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Dossiers in der Istanbul Post
Die Dossiers haben die Aufgabe, Artikel zu Themenschwerpunkten zu sammeln
und damit eine leichtere Information zu gewährleisten. Jedes Dossier
hat - wenn es "ausgewachsen" ist - neben einem Deckblatt mit
einer kurzen Einführung, eine Artikelliste und eine Linksammlung.
Die Dossiers werden in unregelmäßigen Abständen aktualisiert
und Artikel neuerer Ausgaben hinzugefügt.
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Vom Umgang mit Minderheiten
Die Türkei stellt sich selbst immer wieder
gern als ein Land mit einer jahrhundertelangen Tradition gelungenen
Zusammenlebens unterschiedlicher Völker dar. Spätestens
im 20. Jahrhundert jedoch sind Veränderungen eingetreten, die
weitgehend zum Verschwinden der nichtmuslimischen Völker geführt
haben. Armenier, Juden und Griechen, die im 19. Jahrhundert noch
einen maßgeblichen gesellschaftlichen Einfluß besaßen,
sind nur noch als verstreute Gemeinden vorhanden, die Schwierigkeiten
haben, ihr Gemeindeleben aufrecht zu erhalten. Einen maßgeblichen
Anteil daran hatte eine teils offene teils versteckte Turkisierungspolitik,
die die Gemeinden mal ökonomisch mal physisch drangsalierte.
Doch auch wenn Vergleiche zu nationalistischer und rassistischer
Politik in West-Europa naheliegen, überwiegen bei genauerem
Hinsehen die Unterschiede.
Stand: 5.05.2002; 6 Artikel
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Die Aleviten
Sie wollen so gar nicht in das Bild passen, das
gemeinhin vom Islam verbreitet wird. Sie stehen vielen für
die liberale und demokratische Tradition in der Türkei. Sie
gelten als Garanten für eine Trennung von Religion und Staat.
Sie haben über jahrzehnte wichtigen Anteil an linken Bewegungen
gehabt. Jahrhundertelang lebten sie ihr religiöses Bekenntnis
im verborgenen - seit etwa 10 Jahren treten sie verstärkt öffentlich
in Erscheinung. Doch trotz früherer Geheimhaltung haben sie
nachhaltigen Einfluß auf die Volkskultur gehabt. (...)
Stand 5.05.2002; 4 Artikel
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Zypern - die Türkei
und die EU
Der Zypern-Konflikt und die Auseinandersetzung
über einen Beitritt der Republik Zypern zur EU gehören
zu den wichtigsten Streitpunkten in den Beziehungen zwischen EU
und Türkei.
(...)
Stand: 4.01.2002; 19 Artikel
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Schließung der Tugendpartei
Nach mehr als 25 monatiger Prozeßzeit erging
das Schließungsurteil gegen die Tugendpartei. Im Mittelpunkt
des Urteils stand der Vorwurf, daß die Tugendpartei (Fazilet
Partisi, FP) sich zum Brennpunkt verfassungsfeindlicher Bewegungen
entwickelt habe. Festgemacht wurde dieser Vorwurf an der Auseinandersetzung
über das Tragen einer bestimmten Form von Kopftuch (Türban)
im Parlament. (...)
Stand: 5.05.2002;16 Artikel
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Hungerstreik
Die Hungerstreiks der politischen Gefangenen begannen
im September 2000 in mehr als 40 Gefängnissen. Ziele des Hungerstreiks
waren vor allem die Verbesserung der Haftbedingungen sowie die Verhinderung
der neuen Hochsicherheitsgefängnisse (F-Typ Gefängnisse).
Am 19. Dezember 2000 begann die Regierung die Aktion
"Rückkehr ins Leben" (Hayata Dönüs), mit
der versucht wurde, den Hungerstreik zu brechen. Die Kämpfe
in den Gefängnissen dauerten mehrere Tage und forderten bis
zum 21. Dezember 20 Tote, davon zwei Jandarma. (...)
Stand: 5.05.2002; 8Artikel
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Korruption
Als beim Treffen von Davos im Januar 2001 eine
internationale Studie vorgestellt wurde, bei der die Türkei
im Hinblick auf Korruption auf Platz vier einer Weltliste gelangte,
wurde dies in der türkischen Presse zwar als peinlich wahrgenommen,
nicht aber mit Erstaunen.
Die großangelegten Anti-Korruptionskampagnen
von Polizei, Zoll, Finanzbehörden und Justiz, die zu zahlreichen
Festnahmen insbesondere bekannter Geschäftsleute führten,
haben zwar ein Schlaglicht auf die Korruptionslandschaft werfen
können, daß Thema selbst ist jedoch ein alltägliches.
Korruption in ihren verschiedenen Formen existiert nicht erst seit
gestern und viele Menschen haben sich damit eingerichtet. (...)
