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Istanbul Post
Das  wöchentliche deutschsprachige  Internetmagazin  der  Türkei

 

Jahrgang 5 Nr. 33 vom 4.09.2008
Titel 

 

Aktueller Wochenspiegel

Der August

Mit beträchtlicher Neugierde wird der Armenien-Besuch von Staatspräsidenten Abdullah Gül auf Einladung seines armenischen Amtskollegen anläßlich des Fußballländerspiels am 6. September erwartet. Auch wenn es sich um einen inoffiziellen Besuch handelt, wird der Besuch als Geste guten Willens betrachtet. Gleichwohl rechnet angesichts einer Reihe schwerwiegender Differenzen zwischen beiden Ländern niemand damit, dass kurzfristig eine tiefgreifende Änderung eintreten wird.

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Aktuelle Beiträge

Das Dilemma mit der Freiheit

von Orkan Özcelik

Verhüllte Frauen, die auf ihr Recht auf Zugang zu den Universitäten drängen, Demonstrationen von Aleviten, die auf ihr Recht auf Gleichberechtigung in Bezug zu den Sunniten und der türkischen Religionsbehörde Diyanet aufmerksam machen, Frauen die sich verstört und verärgert darüber zeigen, dass ihnen nahegelegt wird sich züchtiger zu kleiden…

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Das neue Gesicht des Islam
X. Der interreligiöse Dialog und die christlichen Kirchen

Die in den letzten Folgen angestellten Überlegungen zum interreligiösen Dialog mögen für manchen Leser insofern etwas befremdlich gewesen, als sie diesen Dialog im Anschluss an die philosophische Hermeneutik Gadamers und anderer, sowie verbunden mit Erfahrungen der christlichen und islamischen Mystik als einen mehr oder weniger voraussetzungslosen und auf die Unterscheidung von wahr und falsch verzichtenden Verstehensprozess zwischen Menschen verschiedener Religionen beschrieben haben, in dem die Dialogpartner sich sowohl der eigenen Wahrheit verpflichtet fühlen, als auch offen sind nicht einfach nur für die Botschaft, sondern für die Wahrheit des anderen Glaubens. Weiter wurde davon ausgegangen, dass es zwischen den verschiedenen Kulturen und Religionen so etwas wie einen „Transfer von Wahrheit“ gibt, was wiederum bedeutet, dass die Essenz der verschiedenen Religionen und Glaubensweisen (und Kulturen überhaupt) keine fest umrissene und statische Größe ist, sondern vielgestaltig und in ständigem Wandel begriffen.

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Die Krisen gehen in die Sommerpause

von Stefan Hibbeler

Am vergangenen Freitag beschloss das Parlament bis zum 1. Oktober die jährliche Sommerpause anzutreten. Die Entscheidung fiel, nachdem das Verfassungsgericht den Verbotsantrag gegen die AKP abgelehnt, die Partei jedoch zur Zurückzahlung der Hälfte der Parteienfinanzierung für dieses Jahr zu verurteilen.

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Sensibles Thema: Verwandtenehen

Claus Stille

Tabu-Themen sind rar geworden. Dennoch gibt es Dinge zwischen Himmel und Erde, an die sich so gut wie niemand heran wagt. Stichwort: Verwandtenehe. Eheschließungen unter Familienmitgliedern waren etwa früher in Königshäusern durchaus üblich. Inzwischen gehört diese Praxis der Vergangenheit an.

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Das neue Gesicht des Islam - IX. Die kulturalistische Falle

von Walter Reichel

Jedes interreligiöse (bzw. überhaupt interkulturelle) Konzept, das anderen Religionen den gleichen Anspruch an Wahrheit zugesteht wie der eigenen Religion, steht in der Gefahr, in etwas hinzutappen, was man als kulturalistische oder auch relativistische Falle bezeichnen könnte. Ausgehend von der – zunächst richtigen und auch hier vertretenen – Auffassung, dass Religionen (wie überhaupt Kulturen) ein integratives und in dieser Hinsicht „wahres“ System darstellen, um sich selbst, die anderen Menschen und die Welt in einer bestimmten Perspektive (für die letztlich der Begriff Gott steht) zu verstehen und entsprechend handeln zu können, wird daraus nicht selten der Schluss gezogen, dass man, habe man einmal der anderen Religion Wahrheit zugestanden, auch alle einzelnen Erscheinungen dieser Religion als wahr akzeptieren, sowie auch den Austausch von Ideen zwischen den verschiedenen Religionen und Kulturen nicht nur nicht wollen, sondern für praktisch nicht möglich halten müsse. Das aber würde dann mindestens eine Art Apartheid zwischen Kulturen und Religion, wenn nicht gar einen „Kampf der Kulturen“ bedeuten.

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Das neue Gesicht des Islam
VIII. Gewissheit und Toleranz

von Walter Reichel

Durch die Reformation wird eine neue Entwicklung mit weitreichenden Konsequenzen eingeleitet, die allerdings – alte Gewohnheiten ändern sich bekanntlich nur langsam – erst nach und nach deutlich werden. Uns interessiert im Zusammenhang unserer Überlegungen nur der Kern der reformatorischen Theologie und das hierin enthaltene Potential, den anderen Glauben zu tolerieren und – mehr noch – zu verstehen. Wenn hier von Potential gesprochen wird, dann soll damit angedeutet werden, dass es etwa zwei Jahrhunderte dauerte, bis dieses Potential tatsächlich wirksam zu werden begann.

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Ausbrechender Konflikt in der türkischen Gesellschaft

von Orkan Özcelik

Es ist zum einen erstaunlich und zum anderen erschreckend wie sich unterschiedliche politische Ansichten immer wieder bemerkbar machen. Es fängt im Kleinen an und zieht sich bis hin zu größeren Gesinnungsgruppen, welche ihren Standpunkt durchzusetzen versuchen. Die Rede ist vom so genannten laizistischen Lager auf der einen und dem so genannten islamisch-konservativen Lager auf der anderen Seite. Dabei gibt es derart viele facettenreiche und sich unterscheidende Ansichten innerhalb der jeweiligen Lager, dass selbst eine so einfache Zweiteilung eigentlich nicht ausreicht um die Gesamtsituation zutreffend beschreiben zu können.

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Droht ein neuer Militärputsch?

Zur Geschichte und Gegenwart der Rolle der Armee in der Türkei

von: Markus Müller

Nimmt man den – freilich durch jahrzehntelange Einflussnahme der Generalität auf Bildungssystem und öffentliche Meinung entstandenen – türkischen Volksmund beim Wort, so besteht kein Zweifel daran, dass ein jeder, dem türkisches Blut durch die Adern fließt, schon von Geburt an ein glühender Verfechter militaristischen Gedankengutes, kurzum ein geborener Soldat ist. Dabei manifestiert sich diese Annahme, zunächst nicht nur in eigenwilligen Sprichwörtern und Redensarten, sondern ist ein lebendiger Bestandteil der türkischen Kultur.

