Jahrgang 2 Nr. 0 vom 30.07.2001
 

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Auf dem Weg aus der Krise

Am 28. Juli trat IMF-Vizepräsident Stanley Fisher zusammen mit dem für die Wirtschaft verantwortlichen Minister Kemal Dervis und dem Zentralbank-Chef Süreyya Serdengecti vor die Presse. Hinter ihm lagen Beratungen mit den Spitzen der türkischen Wirtschaftsverwaltung, der IMF-Kommission, aber auch mit Wirtschaftskreisen, Journalisten, Bankern und Wissenschaftlern. Hatte Fisher noch vor zwei Wochen von seiner Besorgnis über das nach wie vor hohe Zinsniveau gesprochen, standen bei dieser Rede die befriedigenden Wirkungen des Erneuerungsprogramms und positiven Erwartungen im Vordergrund. Eine grundlegende Reform des Programms, insbesondere eine Veränderung der Wechselkurspolitik, wird nicht vorgenommen. Mit der Freigabe der nächsten Kreditrate durch den Internationalen Währungsfond wird am kommenden Freitag gerechnet.

Veränderungen haben sich zunächst bei der Einschätzung verwschiedener volkswirtschaftlicher Rahmendaten ergeben: für 2001 wird eine Schrumpfung des Bruttosozialprodukts um 5,5 Prozent vorausgesagt; die Außenhandelsbilanz soll einen Überschuß von 5 Milliarden Dollar zeigen; die Inflation wird auf 58 % geschätzt. Dervis rechnet mit einer 12-Monats-Inflation in einer Höhe von 30 bis 35 Prozent.

Fisher gab deutlich zu verstehen, daß für ihn kein Zweifel am Willen der Regierung bestehe, das Erneuerungsprogramm konsequent umzusetzen. Auch rechnet er aufgrund der positiven Einschätzung der Juli-Inflation mit einem Zinsrückgang in der kommenden Woche. Minister Dervis führte zudem aus, daß die positiven Wirkungen des Programms ab September auch 'auf der Straße' zu spüren sein werden. Weiterhin kündigte er an, daß in der kommenden Woche eine Delegation der Weltbank die Türkei besuchen wird, um über einen Kredit zur Einrichtung eines Auffangfonds zu verhandeln. Aufgabe des Fonds wird es sein, Firmen zu unterstützen, die angesichts der hohen Zinsen in Zahlungsschwierigkeiten gekommen sind, mittel- oder langfristig jedoch die Aussicht bieten, wieder eigenständig und gewinnbringend zu arbeiten.

Alle Sprecher drückten ihre Überzeugung aus, daß es keine Alternative zu aktuellen Wechselkurspolitik gäbe. Die Zentralbank werde jedoch unter Maßgabe des Inflationsziels immer dann intervenieren, wenn extreme Wechselkursschwankungen die Preisentwicklung nach oben treiben.

 

 

 

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