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Jahrgang 3 Nr. 12 vom 24.03.2003
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Dossiers in der Istanbul Post

Die Dossiers haben die Aufgabe, Artikel zu Themenschwerpunkten zu sammeln und damit eine leichtere Information zu gewährleisten. Jedes Dossier hat - wenn es "ausgewachsen" ist - neben einem Deckblatt mit einer kurzen Einführung, eine Artikelliste und eine Linksammlung. Die Dossiers werden in unregelmäßigen Abständen aktualisiert und Artikel neuerer Ausgaben hinzugefügt.

 

Vom Umgang mit Minderheiten

Die Türkei stellt sich selbst immer wieder gern als ein Land mit einer jahrhundertelangen Tradition gelungenen Zusammenlebens unterschiedlicher Völker dar. Spätestens im 20. Jahrhundert jedoch sind Veränderungen eingetreten, die weitgehend zum Verschwinden der nichtmuslimischen Völker geführt haben. Armenier, Juden und Griechen, die im 19. Jahrhundert noch einen maßgeblichen gesellschaftlichen Einfluß besaßen, sind nur noch als verstreute Gemeinden vorhanden, die Schwierigkeiten haben, ihr Gemeindeleben aufrecht zu erhalten. Einen maßgeblichen Anteil daran hatte eine teils offene teils versteckte Turkisierungspolitik, die die Gemeinden mal ökonomisch mal physisch drangsalierte. Doch auch wenn Vergleiche zu nationalistischer und rassistischer Politik in West-Europa naheliegen, überwiegen bei genauerem Hinsehen die Unterschiede.

Stand: 5.05.2002; 6 Artikel

Die Aleviten

Sie wollen so gar nicht in das Bild passen, das gemeinhin vom Islam verbreitet wird. Sie stehen vielen für die liberale und demokratische Tradition in der Türkei. Sie gelten als Garanten für eine Trennung von Religion und Staat. Sie haben über jahrzehnte wichtigen Anteil an linken Bewegungen gehabt. Jahrhundertelang lebten sie ihr religiöses Bekenntnis im verborgenen - seit etwa 10 Jahren treten sie verstärkt öffentlich in Erscheinung. Doch trotz früherer Geheimhaltung haben sie nachhaltigen Einfluß auf die Volkskultur gehabt. (...)

Stand 5.05.2002; 4 Artikel

Zypern - die Türkei und die EU

Der Zypern-Konflikt und die Auseinandersetzung über einen Beitritt der Republik Zypern zur EU gehören zu den wichtigsten Streitpunkten in den Beziehungen zwischen EU und Türkei.

(...)

Stand: 4.01.2002; 19 Artikel

Schließung der Tugendpartei

Nach mehr als 25 monatiger Prozeßzeit erging das Schließungsurteil gegen die Tugendpartei. Im Mittelpunkt des Urteils stand der Vorwurf, daß die Tugendpartei (Fazilet Partisi, FP) sich zum Brennpunkt verfassungsfeindlicher Bewegungen entwickelt habe. Festgemacht wurde dieser Vorwurf an der Auseinandersetzung über das Tragen einer bestimmten Form von Kopftuch (Türban) im Parlament. (...)

Stand: 5.05.2002;16 Artikel

Hungerstreik

Die Hungerstreiks der politischen Gefangenen begannen im September 2000 in mehr als 40 Gefängnissen. Ziele des Hungerstreiks waren vor allem die Verbesserung der Haftbedingungen sowie die Verhinderung der neuen Hochsicherheitsgefängnisse (F-Typ Gefängnisse).

Am 19. Dezember 2000 begann die Regierung die Aktion "Rückkehr ins Leben" (Hayata Dönüs), mit der versucht wurde, den Hungerstreik zu brechen. Die Kämpfe in den Gefängnissen dauerten mehrere Tage und forderten bis zum 21. Dezember 20 Tote, davon zwei Jandarma. (...)

Stand: 5.05.2002; 8Artikel

Korruption

Als beim Treffen von Davos im Januar 2001 eine internationale Studie vorgestellt wurde, bei der die Türkei im Hinblick auf Korruption auf Platz vier einer Weltliste gelangte, wurde dies in der türkischen Presse zwar als peinlich wahrgenommen, nicht aber mit Erstaunen.

Die großangelegten Anti-Korruptionskampagnen von Polizei, Zoll, Finanzbehörden und Justiz, die zu zahlreichen Festnahmen insbesondere bekannter Geschäftsleute führten, haben zwar ein Schlaglicht auf die Korruptionslandschaft werfen können, daß Thema selbst ist jedoch ein alltägliches. Korruption in ihren verschiedenen Formen existiert nicht erst seit gestern und viele Menschen haben sich damit eingerichtet. (...)