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Versucht die PKK junge Kurden in Deutschland zu instrumentalisieren?

Menschenrechtler Saydam: Friedlicher Dialog nur ohne Gewalt möglich

Claus Stille

Die Hoffnung, die von PKK-Terroristen auf dem Berg Ararat entführten drei deutschen Touristen, könnten – ähnlich wie bei früheren Entführungen - bald wieder frei kommen, erfüllte sich bislang leider nicht.

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Das neue Gesicht des Islam

VII. Toleranz und Gewissheit

von Walter Reichel

Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Huber, hat im Februar 2007 in Hamburg in einer Rede zum „Dialog der Religionen“ die These vertreten: „Tolerant kann nur sein, wer in seiner eigenen Glaubensgewissheit beheimatet ist.“ Diese These scheint nicht nur auf den ersten Blick paradox und der Überprüfung wert, da sie doch zwei Positionen miteinander vereint, die vielfach als gegensätzlich empfunden werden. Und vielleicht ist das auch das eigentliche Motiv dieser These, nämlich gleichzeitig zwei Zielgruppen zu „bedienen“: Einmal die eigene Kirche, in der der Ruf nach Konsolidierung und Selbstvergewisserung stärker wird, und dann das gesellschaftliche Umfeld, auf dessen Werteskala Toleranz für alles und jedes bekanntlich sehr hoch angesiedelt ist.

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SPD-Politiker teilen Kritik der türkischer Verbände am „Optionsmodell“

Claus Stille

Die Integrationsbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Staatsministerin Maria Böhmer, ruft in Deutschland lebende Migranten auf, sich einbürgern zu lassen. Den Einwanderern versprach die Ministerin gegenüber der Presse eine Teilhabe am deutschen Wir-Gefühl. Was immer dies auch sein mag.

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Ü-7 auf großer Fahrt nach Istanbul

Claus Stille

Am vergangenen Mittwoch meldeten sich die Reporter von „Funkhaus Europa on Tour“ in der Vormittagssendung „Cosmo“ aus Alexandropolis unweit der türkischen Grenze. Auskunft aus erster Hand erhielten die Hörerinnen und Hörer von dieser Tour-Station über den Zustand der griechisch-türkischen Beziehungen. Und sie konnten erfahren, dass diese von den Einwohnern als freundschaftlich eingeschätzt würden. Allenfalls, so wollte ein befragte Passant nicht ausschließen, hätten ältere Menschen eventuell noch Probleme oder Vorbehalte gegenüber der jeweils anderen Bevölkerungsgruppe. In Alexandropolis leben türkischstämmige Menschen offenbar ganz gut mit ihren griechischen Mitbürgern zusammen. Erstere, so der Befragte, seien halt griechische Moslems, die anderen Christen...

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VI. Interreligiöser Dialog und Hermeneutik

von Walter Reichel

Das Verhältnis zwischen Menschen verschiedenen Glaubens ist nie ohne Spannungen und Konflikte gewesen, aber es wäre eine Verzeichnung der Realität, wenn man sagte, es sei immer nur durch Spannungen und Konflikte bestimmt worden.
Das kann jeder bestätigen, der in einer gemischt-religiösen Umgebung wohnt, sei es z.B. in Köln, Berlin, London, Marseille oder hier in Istanbul. Das Istanbuler Stadtviertel Kuzguncuk/Üsküdar, wo ich diese Zeilen schreibe, war in seiner Vergangenheit bekannt für das Neben- und Miteinander von Juden, griechischen und armenischen Christen und Muslimen. Und die Geschichte dieses Viertels im 20. Jahrhundert ist ein gutes Beispiel für das wechselvolle Zusammenleben der verschiedenen Religionen.

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Professor Faruk Sen strauchelt. Stürzt er am Ende?

Der Direktor des Zentrums für Türkeistudien stolpert über Türken-Juden-Vergleich

Claus Stille

Der im Jahre 1948 in Ankara geborene Faruk Sen studierte ab 1971 Betriebswirtschaftslehre an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sen promovierte und wurde 1981 Leiter der „Maßnahmen zur Berufsvorbereitung und sozialen Eingliederung junger Ausländer“ bei der Volkshochschule Duisburg. Später wurde Faruk Sen Direktor des 1985 gegründeten „Zentrum für Türkeistudien“ (ZfT). An der damaligen Universität-Gesamthochschule Essen (heute: Universität Duisburg-Essen) wurde Sen 1990 zum Professor ernannt.

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Das neue Gesicht des Islam

V. Dunkle Anfänge?

von Walter Reichel

Aus den bisherigen Ausführungen dürfte unter anderem zweierlei deutlich geworden sein. Zum einen bestehen in der islamische Theologie nach wie vor große Differenzen darüber, wie der Koran einzuordnen sei. Ist es ein Buch von einzigartigem, göttlichem Ursprung und mit einem einzigartigen Inhalt? Oder ist es dies, zugleich aber auch ein Buch, das eingebettet ist in die arabische bzw. spätantike Literatur des Vorderen Orient und in dieser Perspektive so zu behandeln wie jedes andere schriftliche Zeugnis aus dieser Zeit?

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Beschlossene Sache: Deutsch-Türkische Universität in Istanbul

von Markus Beek

Wirtschafts- und Kultur-Beziehungen werden gefördert durch eine deutsch-türkische Universität in Istanbul. Der Lehrbetrieb soll zum Wintersemester 2009/2010 beginnen.

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Das neue Gesicht des Islam
IV. Die neue Hermeneutik

von Walter Reichel

Um eine Gebrauchsanweisung oder überhaupt einen technischen Text zu verstehen, sollte der Leser möglichst von sich und seiner aktuellen Situation absehen und sich allein auf den Wortlaut des Textes konzentrieren, also weitgehend von den Überlegungen Abstand nehmen, von denen in der letzten Folge die Rede war. Den Koran als Gebrauchsanweisung zu bezeichnen, mag fast blasphemisch klingen, ist aber als Metapher nicht so abwegig, wenn man sich vor Augen führt, dass der Koran selbst sich oft als eine „Rechtleitung“ bezeichnet...

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Kenan Kolat wieder Vorsitzender der Türkischen Gemeinde Deutschlands

Deutschland soll zeigen, dass Einbürgerung erwünscht ist

Claus Stille

Am vergangenen Wochenende kam in Berlin die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) zu ihrem 7. Bundeskongress zusammen. Der 48-jährige Ingenieur Kenan Kolat wurde von den Delegierten des Bundeskongresses mit 105 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung abermals zum Vorsitzenden der TGD gewählt.