Stand: 5.05.2002; 2 Artikel
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Wirtschaftskrise
Mit dem Eklat zwischen Staatspräsident Sezer
und Ministerpräsident Ecevit während der Sitzung des Nationalen
Sicherheitsrates am 19. Februar nahm eine der tiefsten Wirtschaftskrisen
der türkischen Geschichte ihren Ausgangspunkt.
Bereits im November 2000 war es zu heftigen Turbulenzen
auf den Finanzmärkten gekommen. Als mögliche Ursachen
waren Versäumnisse bei angekündigten Reformen, das anwachsende
Außenhandelsdefizit, eine starke Abwertungserwartung sowie
die prekäre Finanzsituation einer Reihe von Banken angeführt
worden. (...)
Stand: 5.05.2002; 34 Artikel
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Die Türkei und die EU
Verfolgt man die jahrelangen Bemühungen der
Türkei, der EU beizutreten, beschleicht einen das Gefühl,
tatsächlich eine endlose Geschichte zu erleben. Die Beziehungen
sind kompliziert und auf beiden Seiten mit Empfindlichkeiten besetzt.
Läßt man die eigentliche Hautfrage,
wer einen EU-Eintritt der Türkei - in der EU und in der Türkei
- eigentlich will, einmal beiseite, so ergeben sich regelmäßig
zwei Konstellationen: Zum einen rechnet die EU der Türkei ihre
Mängel vor und stellt klar, daß bis zum Beitritt noch
ein langer Weg zurückzulegen ist. Zum anderen wirft die Türkei
der EU immer wieder Bevormund und ein unredliches Spiel vor: Immer
häufiger ist die Einschätzung zu hören, daß
die EU ein Verband christlicher Staaten sei, die die Türkei
wegen ihrer islamischen Prägung nicht dabei haben will.
Stand: 5.05.2002; 14 Artikel
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Medien
Zweifellos sind Medien eines der zentralsten Elemente
zur Herstellung von Öffentlichkeit. Ihre Funktionstüchtigkeit
und Unabhängigkeit sind Grundvoraussetzungen für Demokratie
und zur Wahrung der Menschenrechte. Wohl nicht zuletzt aus diesem
Grund spricht man auch von den Medien als "vierter Gewalt"
neben Parlament, Regierung und Justiz. (...)
Stand: 5.05.2002; 11 Artikel
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Diskussion über
den Islam
Nach den Terroranschlägen vom 11. September
hat in den USA und in Westeuropa ein breiteres Interesse am Islam
eingesetzt. In den islamisch geprägten Ländern hat demgegenüber
die These vom "Krieg der Kulturen" (Huntington) und die
Zunahme von Überfällen auf Muslime im westlichen Ausland
zu einer tiefen Besorgnis geführt. Tatsächlich hat auch
in der Türkei die Diskussion über den Islam eine neue
Dimension erfahren.
Die Türkei versteht sich selbst als laizistisches
Land. Dies bedeutet, daß der Religion ein Einfluß auf
die Politik nicht zugestanden wird. Umgekehrt bedeutet es auch,
daß die Religionsausübung unter staatliche Kontrolle
gestellt ist. Der Bedeutungsgewinn islamistischer Parteien in den
späten 80er und den 90er Jahren wiederum führte zu heftigen
innenpolitischen Kontroversen. Zwei Parteien dieses Spektrums, die
Wohlfahrts- und die Tugendpartei wurden in den 90er Jahren verboten.
Ihnen wurde vorgeworfen, die bestehende laizistische Ordnung der
Türkei zugunsten einer islamischen ändern zu wollen oder
diesbezügliche gesellschaftliche Kräfte unterstützt
zu haben. (...)
Stand: 4.01.2002; 4 Artikel
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Ausländer-sein in der Türkei
Natürlich machen jedes Jahr Millionen von
Menschen die Erfahrung, dass die Türkei ein gastfreundliches
Land ist. DasLand, dass große Hoffnungen auf den Tourismus
als ein wichtiges Hilfsmittel zur Rettung aus der anhaltenden Wirtschaftskrise
setzt, bemüht sich intensiv um Besucher. So machen einreisende
Touristen aus europäischen Ländern meist die Erfahrung,
daß der Umgang mit Zoll und Grenzkontrollen äußerst
einfach sei. Nichteinmal einen Pass muß man vorzeigen ...
Dabei entsteht leicht ein verfälschtes Bild.
Jeder, der versucht hat, länger als die zugestandenen 90 Tage
Visumsfreien Aufenthalt im Lande zu bleiben, weiß, daß
es auch in der Türkei eine Ausländerbehörde gibt.
Auf Antrag kann für deutsche Touristen der Aufenthalt um weitere
drei Monate verlängert werden. Man erhält dann gegen eine
vergleichsweise hohe Gebühr eine kleines blaues Heftchen, das
die Aufenthaltsgenehmigung zu touristischen Zecken beinhaltet und
ausdrücklich die Arbeitsaufnahme untersagt.
