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Anmerkungen zum 100. Geburtstag von Nazim HikmetWeltweit wird in diesem Jahr unter Schirmherrschaft der UNESCO dem türkischen Dichter Nazim gedacht. Tatsächlich gehört Nazim Hikmet zu den berühmtesten Dichtern des 20. Jahrhunderts und sein Werk liegt in zahlreichen Sprachen vor. Da nun vielerorts Berichte, Biographien und Werkausschnitte veröffentlicht werden, sollen hier neben einige Hinweisen auf solche Beiträge vor allem die Aufnahme dieser Feiern in der Türkei zur Sprache kommen. Nun muß man vorausschicken, daß Nazim Hikmet Kommunist war, daß er 13 Jahre in einem türkischen Gefängnis verbrachte und er nach seiner Flucht aus der Türkei zwangsweise ausgebürgert wurde. Obwohl er auch in der Öffentlichkeit immer als großer türkischer Dichter auch in der Türkei angesprochen wird, ist der öffentliche Umgang mit diesem "großen Türken" nicht immer einfach. Nach wie vor werden Gedichte von Nazim Hikmet nicht in türkische Schulbücher aufgenommen. Gleichwohl sind seine Bücher frei verkäuflich. Im Vorfeld der UNESCO Schirmherrschaft in diesem Jahr gab es verstärkte Bemühungen, Nazim Hikmet posthum wieder zu seiner türkischen Staatsbürgerschaft zu verhelfen, was jedoch zumindest den Widerstand der MHP hervorrief (auch wenn von Alpaslan Türkes, dem Gründer der MHP überliefert ist, daß er ein Bewunderer des Dichters war). Schulbuchausschluß und Entzug der Staatsbürgerschaft sind jedoch für das türkische Kulturministerium kein Hinderungsgrund, eine Biographie Nazim Hikmets ins Internet zu stellen oder am 14. Januar eine große Feier im Atatürk Kultur Zentrum in Istanbul durchzuführen. An der Feier nahm unter anderem auch Zülfi Livaneli teil, dessen Vertonungen von Hikmet-Gedichten internationale Berühmtheit erlangten. Interessant war auch der am Freitag (11. Januar) in der Tageszeitung "Radikal" erschienene Bericht über die 'Geburtstagsfeier' für den Dichter in London. Der Autor beginnt seinen Bericht mit einer Episode, die ein Schlaglicht auf den Stellenwert Hikmets in der Türkei wirft: Eine Straßenkontrolle auf der Bosporus-Brücke unmittelbar nach dem Militärputsch von 1980, bei der der Autor wegen des Besitzes einiger Gedichtsbände von Hikmet verhaftet werden soll und nur unter Mühen wieder freikommt. In den Wochenend-Ausgaben widmeten einige Zeitungen (Hürriyet, Radikal, Aksam) große Artikel den letzten Tagen des Autors und schildern seinen Tod als ein Ergebnis eines Beziehungsdramas zwischen seiner letzten Frau und einer erst jetzt bekanntgewordenen letzten Geliebten. |
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