Stand: 5.05.2002; 2 Artikel

Wirtschaftskrise

Mit dem Eklat zwischen Staatspräsident Sezer und Ministerpräsident Ecevit während der Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates am 19. Februar nahm eine der tiefsten Wirtschaftskrisen der türkischen Geschichte ihren Ausgangspunkt.

Bereits im November 2000 war es zu heftigen Turbulenzen auf den Finanzmärkten gekommen. Als mögliche Ursachen waren Versäumnisse bei angekündigten Reformen, das anwachsende Außenhandelsdefizit, eine starke Abwertungserwartung sowie die prekäre Finanzsituation einer Reihe von Banken angeführt worden. (...)

Stand: 5.05.2002; 34 Artikel

Die Türkei und die EU

Verfolgt man die jahrelangen Bemühungen der Türkei, der EU beizutreten, beschleicht einen das Gefühl, tatsächlich eine endlose Geschichte zu erleben. Die Beziehungen sind kompliziert und auf beiden Seiten mit Empfindlichkeiten besetzt.

Läßt man die eigentliche Hautfrage, wer einen EU-Eintritt der Türkei - in der EU und in der Türkei - eigentlich will, einmal beiseite, so ergeben sich regelmäßig zwei Konstellationen: Zum einen rechnet die EU der Türkei ihre Mängel vor und stellt klar, daß bis zum Beitritt noch ein langer Weg zurückzulegen ist. Zum anderen wirft die Türkei der EU immer wieder Bevormund und ein unredliches Spiel vor: Immer häufiger ist die Einschätzung zu hören, daß die EU ein Verband christlicher Staaten sei, die die Türkei wegen ihrer islamischen Prägung nicht dabei haben will.

Stand: 5.05.2002; 14 Artikel

Medien

Zweifellos sind Medien eines der zentralsten Elemente zur Herstellung von Öffentlichkeit. Ihre Funktionstüchtigkeit und Unabhängigkeit sind Grundvoraussetzungen für Demokratie und zur Wahrung der Menschenrechte. Wohl nicht zuletzt aus diesem Grund spricht man auch von den Medien als "vierter Gewalt" neben Parlament, Regierung und Justiz. (...)

Stand: 5.05.2002; 11 Artikel

 

Diskussion über den Islam

Nach den Terroranschlägen vom 11. September hat in den USA und in Westeuropa ein breiteres Interesse am Islam eingesetzt. In den islamisch geprägten Ländern hat demgegenüber die These vom "Krieg der Kulturen" (Huntington) und die Zunahme von Überfällen auf Muslime im westlichen Ausland zu einer tiefen Besorgnis geführt. Tatsächlich hat auch in der Türkei die Diskussion über den Islam eine neue Dimension erfahren.

Die Türkei versteht sich selbst als laizistisches Land. Dies bedeutet, daß der Religion ein Einfluß auf die Politik nicht zugestanden wird. Umgekehrt bedeutet es auch, daß die Religionsausübung unter staatliche Kontrolle gestellt ist. Der Bedeutungsgewinn islamistischer Parteien in den späten 80er und den 90er Jahren wiederum führte zu heftigen innenpolitischen Kontroversen. Zwei Parteien dieses Spektrums, die Wohlfahrts- und die Tugendpartei wurden in den 90er Jahren verboten. Ihnen wurde vorgeworfen, die bestehende laizistische Ordnung der Türkei zugunsten einer islamischen ändern zu wollen oder diesbezügliche gesellschaftliche Kräfte unterstützt zu haben. (...)

Stand: 4.01.2002; 4 Artikel

Ausländer-sein in der Türkei

Natürlich machen jedes Jahr Millionen von Menschen die Erfahrung, dass die Türkei ein gastfreundliches Land ist. DasLand, dass große Hoffnungen auf den Tourismus als ein wichtiges Hilfsmittel zur Rettung aus der anhaltenden Wirtschaftskrise setzt, bemüht sich intensiv um Besucher. So machen einreisende Touristen aus europäischen Ländern meist die Erfahrung, daß der Umgang mit Zoll und Grenzkontrollen äußerst einfach sei. Nichteinmal einen Pass muß man vorzeigen ...