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Über den aktuellen Diskurs zum Konservatismus einerseits und Modernität fernerseits (Teil III)

von Perihan Ügeöz

In der Türkei nimmt die gesellschaftliche Polarisierung gefährlich zu. Das ist die Bilanz eines vom International Freedom House erst vor kurzem veröffentlichten Berichtes. Das Freedom House erhebt seit 12 Jahren regelmäßige Studien zu Demokratisierungsprozessen in den sog. Nations in Transition (NIT). In dem diesjährigen Bericht zur Lage der Demokratie in der Türkei werden auch Ängste und Befürchtungen innerhalb der Bevölkerung reflektiert. Der Bericht stellt hierzu fest, dass in den letzten Jahren innerhalb eines nicht unbeträchtlichen Bevölkerungsanteils die Sorge gewachsen ist, dass die AKP einen geheimen Plan zur Islamisierung der Gesellschaft hegt. Der AKP Regierung wird nahe gelegt, diese Sorge unbedingt ernst zu nehmen und die Demokratisierung als Sicherheit gegen die Befürchtungen über eine Islamisierung voranzutreiben.

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Irrlichternder „Leuchturm“?

Claus Stille

Die Deutschen sind zwar nicht Spendenweltmeister - wie vielfach behauptet wird - spenden aber dennoch durchaus viel für humanitäre Zwecke. Als seriöser Adressat für Spenden galt von jeher UNICEF Deutschland. Bis dort überhöhte Ausgaben für Vereinszwecke aus dem Spendenaufkommen öffentlich wurden und zum Skandal gerieten. Die Folge: der Vorstand wurde abgelöst und durch einen neuen ersetzt. Mit der Aberkennung des Spendensiegels bis 2010 muss der Verein vorerst leben.

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Das neue Gesicht des Islam

III. Neue Wege der Koranexegese

von Walter Reichel

Jede Religion, die auf alten Texten beruht, steht vor dem Problem, den von Lessing so genannten „garstigen Graben der Geschichte“, der sich zwischen diesen alten Texten und der aktuellen Lebenswelt auftut, zu überwinden. Alte Texte aus einer anderen Lebenswelt sind nicht ohne weiteres für die heutige relevant. Um dem abzuhelfen, kann man entweder die aktuellen Lebensumstände denen der alten Texte anpassen – eine Versuchung, der jeder Religion ausgesetzt ist, die aber schlimme Folgen haben kann. Wenn man das nicht will – und eigentlich kann man es nicht wollen – muss man sich darum bemühen, die alten Texte in den Horizont der Gegenwart hinein zu übersetzen.

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Das neue Gesicht des Islam II

von Walter Reichel

In der nichtmuslimischen Welt, aber auch bei vielen Muslimen ist die Meinung weit verbreitet, dass sich im Islam „alles nach dem Koran“ richten müsse, weil der Koran die „Antworten auf alle Fragen“ enthalte und dass man, um diese Antworten zu bekommen, einfach nur dem Text des Koran in seinem gegebenen Wortlaut folgen müsse. Dieses Vorurteil hat die Meinung begünstigt, dass es sich bei der islamischen Koranexegese um ein eher schlichtes Unternehmen handele. Dies ist aber ein falscher Eindruck.

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Keine Kopftücher an türkischen Universitäten

von Stefan Hibbeler

Am 5. Juni hat das Verfassungsgericht die im Februar diesen Jahres verabschiedete Verfassungsänderung zur Freigabe des Kopftuchs an Universitäten aufgehoben. Zuvor hatte der vom Gericht eingesetzte Gutachter die Abweisung der Klage von CHP und DSP empfohlen, da dem Gericht bei Verfassungsänderungen nur eine formale, nicht aber inhaltliche Prüfung zustehe. Am 5. Juni legte das Gericht nur eine dreizeilige Erklärung mit dem Urteilstenor vor. Demnach erfolgte die Ablehnung der Verfassungsänderung, weil in ihr eine Gefährdung des laizistischen Charakters der Türkischen Republik gesehen wird. Der Laizismus-Grundsatz gehört zu den Verfassungsbestimmungen, die laut Verfassung unveränderbar sind.

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Über den aktuellen Diskurs zum Konservatismus einerseits und Modernität fernerseits
(2. Teil)

von Perihan Ügeöz

Dieser Beitrag hatte letzte Woche mit einer neuerlichen Fetwa des Amtes für religiöse Angelegenheiten angesetzt. Das Ansinnen, ein spezifisches Ereignis aufgreifen und in Muße aus vielfältiger Perspektive reflektieren zu wollen, erweist sich im türkischen Gesellschaftskontext zunehmend als ein ersehnter Luxus. Denn insbesondere in letzter Zeit vergeht kaum ein Tag, an dem eine Nachricht nicht eine andere überschlägt und die alle von ihrem Bedeutungsgehalt her hohe soziale Brisanz besitzen.

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Das neue Gesicht des Islam

von Walter Reichel

Unter dieser Überschrift berichtete „Newsweek“ kürzlich über Bestrebungen islamischer Theologen, „all das zu überprüfen und in Frage zu stellen, was lange als unverrückbare und im Wortlaut feststehende Grundlage des Glaubens gegolten zu haben schien, um“ – so heißt es weiter – „die Pforten der Interpretation wieder weit zu öffnen.“

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Renaissance der Krimtataren (?)

Selbstbewusstsein, Zähigkeit, Hoffnung – und Hilfe aus Ankara

Mieste Hotopp-Riecke
Aqmescit/Berlin

Jedes Jahr im Mai versammeln sich zehntausende Krimtataren im Zentrum von Aqmescit/Simferopol zum zentralen Gedenken an die Opfer der Stalinschen Deportation. Während russische Medien auf der Krim immer wieder hysterische Neuigkeiten verbreiten, wie etwa, dass bald zwei Millionen Tataren die Halbinsel übernehmen wollen, sieht die Realität ganz anders aus. Auf ihrer „Yeşil Ada“ leben heute wieder 330.000 Krimtataren. In den ehemaligen Deportationsgebieten Zentralasiens, im Wolga-Ural-Gebiet und Sibirien leben etwa noch 100.000 Krimtataren, die jedoch durch den ökonomischen Zusammenbruch in den 90er Jahren jeder ökonomischen Ressource beraubt sind. Ein Umzug auf die Krim ist teuer und aufwendig.

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Über den aktuellen Diskurs zum Konservatismus einerseits und Modernität fernerseits

von Perihan Ügeöz

Am vergangenen Dienstag fand eine Meldung ihren Weg in die Schlagzeilen der Medien. Das höchste staatliche Amt für religiöse Angelegenheiten (Diyanet Isleri) hat auf ihrer Webseite eine Fetwa erlassen. Es gelte als ein religiöses Verbot, wenn ein Mann und eine Frau, die nicht durch den Bund der Ehe vereinigt sind, sich allein in einem Raum befinden. Sodann wird auch das Flirten als ein nach dem Koran unter großen Sünden aufgeführter Ehebruch (Zina) ausgewiesen.

