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Auch in der ersten Aprilwoche ist ein Ende der Wirtschaftskrise nicht absehbarEs macht den Eindruck, daß die Devisenkurse sich zu einem Index für das Ausmaß der Krisenerscheinungen entwickelt haben. Während der Dollarkurs am 4. April mit 1.225.000 TL seinen Gipfel erreichte, entwickelte sich die Börse uneinheitlich, ging jedoch nicht mehr unter den Indexwert von 8.000 Punkten zurück. Nach einer Erklärung von Wirtschaftsminister Dervis, daß er einen Dollarkurs von 1.1 Millionen TL zum Monatsende für realistisch halte, ging der Kurs bis zum Wochenende auf einen Wert von etwas unter 1.2 Millionen TL zurück. Dervis erklärte außerdem, daß mit der Veröffentlichung des neuen Programms für den 11. April zu rechnen sei. Er äußerte Verständnis für die Demonstrationen der Gewerbetreibenden, erklärte aber auch, daß nach und nach positiven Nachrichten hinsichtlich der ausländischen Unterstützung für das Stabilitätsprogramm einliefen. Insbesondere nach der Aktion eines Gewerbetreibenden am Dienstag, der eine Registrierkasse in Richtung des Ministerpräsidenten geschleudert hatte, breiteten sich Demonstrationen über das ganze Land aus. Zehntausende gingen auf die Straße. An einzelnen Orten wie beispielsweise Konya und Kayseri kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Es kam zu Verletzten und Festnahmen.
Wie weit das Ansehen des politischen Systems insgesamt zerrütet wurde, zeigen Zahlen des Meinungsforschungsinistutes strateji mori, die am Donnerstag (5.04.01) in der Hauptnachrichtensendung des Fernsehkanals STAR vorgestellt wurden: der Anteil der Befragten, der keiner Partei ihre Stimmen geben würde, ist seit Beginn der Wirtschaftskrise auf 60 Prozent angestiegen. Die Zahlen der letzten Erhebung im März machten deutlich, daß die aktuelle Krise auch den Oppositionsparteien nicht zu gute kam. Gleichwohl zeigt eine von der Tageszeitung SABAH am 7. April veröffentlichte Studie, daß im März der neuberufene Wirtschaftsminister Dervis breites Vertrauen der Bevölkerung genießt (51 Prozent im Durchschnitt und 65 Prozent unter Angehörigen gehobener Einkommensklassen). Die Tageszeitung RADIKAL meldete am 7. April, daß insbesondere die Abgeordneten der Koalitionsparteien zur Zeit Besuche in ihren Wahlbezirken vermeiden. Das auch die Oppositionsparteien in keiner besseren Lage sind, zeigen die Ereignisse um den Besuch des Vorsitzenden der größten Oppositionspartei, FP, im Alten Bazar in Istanbul. Während der Slogan 'Rücktritt der Regierung' die Demonstrationen der Gewerbetreibenden der letzten Tage beherrschte, wurde er hier mit dem Spruch 'Es lebe die Regierung' beantwortet. Es kam zu Rangeleien zwischen Anhängern der FP und Passanten (Radikal 7. April). |
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