Dabei entsteht leicht ein verfälschtes Bild. Jeder, der versucht hat, länger als die zugestandenen 90 Tage Visumsfreien Aufenthalt im Lande zu bleiben, weiß, daß es auch in der Türkei eine Ausländerbehörde gibt. Auf Antrag kann für deutsche Touristen der Aufenthalt um weitere drei Monate verlängert werden. Man erhält dann gegen eine vergleichsweise hohe Gebühr eine kleines blaues Heftchen, das die Aufenthaltsgenehmigung zu touristischen Zecken beinhaltet und ausdrücklich die Arbeitsaufnahme untersagt.

Stand: 5.05.02; 7 Artikel

Ausländische Firmenbeteiligungen

Für manche sind ausländische Direktinvestionen ein Zauberwort für die Entwicklung von Volkswirtschaften. Andere sehen darin eine neue Stufe internationaler Ausbeutung und fassen den Prozeß unter "Globalisierung" zusammen. Seit dem Ausbruch der Wirtschaftskriser vor mehr als einem Jahr ist der Anwerbung ausländischer Investoren in der Türkei vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt worden. Oben an stehen dabei Liberalisierungsdiskussionen und Entbürokratisierung. Die Istanbul Post hat begonnen nachzufragen und wird in diesem Dossier Fakten zum Stand ausländischer Investitionen, Positionen von Verbänden und internationalen Organisationen sowie Schlaglichter auf die türkische Diskussion zum Thema zusammenführen.

Stand: 5.05.2002; 4 Artikel

Architektur

Istanbul ist eine der schönsten Städte der Welt ...

Was aber macht eine Stadt schön? Ist es der Gedanke, auch dort leben zu wollen? Sind es die schönen Gebäude? Die Landschaft der Stadt?

Istanbul ist nicht nur eine schöne Stadt, sondern zugleich auch eine der bevölkerungsreichsten Städte der Welt. Ob in Istanbul nun 10 oder 15 Millionen Menschen leben, weiß man nicht genau. Istanbul ist außerdem eine alte Stadt. Über zwei Jahrtausende hinweg war sie Zentrum von Weltreichen.

Für das Leben in einer Stadt ist ihr "Gesicht" von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Die Erhaltung historischer Bausubstanz ist darum ein Beitrag, Einwohner zu Bürger zu machen, die sich mit dieser Stadt identifizieren können. Natürlich kann es dabei jedoch nicht nur um die Herstellung von Postkartenansichten gehen. Historische Bausubstanz vor allem unter dem Gesichtspunkt des Tourismus zu sehen, würde gleichermaßen den Kerngedanken von "Stadt" verfehlen. Was an einer Stadt faszinieren kann, ist das Leben in ihr. Dazu sind Landschaft und Bebauung natürlich wichtig. Aber nur, wenn die Menschen auch Zugang haben und die öffentlichen Räume in Besitz nehmen (können), entsteht wirkliches Großstadtleben. (...)

Stand: 5.05.2002; 5 Artikel

Marmara Erdbeben

Am 17. August, früh morgens erschütterte ein Erdbeben die Marmara-Region. Das Beben mit Stärke 7,4 forderte nach offiziellen Angaben 15.226 Tote und 23.982 Verletzte. Die Folgen des Bebens reichen jedoch weiter. Als Hauptursache für die hohe Zahl der Toten und die gravierenden Schäden werden Baumängel und fehlende Planung bzw. Unterlassungssünden bei der Bauaufsicht angeführt. Mangelnde Vorbereitung und Pannen beim Katastrophenschutz führten einerseits zu einem massiven Gesichtsverlust von Staat und traditionellen Organisationen, andererseits jedoch auch zu einem starken Aufwind für 'zivilgesellschaftliche' Organisationen.

Stand: 5.05.2002; 13 Artikel

Korruption, Schwarzgeld, organisiertes Verbrechen

In den Jahren seit 1990 haben eine Reihe großer Korruptionsskandale zu einer nachhaltigen Diskussion geführt. Der Susurluk-Skandal demgegenüber warf ein Schlaglicht auf die Verbindung zwischen Sicherheitsorganen, Politik und organisiertem Verbrecher. Gleichzeitig gilt die Türkei als eines der wichtigsten Transitländer im internationalen Drogenhandel. Verstärkte Aufmerksamkeit genießt außerdem in der letzten Zeit die Bekämpfung des Menschenhandels. Auf einer ganzen Reihe von Feldern wurden Maßnahmepakete geschnürt und Kampagnen gestartet. Das Dossier verfolgt das Anliegen, in loser Folge über den Diskussionsstand, Maßnahmen und Ergebnisse zu berichten.

Stand: 5.05.2002; 11 Artikel

 

 

 

 

 

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Last modified: 23.03.2003