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Wider die Straflosigkeit

Perspektiven der Menschenrechtsstiftung der Türkei zu Folter und Misshandlung

von Marko Tapio Perels

Mit relativ großer medialer Aufmerksamkeit wurde Ende April die Veröffentlichung des „Folter-Atlas“ (Iskence Atlası) durch die Menschenrechtsstiftung der Türkei (TIHV) vor Ort verfolgt. Das Buch mit dem für deutsche Ohren ungewöhnlichen Titel ist eine Dokumentation physischer Foltermethoden, sowie ihrer Folgen im Lichte medizinischer Begutachtung. Das über mehrere Jahre vorbereitete Werk ist unter Beteiligung der TIHV, der Gesellschaft für Spezialisten der Forensik (ATUD) und des Türkischen Medizinerverbands (TBB) entstanden. Grundlage für die Darstellung ist überwiegend die Auswertung von Fällen, deren Opfer bei der Menschenrechtsstiftung Hilfe gesucht haben.

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Studie über türkische Migranten in Berlin:

Die Klischees stimmen so nicht mehr

Claus Stille

Eine genaue Zahl kann nicht genannt werden. Aber es wird angenommen, dass in der deutschen Hauptstadt Berlin zirka 200 000 türkische Einwanderer leben. Viele Migranten aus der Türkei sind inzwischen eingebürgert. Auch hat die Praxis eines jahrzehntelangen Zusammenleben frühere Einschätzungen verändert und manche Definitionen sogar gänzlich abgelöst.

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Verbot ist nicht gleich für jeden ein Verbot

von Perihan Ügeöz

Am Montag ist in der Türkei ein umfassendes Rauchverbot in Kraft getreten. Mancherorts hat so manch ein emsiger Raucher sich dem Rauchverbot bedingungslos gefügt. Andernorts wiederum wurde das Rauchverbot aufrichtig übersehen oder stillschweigend übergangen. Dass es unter anderem und nicht zuletzt allen voran auch Polizisten und andere Hüter der Ordnung waren, die das Verbot missachteten, musste natürlich auffallen und lieferte sogleich der Presse heiteren Stoff mitsamt einigen amüsanten Photos.

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Kahlschlag für die mediale Integration

von Cicek Bacik

Radio Multikulti droht aufgrund Einsparungen beim Rundfunk Berlin Brandenburg Ende 2008 das Aus. Der Radiosender produziert neben einem Hauptprogramm in Deutsch Sendungen in 21 Sprachen und wird als ein Schmelztiegel der Kulturen wahrgenommen.

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Bremst türkische Kartoffel deutsche Fleischeslust?

Claus Stille

Vielen Türken mag der Deutsche an sich als der Viel-Kartoffel-Esser schlechthin gelten. In dem Kontext kann dann Bewohnern des via Bosporus an Europa stoßenden Landes im Spaß schon mal flapsig das Wort „Kartoffelkopf“ herausrutschen, wenn vom Deutschen die Rede ist.

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Sulukule: Die Roma mitdenken

Claus Stille

Im ungarischen Pecs, der deutschen Stadt Essen - unter Einbeziehung der Region Ruhrgebiet - und in Istanbul arbeitet man auf ein bedeutsames Ereignis im Jahre 2010 hin. Dann nämlich tragen die genannten Städte für ein Jahr den Titel „Kulturhauptstadt Europas“.

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Mit VollGAS und mehreren Tonnen Wasser dem Ende zu?

von Perihan Ügeöz

Am vergangenen Donnerstag hat die Stadt Istanbul erneut einen spektakulären 1. Mai erlebt. Die Polizeikräfte der Stadt schienen offenbar nicht ausreichend, so dass aus 12 anderen Städten Ersatzmannschaften herbeigeholt wurden. Insgesamt waren ca. 30.000 Polizisten, 1700 Tränengasgranaten und Tonnenweise Wasser aktiv im Einsatz. Stundenlang haben Panzer rund um den Taksim-Platz herum unermüdlich riesige Mengen Wasser geschleudert. Wahrscheinlich wurden die Zufahrtsstraßen zum Taksim-Platz zu keinem Zeitpunkt so „sauber“ gepumpt wie am vergangenen Donnerstag.

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Die Deuken tun 'was

Von Claus Stille

Kinder von Einwanderern haben es in Deutschland in der Regel nicht leicht. Deshalb sind Erfolgsmeldungen, sie betreffend, in den Medien wohl auch so rar. Positive Ansätze von gelungener Integration werden oft übersehen. Getreu nach dem Motto bad news are good news – der Quote sowie dem Umsatz zuliebe – haben halt Themen wie Jugendgewalt und „Parallelgesellschaft“ eher die Chance, auf den Fernsehbildchirm bzw. ins Blatt gebracht zu werden. Differenziert wird dabei kaum. Was nötig wäre. Denn die meisten Probleme haben soziale Ursachen. Und die wirken sich bei Jugendlichen – egal welcher Abstammung – in der Regel gleich negativ aus...

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„Europäischer Friedensrat Türkei“ ins Leben gerufen

Von Claus Stille

Es bedurfte monatelanger Vorbereitungen. Am vergangenen Sonnabend war es nun soweit: In Düsseldorf gründete sich der Europäische Friedensrat Türkei. Wie DIDF (Föderation Demokratischer Arbeitervereine) meldete, entsandten verschiedene Länder – darunter Belgien, Frankreich, Großbritannien, Schweden, Österreich und die Schweiz - Delegierte zur Gründungskonferenz an den Rhein. Insgesamt bestand sie aus 250 Teilnehmern.

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58. Deutscher Filmreis verliehen:

Fatih Akin bekam die Lola gleich 4 Mal

Von Claus Stille

Über ein Mangel an Preisen und Auszeichnungen kann sich der Hamburger Schauspieler, Filmregisseur und Produzent Fatih Akin (u.a. „Kurz und schmerzlos“, „Gegen die Wand“ und „Crossing The Bridge – The Sound of Istanbul“) wahrlich nicht beklagen. Bei der Verleihung des 58. Deutschen Filmpreises am vergangenen Freitag nun konnte der Filmkünstler abermals ordentlich „abräumen“. Insgesamt vier Trophäen wurden dem mit reichlich mit Glück gesegneten und einem offenbar goldnen „Händchen“ fürs Filmemachen ausgestatteten Akin in Berlin überreicht werden.

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Warum wurde sie ausgerechnet in der Türkei vergewaltigt und ermordet?

von Perihan Ügeöz

Am 31. März wurde die Leiche von Pippa Bacca in der Nähe von Gebze aufgefunden. Ihr vergewaltigter und nackter Körper fand sich in einer Grube. Sie war eine italienische Künstlerin und bekannt als die „Friedensbraut“. Im weißen Brautgewand wollte sie per Anhalter nach Palästina, um eine Botschaft für den Frieden zu verkünden. Am 8. März, dem internationalen Frauentag, machte sie sich in Italien auf den Weg, überquerte Kroatien, Serbien, Bosnien, Bulgarien und fand in der Türkei den Tod. Warum wurde sie ausgerechnet in der Türkei vergewaltigt und ermordet?

