Zia ul-Hak in Auseinandersetzung befand, Pakistan verlassen? Warum lebt Seyyid Hüseyin Nasr nicht in seinem Land? Warum befindet sich Abdulkerim Surus im Iran in ernsthaftgen Schwierigkeiten? Zum Schluß möchte ich noch auf diesen Aspekt hinweisen: Muslime waren gezwungen auch in nichtmuslimischen Gesellschaften Alternativen zu entwickeln, mit deren Hilfe sie in Frieden und Wohlstand leben konnten. Wie diese Alternativen aussehen, darauf gibt es keine unmittelbare Antwort. Vor allem gibt es auf diese Frage keine militante Antwort. Die Antwort auf diese Frage werden islamische Denker und Wissernschaftler geben. |
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