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Medienschlacht in der TürkeiDie türkischen Medien haben viel Kritik erfahren. Da ist zum einen die enge Beziehung zwischen Medien und Politik - viele einflußreiche Kolumnisten sind ehemalige Politiker. Und da ist zum anderen die hohe Konzentration im Mediensektor. Nach der Verhaftung von Dinc Bilgin blieben die Dogan Gruppe und die Uzanlar Gruppe erhalten. Beide sind im Frühjahr diesen Jahres wegen der großangelegten Entlassungsaktionen im Mediensektor national und international in die Kritik geraten. Doch war zur Zeit stattfindet - eine Lawine gegenseitiger Beschuldigungen zwischen der Dogan und der Uzan-Gruppe mit Hilfe ihrer Medien - wirft ein bezeichnendes Licht auf die Misere. Seit circa einem Monat veröffentlichen die beiden Medienkonzerne in ihren Tageszeitungen und Fernsehkanälen gegenseitige Anschuldigungen. So wirft die Dogan-Gruppe ihrem Konkurenten vor, durch Finanzverschiebungen bei der zum Konzern gehörenden Cukurova Elektrik Milliarden Dollar Gewinne zu Lasten der Steuerzahler gemacht zu haben. Die Uzan Gruppe wirft wiederum dem Dogan Konzern vor, durch manipulierte Papierankäufe bei der Tageszeitung Hürriyet nicht nur die Aktieninhaber geschädigt sondern auch im großen Stil Steuern hinterzogen zu haben. Die Dogan-Gruppe reagierte auf diese Vorwürfe mit jeweils einer doppelseitigen Anzeige in der Radikal und Hürriyet, in der sie anhand von Belegen die Vorwürfe zu widerlegen versucht. Gleichzeitig geht sie zum Gegenangriff über und beschuldigt die Uzan-Gruppe, den zum Konzern gehörenden Funktelefonbetreiber Telsim zu Abhörzwecken zu benutzten. Das staunende Publikum beginnt nun sich nach und nach die Frage zu stellen, warum bei all diesen Wirtschaftsverbrechen und Skandalen bisher nicht eine öffentliche Reaktion der Staatsanwaltschaften erfolgt ist. Natürlich laufen im Hintergrund auch gerichtliche Auseinandersetzungen, doch bisher ist weder von politischer noch von juristischer Seite eine Stellungnahme erfolgt. Doch sollte sie erfolgen: In welchem Massenmedium sollte sie verbreitet werden? Natürlich gibt es noch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, den TRT. Doch erreicht dieser bei weitem nicht solch breite Kreise der Öffentlichkeit, wie beide Medienkonzerne mit ihrer geballten Macht von Fernsehn und Tageszeitungen. Was also tun, wenn sich die Medienbarone streiten? Abschalten? |
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