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Für der Kinder ZUKUNFT

Zum 16. Male in Folge: „Internationales Kinderfest 23 Nisan“ in Deutschland

Von Claus Stille

„Unsere Kinder sind unsere Zukunft.“ Dieser einfache Satz stimmte immer; so wie er heute noch stimmt. Er stammt von Mustafa Kemal Atatürk, dem Staatsgründer der Türkischen Republik. Auch die Idee aus dem Jahre 1920, den „23 Nisan“, den 23. April alljährlich als Feiertag zu Ehren und Freude der Kinder mit Festen für den Nachwuchs zu begehen, geht auf den Begründer der modernen Türkei zurück.

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Sprachrohr für die Probleme der Deutschtürken

TD-Plattform: Deutsch-Türkisches Studenten und Akademiker Netzwerk

von Markus Beek

Seit zwei Jahren organisieren sich Deutsche mit türkischem Migrationshintergrund in einem eigenen Netzwerk. Hilfe zur Selbsthilfe, Sprachrohr für die Anliegen der türkischen Studenten in Deutschland sind Ziele der Plattform. Denn immer noch haben es Absolventen mit Migrationshintergrund schwer, Tritt in den Arbeitsmarkt in Deutschland zu bekommen.

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Auch Karagöz und Hacivat zu Gast in Ludwigshafen

3. FESTWOCHE TÜRKEI mit facettenreichem Programm

Von Claus Stille

Die Verantwortlichen der Stadt Ludwigshafen am Rhein und des Theaters im Pfalzbau blicken mit durchaus begründetem Optimismus auf die „Festwoche Türkei“ (24. bis 29. April 2008).

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Die Istanbul Post auf Papier

Stefan Hibbeler

Nachdem sich Abbas Özpinar und ich vom Türkei Kurier, einer monatlich in Istanbul erscheinenden deutsch-türkischen Wirtschaftszeitung, getrennt haben, planen wir, unter dem Namen Istanbul Post eine neue Zeitung in Papierform herauszugeben. Mükremin Secim hat für das Projekt ein Layout entworfen.

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Bettelaufruf

von Stefan Hibbeler

Es ist schon eine ziemlich abfällige Bewertung – nicht wahr? Sie findet sich in einem Leserbrief mit der sehr richtigen Kritik, dass seit Wochen der Spendenaufruf auf der Eingangsseite darauf hinwies, dass „seit Jahresanfang nur 10 Euro an Spenden“ eingegangen sind. Den Spendenaufruf habe ich gelöscht. Doch die Bewertung als „Bettelaufruf“ finde ich falsch...

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Das Ende einer Jugend

von Ali Sirin

Wann ist die Metamorphose zu einem Erwachsenen vollzogen? Wann geraten die Erinnerungen an eine unbeschwerte und schöne Jugendzeit endgültig in Vergessenheit? Wann ist der Zeitpunkt erreicht, an dem man Jugendliche nicht mehr versteht und spießig daher kommt, weil man krampfhaft hip und cool sein will? Auch wenn viele im Geiste junge Rebellen bleiben, mit 30 ist man im Club der Erwachsenen angekommen. Ich bin noch 29 Jahre jung, werde am 26. Juni 30 Jahre alt.

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Entschärfung des Artikels 301 ins Parlament eingebracht

Noch als Außenminister, im November 2006 hatte Abdullah Gül davon gesprochen, dass der Artikel 301 des türkischen Strafgesetzbuches zu einem "Markenzeichen" des Landes geworden sei und sich für eine schnelle Änderung ausgesprochen. Über mehr als eineinhalb Jahre hinweg wurde diese Änderung angekündigt - nun wurde sie am 8. April ins Parlament eingebracht.

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Vom „Segen“ in die Traufe?
Junge Menschen brauchen dringend eine Zukunft

von Perihan Ügeöz

Der hohe Anteil der jungen Population innerhalb der türkischen Gesellschaft kann eine Chance sein. Derselbe Umstand kann sich jedoch ebenso in ein dramatisches Pulverfass verwandeln, sofern nicht dringend Maßnahmen ergriffen werden. Das ist die Quintessenz des am 21. März veröffentlichten Weltjungendberichts der Vereinten Nationen.

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6.Türkische Filmwoche Berlin

Im Fokus: Das Thema Gefangenschaft

Von Claus Stille

Am 3. April 2008 hat im Delphi Filmpalast in Berlin-Charlottenburg die

nunmehr 6. Türkische Filmwoche begonnen. Das Ereignis, welches 2003 das erste Mal stattfand, steht unter Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters von Berlin Klaus Wowereit (SPD).

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Verfassungsgericht lässt Schließungsantrag gegen die AKP zu

Am 31. März trat das Verfassungsgericht zur Voruntersuchung des vom Generalstaatsanwalt am Kassationsgerichtshof Abdurrahman Yalcinkaya gestellten Schließungsantrags gegen die AKP zusammen. Die Anklageschrift wurde einstimmig zugelassen. Im Hinblick auf das geforderte Politikverbot gegen Staatspräsident Abdullah Gül wurde mit 7:4 entschieden, auch diesen Antrag zuzulassen.

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Das Anschwärzen der Türkei in der westlichen Presse

von Kadri Gürsel

(Zuerst erschienen in der Tageszeitung Milliyet am 30. März 2008. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung des Autors von Stefan Hibbeler)

All jene auf der Welt, die über englische oder amerikanische Zeitungen versuchen zu verfolgen, was in der Türkei vor sich geht, sollten, wenn sie es wirklich wissen wollen, Türkisch lernen. Denn was sie glauben als Nachricht in diesen renommierten Zeitungen zu lesen ist nichts anderes als ein verzerrtes Türkei-Panorama, das nicht der Information der Leser sondern ihrer Konditionierung zugunsten der AKP dient!

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Wachstumserwartungen für 2008 werden revidiert

Mit Beginn der Diskussion über eine drohende Rezession in den USA im Sommer vergangenen Jahres begann zugleich – wenn auch zaghaft – die Bewertung möglicher Risiken für die türkische Wirtschaft, die sich aus einer solchen globalen Veränderung ergeben könnten.
Folgt man dem Tenor der Regierungsäußerungen in dieser Frage, so antwortete sie auf das Drängen von Wirtschaftsverbänden, sich auf die Fortsetzung der Wirtschaftsreformen zu konzentrieren, mit der wiederkehrenden Behauptung, die Türkei werde von den internationalen Entwicklungen nicht betroffen. Manchmal wurde hinzugesetzt, dass die Türkische Lira für internationale Anleger ein sicherer Hafen sei. Ein anderes Mal wurden diejenigen, die darauf insistierten, dass Risiken bestehen, als unfähig oder böswillig diffamiert.