Stand: 5.05.02; 7 Artikel
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Ausländische Firmenbeteiligungen
Für manche sind ausländische Direktinvestionen
ein Zauberwort für die Entwicklung von Volkswirtschaften. Andere
sehen darin eine neue Stufe internationaler Ausbeutung und fassen
den Prozeß unter "Globalisierung" zusammen. Seit
dem Ausbruch der Wirtschaftskriser vor mehr als einem Jahr ist der
Anwerbung ausländischer Investoren in der Türkei vermehrt
Aufmerksamkeit geschenkt worden. Oben an stehen dabei Liberalisierungsdiskussionen
und Entbürokratisierung. Die Istanbul Post hat begonnen nachzufragen
und wird in diesem Dossier Fakten zum Stand ausländischer Investitionen,
Positionen von Verbänden und internationalen Organisationen
sowie Schlaglichter auf die türkische Diskussion zum Thema
zusammenführen.
Stand: 5.05.2002; 4 Artikel
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Architektur
Istanbul ist eine der schönsten Städte
der Welt ...
Was aber macht eine Stadt schön? Ist es der
Gedanke, auch dort leben zu wollen? Sind es die schönen Gebäude?
Die Landschaft der Stadt?
Istanbul ist nicht nur eine schöne Stadt,
sondern zugleich auch eine der bevölkerungsreichsten Städte
der Welt. Ob in Istanbul nun 10 oder 15 Millionen Menschen leben,
weiß man nicht genau. Istanbul ist außerdem eine alte
Stadt. Über zwei Jahrtausende hinweg war sie Zentrum von Weltreichen.
Für das Leben in einer Stadt ist ihr "Gesicht"
von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Die Erhaltung historischer
Bausubstanz ist darum ein Beitrag, Einwohner zu Bürger zu machen,
die sich mit dieser Stadt identifizieren können. Natürlich
kann es dabei jedoch nicht nur um die Herstellung von Postkartenansichten
gehen. Historische Bausubstanz vor allem unter dem Gesichtspunkt
des Tourismus zu sehen, würde gleichermaßen den Kerngedanken
von "Stadt" verfehlen. Was an einer Stadt faszinieren
kann, ist das Leben in ihr. Dazu sind Landschaft und Bebauung natürlich
wichtig. Aber nur, wenn die Menschen auch Zugang haben und die öffentlichen
Räume in Besitz nehmen (können), entsteht wirkliches Großstadtleben.
(...)
Stand: 5.05.2002; 5 Artikel
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Marmara Erdbeben
Am 17. August, früh morgens erschütterte
ein Erdbeben die Marmara-Region. Das Beben mit Stärke 7,4 forderte
nach offiziellen Angaben 15.226 Tote und 23.982 Verletzte. Die Folgen
des Bebens reichen jedoch weiter. Als Hauptursache für die
hohe Zahl der Toten und die gravierenden Schäden werden Baumängel
und fehlende Planung bzw. Unterlassungssünden bei der Bauaufsicht
angeführt. Mangelnde Vorbereitung und Pannen beim Katastrophenschutz
führten einerseits zu einem massiven Gesichtsverlust von Staat
und traditionellen Organisationen, andererseits jedoch auch zu einem
starken Aufwind für 'zivilgesellschaftliche' Organisationen.
Stand: 5.05.2002; 13 Artikel
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Korruption, Schwarzgeld,
organisiertes Verbrechen
In den Jahren seit 1990 haben eine Reihe großer Korruptionsskandale
zu einer nachhaltigen Diskussion geführt. Der Susurluk-Skandal
demgegenüber warf ein Schlaglicht auf die Verbindung zwischen
Sicherheitsorganen, Politik und organisiertem Verbrecher. Gleichzeitig
gilt die Türkei als eines der wichtigsten Transitländer
im internationalen Drogenhandel. Verstärkte Aufmerksamkeit
genießt außerdem in der letzten Zeit die Bekämpfung
des Menschenhandels. Auf einer ganzen Reihe von Feldern wurden Maßnahmepakete
geschnürt und Kampagnen gestartet. Das Dossier verfolgt das
Anliegen, in loser Folge über den Diskussionsstand, Maßnahmen
und Ergebnisse zu berichten.
Stand: 5.05.2002; 11 Artikel
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Ausländer-sein in der Türkei
Vom Umgang mit Minderheiten
Die Aleviten
Zypern - die Türkei und die EU
Schließung der Tugendpartei
Hungerstreik
Korruption
Wirtschaftskrise
Die Türkei und die EU
Medien
Diskussion über den Islam
Ausländische Firmenbeteiligungen
Architektur
Marmara Erdbeben
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