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Was wird aus dem Erneuerungsprogramm?Seit Ausbruch der Krise sind jetzt mehr als vier Monate vergangen. Die Zinsen für den Bono konnten auf ungefähr die Hälfte des Märzstandes, die für das Tagesgeld auf ein Niveau von 63 Prozent gesenkt werden. Der Preis für den Dollar hat sich ungefähr verdoppelt. Die Börse hat sich leicht erhohlt, liegt aber auf Dollar-Basis immer noch deutlich unter dem Stand vor der Abwertung im Februar. Schätzungen der Privatbanken gingen davon aus, daß sich das Inflationsniveau für den Monat Juni um vier Prozent bewegen wird (Internet Haber 28.06.01) Die Inflationszahlen des Staatlichen Statistik Institutes bewegen sich sogar noch darunter: im Gesamt-Index bei 2,9 Prozent und im Verbraucher-Index bei 3,1 Prozent. Bei aller Freude über den eintretenden Inflationsrückgang wächst jedoch die Besorgnis, ob das Jahres-Inflationsziel des Erneuerungsprogramms von 52 Prozent eingehalten werden kann, hat doch der Gesamt-Index seit Jahresanfang bereits ein Niveau von 44,5 Prozent erreicht. Produktionsdaten und Umfrageergebnisse des Staatlichen Statistikinstitutes zeigen deutlich, daß die massiven Produktionseinbrüche bisher nicht ausgeglichen wurden. Dementsprechend muß davon ausgegangen werden, daß die Hundertausenden Beschäftigten, die im Zuge der Krise entlassen wurden, nach wie vor ohne Arbeit sind. Der Einzelhandel klagt weiterhin über die geringe Nachfrage, die zum einen auf die geringe Kaufkraft und zum anderen auf die große Vorsicht der Verbraucher zurückgeht. Auf der Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates wurde am vergangenen Freitag nach Meldung der Tageszeitung Cumhuriyet (30.06.01) angemahnt, daß insbesondere für die einkommensschwachen Bevölkerungsschichten etwas unternommen werden müsse. Sollten die Menschenmit geringem Einkommen weiterhin ungebremst den Preiserhöhungen ausgesetz bleiben, drohe eine soziale Explosion. In derselben Ausgabe wird der Vorsitzende der Handelskammer Ankara mit der Aussage wiedergegeben, daß der Mindestlohn bei mindestens 240 Millionen TL liegen müsse. Nach der letzten Erhöhung liegt sein Niveau jedoch bei 107 Millionen - einem Wert, der ein Überleben kaum ermöglicht. Einwände kommen jedoch auch noch von anderer Seite. Die Investitionsbank JP Morgan weist in einer gerade veröffentlichten Untersuchung darauf hin, daß das Vertrauen in die Geldwertstabilität in der Türkei nach wie vor gering sei. Dies zeige sich insbesondere an den hohen Zinssätzen. Außerdem hielten Exportbetriebe ihre Erlöse außerhalb des Landes. Auch die Erlöse aus dem Tourismus gelangten nicht auf die Märkte (Cumhuriyet 30.06.2001). Der für die Wirtschaftspolitik zuständige Minsiter Dervis geht, nachdem alle Voraussetzungen für die Freigabe der Kredithilfen von Internationalem Währungsfond und Weltbank erfüllt sind, davon aus, daß ab Juli eine spürbare Beruhigung auf den Märkten eintritt und ab dem Herbst auch die Produktion wieder anspringen wird. Zunächst muß er sich jedoch, nachdem die eigentlich für Dienstag angesetzte Direktoriumssitzung des Währungsfonds ausgesetzt wurde, mit den Bedenken der internationalen Kreditgeber auseinandersetzen. Gleichwohl wird eine baldige Freigabe der Kredite von Währungsfond und Weltbank erwartet. Weitere Informationen in |
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