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Sorge um das politische System

von Stefan Hibbeler

Die Nachricht von der Festnahme von Ilhan Selcuk, Dogu Perincek und Kemal Alemdaroglu sowie zehn weiterer Personen am 21. März löste eine heftige politische Turbulenz aus. Bei den Festnahmen handelte es sich um eine weitere Welle in der Ergenekon-Ermittlung, die im Sommer vergangenen Jahres begann. Bisher sind im Rahmen dieser Ermittlung, die offiziell mit großer Geheimhaltung geführt wird, mehr als vierzig Personen in Untersuchungshaft genommen worden. Im Raum steht der Vorwurf, dass sich eine Geheimorganisation verschworen habe, einen Putsch herbeizuführen.

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Humor ist, wenn man trotzdem lacht

von Perihan Ügeöz

Ein erschütterndes Ereignis jagt das andere. Es vergeht in der Türkei kaum ein Tag, an dem nicht etwas Sensationelles passiert. Die wenigsten dieser Ereignisse sind von aufbauender Natur. In der interkulturellen Fachsprache wird die türkische Kultur als eine mit polychronen Tendenzen beschrieben. Eines der wesentlichen Merkmale polychroner Kulturen ist ihre Offenheit gegenüber unvorhergesehenen Ereignissen sowie Überraschungen, wobei Überraschung im Türkischen „sürpriz“ heißt. Um allerdings mit soviel sürpriz, wie die türkische Gesellschaft darzubieten imstande ist, einigermaßen heilvoll umgehen zu können, braucht man sicherlich gesunde Nerven. Was man daneben jedoch mindestens genauso sehr braucht, ist die Fähigkeit, TROZDEM lachen zu können.

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Gewalt gegen Frauen – Legitimiert durch den Begriff der Ehre

von Perihan Ügeöz

In Sachen Gewalt gegen Frauen ist die Türkei Spitzenreiterin im Nahen Osten! Mit dieser Feststellung wurde in der letzten Ausgabe der amerikanischen Zeitschrift “Violence against Women” der aktuelle Bericht des Worldwatch Institute zusammengefasst. Nach Forschungsangaben des Instituts sind 58 % aller türkischen Frauen Opfer von Gewalt. Selbst Bangladesch mit 47 % und Äthiopien mit 45% schneiden besser ab als die Türkei. Der Bericht des Instituts stellt ferner fest, dass in der Türkei 51 % aller verheirateten Frauen über 19 Jahre innerhalb der Familie Gewalt ausgesetzt sind.

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Generalstaatsanwalt fordert Schließung der AKP

von Stefan Hibbeler

Die Meldung über den Schließungsantrag gegen die AKP, den der Generalstaatsanwalt am Kassationsgerichtshof am 14. März stellte, traf die Öffentlichkeit wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Zwar erinnerten die Medien schnell daran, dass Staatsanwalt Abdürrahman Yalcinkaya bereits im Herbst vergangenen Jahres und im Januar diesen Jahres gewarnt hatte, dass die Politik der AKP zu einem Verbotsverfahren führen konnte - zu diesem Zeitpunkt erwartet hatte es jedoch wohl keiner.

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Erdogan und die Justiz

von Orkan Özcelik

Die Ereignisse der letzten Tage in der Türkei haben nicht nur dort für Aufsehen gesorgt. Der Generalstaatsanwalt Yalcinkaya hat einen Antrag auf ein Parteiverbotsverfahren gegen die regierende AKP von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan gestellt. Die EU und die deutsche Regierung kommentierten dies als Schlag für die Reformbemühungen der Türkei.

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Ilisu-Staudamm weiter in der Kritik

Expertenkommission stellt vernichtendes Urteil aus – Nur Versorgung war gut

Von Claus Stille

Das 1,2 Milliarden Euro teure Ilisu-Staudammprojekt am Tigris in der Osttürkei war von vornherein sehr stark umstritten. Es stieß bei Umweltschützern, Archäologen und Menschenrechtlern auf Ablehnung.

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Buchmesse-Gastland Türkei: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne...

Von Claus Stille

logoIm Herbst wird es soweit sein: Die Türkei präsentiert sich auf der 60. Frankfurter Buchmesse als diesjähriges Gastland. Der Gastland-Auftritt wird von einem kulturellen Rahmenprogramm flankiert, welches jetzt im März beginnt und sich bis in ersten Monate des Jahres 2009 hinein erstrecken soll.

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Einige Perlen zum Anlass des internationalen Frauentags

Seid gebärfreudig, vermehrt die Population und bleibt Zuhause!

von Perihan Ügeöz

Anders kann man den Appell des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan an die Frauen nicht interpretieren. An einem Frauentag gibt es sicherlich Tausende Arten von Botschaften, die ein Ministerpräsident an die Frauen seines Landes richten könnte. Auch ausnahmsweise Mal zu schweigen und den Frauen selber das Wort zu erteilen, hätte eine Botschaft sein können. Erdogan lies sich aber die Gunst der Stunde nicht nehmen ...

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Filmfestival Türkei/Deutschland erfolgreich und familiär

Von Claus Stille

Am vergangenen Wochenende ist mit einem Besucherrekord und der Preisverleihung in der gut besuchten Tafelhalle das 13. Filmfestival Türkei/Deutschland (Istanbul Post berichtete) in Nürnberg zu Ende. Etwa 10.000 Besucher wurden in der Zeit vom 29. Februar bis zum 9. März 2008 registriert.

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Konsens oder Status

von Perihan Ügeöz

Innerhalb der türkischen Gesellschaft gibt es erhebliche Probleme mit Konsensfindung. Im Zusammenhang mit dem jüngsten Chaos um die Kopftuchdebatte hat die Tageszeitung Radikal diese Problematik in einer Überschrift amüsant auf den Punkt gebracht: „Die Universitäten und die AKP haben beim Kopftuch Konsens erzielt: Staatsanwaltschaft an die Arbeit.“ Sturm auf die Justiz. Befürworter und Gegner des Kopftuchs überschlagen sich mit gegenseitigen Strafanzeigen. So die Zusammenfassung des  Artikels unter dem prägnanten Titel.

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Verfemt – Angeklagt – Gefeiert
Künstler gegen Zensur in Oslo und Berlin. Und Istanbul?

von Anja Hotopp

Den Mythos der betörenden Sirenen des Orients, die den tapferen Seefahrer Sindbad fast um den Verstand brachten, kennt wohl jeder. Ähnliches könnte man von schnelllebiger Popmusik unserer Zeit sagen, meint Ferhat Tunç, mit je 400.000 Einheiten meistverkaufter kurdischer Protestsänger aus der Türkei.

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Die zwangstürkisierte Gazale Salame möchte wieder nach Deutschland

Von Claus Stille

Die alleinstehende Frau mit Kind fällt auf in Gümüspala, einem Stadteil von Izmir. Warum hat die Frau mit dem kleinen Kind keinen Ehemann? Hat er sie verlassen? Wenn ja: warum? Man weiß, dass sie aus Deutschland gekommen ist. Die soziale Kontrolle in Gümüspala ist – nennen wir einmal: allumfassend. Hier entgeht nichts dem wachsamen Auge des Nachbarn. Argwöhnisch wird die fremde Frau beäugt. Man ahnt: irgendetwas stimmt nicht mit ihr.

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„Film ab!“ zum Dreizehnten – Filmfestival Türkei/Deutschland in Nürnberg

Von Claus Stille

Noch bis zum 9. März läuft in Nürnberg das nun schon 13. deutsch-türkische Filmfestival. Es wurde am 28. Februar 2008 in Anwesenheit des Nürnberger Oberbürgermeisters Dr. Ulrich Maly, des bayerischen Medienminsters und Leiters der Bayerischen Staatskanzlei, Eberhard Sinner und Dr. Bettina Berns (Robert-Bosch-Stiftung; Hauptförderer des Filmfestivals seit 2003) mit einer Festveranstaltung eröffnet. Als Ehrengast aus der Türkei war Abdurrahman Celik (Türkisches Kulturministerium und Generaldirektor Kino & Copyrights) in die Franken-Metropole Nürnberg gereist.

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Integration oder Assimilation? Erdogans Deutschlandbesuch aus interkultureller Perspektive

von Malte Kaßner

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan besuchte im Februar 2008 die Bundesrepublik. Im Angesicht der Brandkatastrophe von Ludwigshafen, bei der neun türkische Migranten den Tod fanden, verschaffte er sich einen persönlichen Eindruck von der Tragödie. Dabei äußerte er versöhnliche Worte, die die hoch gekochten Emotionen in der Türkei und in Deutschland beruhigen konnten. Jedoch werden nicht diese beschwichtigenden Worte seines Besuches in Erinnerung bleiben; vielmehr ist es der Auftritt des türkischen Ministerpräsidenten vor fast 20.000 türkischen Migranten in der Kölnarena, der eine lebhafte politische Debatte über den Umgang mit den in Deutschland lebenden Türken in Gang gesetzt hat.

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In eigener Sache...

von Stefan Hibbeler

Ich sage es nur ungern: Der Mensch lebt nicht allein von Liebe - eine Zeitung nicht allein durch Sympathie. Der Webalizer-Statistik zufolge besuchen täglich durchschnittlich 800 Leser die Istanbul Post.

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Der Schutz der Freiheit...

von Stefan Hibbeler

Seit einigen Wochen läuft eine zweite Welle großangelegter Ermittlungen, mit denen Zusammenschlüsse aufgedeckt werden sollen, die sich Regierungsgewalt anmaßen bzw. sich einen Umsturz zum Ziel gesetzt haben. Seit den Verhaftungswellen zum Jahresbeginn ist das offizielle Stichwort, unter dem diese Ermittlungen geführt werden "Ergenekon".

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Sind Sie bereit zu einem Lachtest?

von Perihan Ügeöz

Professor Yoci Kimura von der japanischen Kansai Universität hat ein Lachmeßgerät entwickelt. Ob das Lachen eines Menschen echt ist und aus dem Herzen kommt oder ob es sich um ein falsches und hämisch verächtliches Lachen handelt, soll mit Hilfe dieses Geräts bloß gestellt werden können. Vor wenigen Tagen stand diese Meldung in mehreren türkischen Tageszeitungen. Dieses Gerät könnte auch in der Türkei Zukunftsaussichten haben.

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Der Platz der Frau sollte nicht nur ihr Zuhause sein. Aber…

von Perihan Ügeöz

Nach einem Anfang Februar veröffentlichten Bericht des Türkischen Arbeitgeberbunds (TISK) sind in der Türkei 5,5 Millionen junge Frauen zum häuslichen Dasein verurteilt. 60% aller jungen Frauen im Alter von 15 bis 29 Jahren haben weder einen Bildungszugang noch eine Arbeit. Von allen Frauen in der Alterstufe 25 bis 29 Jahre müssen 66% Zuhause sitzen. In bezug auf den Frauenanteil am Universitätsstudium rangiert die Türkei mit diesen Zahlen an letzter Stelle innerhalb der OECD-Länder. TISK bewertet diesen Zustand als verheerend und ruft zu einer dringenden nationalen Mobilmachung auf und appelliert, die Einstellung „Der Platz der Frau ist ihr Zuhause“ sofort aufzugeben.

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Assimilation und Universitäten

Gedanken zu einigen Äußerungen des türkischen Ministerpräsidenten bei seinem Besuch in Deutschland

Hans-Peter Laqueur

Die Türkei ist in Deutschland in aller Munde. Die Äusserungen von Erdoğan haben Diskussionen ausgelöst, die hohe Wellen schlagen, und zwar nicht nur an Stammtischen, sondern auch bei Parteipolitikern. Im Einzelnen geht es vor allem um zwei  Aussagen:  Zum Einen um die am 10. Februar in Köln gemachte, daß Türken in Deutschland sich nicht „assimilieren“ lassen sollten und daß „Assimilation ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ sei, zum Anderen um seine kurz davor erhobene Forderung nach türkischen Schulen und Universitäten in Deutschland.

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Bienenstiche

Von Gazi Erçel

(Zuerst erschienen in der Dünya vom 20.02.08. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung des Autors von Stefan Hibbeler)

Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Honig ist süß, doch der Stich der Biene bitter.“ Dies ist es, was die Welt heute erlebt. Der Honig, an dessen Geschmack man sich seit 2002 nicht satt essen konnte, ist alle. Nur die Biene ist übrig geblieben. Die sticht nun jeden. Wie der Präsident des Internationalen Währungsfond erklärt, ist dies ein Schmerz, von dem jedes Land seinen Teil abbekommt.

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Eine Tote im Yerebatan Sarayi

Deutsches Fernsehen produziert Krimiserie in Istanbul

Von Claus Stille

Istanbul ist zweifelsohne eine der interessantesten und turbulentesten Metropolen der Welt. Noch dazu eine der Megacitys dieser Erde. Diese schöne, hässliche, beeindruckende, anziehend und abstoßend zugleich sein könnende Stadt, die zwei Kontinente überbrückt, steckt durch und durch voller Geschichte und hat viele Gesichter. Zudem ist Istanbul auch eine Stadt der kantigen Widersprüche. Ein Schmelztiegel, worin die unterschiedlichsten Kulturen aufeinander treffen. Da, wo um die 15 Millionen Menschen dicht bei dicht zusammenleben, gibt es freilich auch reichlich Konflikte. Istanbul ist die Stadt der vielen Armen, aber gleichzeitig auch ein Platz der Schönen und Reichen, die Stadt der Medienleute, der Künstler und des Handels. Und last but not least natürlich auch eine Stadt, die alljährlich Millionen Touristen aus aller Welt in ihren Bann zieht. All das zusammen genommen – diese schwer beeindruckende brodelnde „Gemengelage“ - bildet schon allein für sich genommen einen ergiebigen „Grundstoff“ für einen Krimi.

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Ministerpräsident Erdogan in Deutschland (1)

Vom Ich zum Wir = Integration

Von Claus Stille

Der Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan vergangene Woche in Deutschland fand vor allem in den Medien des Landes großes Interesse.

Das hatte nicht nur mit der schreckliche Brandkatastrophe von Ludwigshafen zu tun (Erdogan hatte den Brandort aufgesucht und mit Hinterbliebenen gesprochen), sondern auch mit Äußerungen, die der türkische Premier an anderer Stelle von sich gab.

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Ministerpräsident Erdogan in Deutschland (2)

Schlüsselland Türkei

Von Claus Stille

In diesem Jahr erwies man dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan die Ehre, die 44. Münchner Konferenz für Sicherheit zu eröffnen.

Diese Gelegenheit vor dem hochkarätigen internationalen Auditorium zu sprechen, nutzte Tayyip Erdogan reichlich, um die Türkei als strategisch wichtiges Land in Zeiten neuer Machtverhältnisse und eines dramatischen politisch-ökomischen Wandels in der Welt darzustellen.

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Zwischen wachsendem Misstrauen und sinkender Unzufriedenheit
Über die Tendenz der türkischen Kultur, Unsicherheit zu vermeiden

von Perihan Ügeöz

Immer mehr Türken wähnen sich glücklich. Lag nach der schweren Wirtschaftskrise von 2001 die Quote der Unglücklichen bei 41 %, so ist sie 2007 auf 13 % gesunken. Gleichzeitig scheinen jedoch Misstrauen gegenüber Ausländern und Ablehnung von Marginalitäten alarmierend zuzunehmen. Während 44% der Bevölkerung wenig Vertrauen zu Ausländern hat, empfinden 29 % gar kein Vertrauen. 88 % lehnen Homosexuelle als Nachbarn ab. Ein nicht unbedeutender Anteil von 65 % will keine Nachbarn haben, die in unehelicher Partnerschaft leben. Die Quote für die Ablehnung von Nachbarn, die nicht an Gott glauben, liegt bei 63 %. Das sind einige der Anfang Februar bekannt gegebenen Ergebnisse der Europäischen Wertestudie, die 2007 in direkten Befragungen mit 1579 Teilnehmern in 41 Provinzen der Türkei durchgeführt wurde.

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Kopftuchfreiheit im “Gefahr”-wasser von Sitte und Anstand

von Perihan Ügeöz

Die gegenwärtige Schlacht um die Freilassung des Kopftuchs hat den Protest Tausender von Menschen geweckt. Und so wie es aussieht, werden die Proteste weitergehen. Es ist zu einfach, die Proteste einfach als Provokation von jenen reaktionären Kreisen abzutun, die es nicht beser können, als den Laizismus immer wieder als politische Kapitalmasse zu mißbrauchen. Wenn man den einzelnen Teilnehmern der Proteskundgebungen aufmerksam Gehör schenkt, wird deutlich, dass sich hinter dem Aufbegehren gegen das Kopftuch auch eine Menge Angst kumuliert.

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Nach 9 türkischen Brand-Opfer in Ludwigshafen: Angst vor einem „2. Solingen“

Von Claus Stille

Nach einem verheerenden Wohnhausbrand in Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz), wobei neun türkische Menschen einen grausamen Tod fanden und ca. 60 Menschen verletzt wurden, herrscht in Deutschland Trauer und eine gespannte Stimmung.

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Das ist doch alles übertrieben...

von Stefan Hibbeler

Es ist schon eine Weile her, seit ich die Karrikatur irgendwo gesehen habe. Es war wohl auch ein ganz anderer Zusammenhang. Zwei Männer stehen nebeneinander. Der eine hat ein schmerzverzerrtes Gesicht, weil der andere ihm auf dem Fuß steht. Letzterer meint, der andere solle doch nicht übertreiben...

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Meldungen am Rande

Die Tageszeitung Yeni Safak berichtete am 2. Februar 2008, dass 30 Personen, die seit mehreren Tagen  auf dem Weg von Bitlis nach Bahcisaray vermisst wurden, in den Dörfern Kalkanli und Soguksu gefunden wurden.

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Ein neuer Brückenschlag

Von Claus Stille

Im letzten Jahrzehnt ist unsere Welt nicht friedlicher geworden. Dabei standen die Chancen dafür gar nicht schlecht: Der ab dem Jahr 1989 einsetzende, und sich in den Folgejahren weiter fortsetzende, Zusammenbruch des diktatorischen Sozialismus in den Ländern Osteuropas, einschließlich der Sowjetunion, weckte entsprechende Hoffnungen. Auch der Kalte Krieg war damit beendet. 1990 wurde zu einem der mit Abstand hoffnungsvollsten – weil dauerhaft Frieden versprechend – Jahre seit dem Ende des Zweiten Weltkrieg. Ein Großteil der Menschheit – vor allem aber die Menschen in Europa – waren voller Euphorie und Zuversicht.

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Diese „Freiheit“ könnte teuer zu stehen kommen

von Perihan Ügeöz

Die Rede ist von der Schlacht der Männer um die Freiheit der Frau, das Kopftuch tragen zu dürfen. Zu keinem Zeitpunkt war der politische Vorstoß, das Kopftuch freizugeben, so massiv und erfolgversprechend, wie in diesen Tagen. Untermauert von Argumenten wie Demokratisierung, Normalisierung, Freiheit der Religion und des Gewissens wurden zwischen der regierenden konservativ islamistischen AKP und der rechts nationalistischen Oppositionspartei MHP Verhandlungen über die Aufhebung des Kopftuchverbots an den Universitäten des Landes geführt. Als ob es sich bei diesem Thema um die preisgünstige Anschaffung von Tischen und Stühlen für die Partlamentskantine beim Winterschlußverkauf handelte, haben beide Parteien in einem atembetäubenden Tempo über die Freilassung des Kopftuchs Einigkeit erzielt. Die gegenwärtig existierende Verfassung soll mit einigen Kunstgriffen zugunsten der Freigabe des Kopftuchs an den Universitäten zurechtgebogen werden.

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Ergenekon

von Stefan Hibbeler

Für die einen ist die „Ergenekon-Operation“ der Polizei die wichtigste Ermittlung der vergangenen dreißig Jahre. Ihrer Meinung zufolge würde die Aufklärung der Verbindungen um „Ergenekon“ die Entmachtung des „tiefen Staates“ bedeuten und zahlreiche bisher ungelöste Morde erhellen. Andere sind skeptischer. Während die Beschuldigten die Vorwürfe abstreiten ist die Militärführung verärgert und spricht von einem weiteren Manöver mit dem Ziel, die Streitkräfte zu diskreditieren.

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Wie zermalmt zwischen Mühlsteinen

Özer Kiziltans Film „Takva“ (Gottesfurcht)

Von Claus Stille

Selten gewann man als Kinogänger einen so tiefen Einblick in das Leben eines sehr gläubigen Menschen. Dass es sich bei ihm, dessen Leben der türkische Film „Takva“ (Gottesfurcht) des Regisseurs Özer Kiziltan beleuchtet, um einen Muslim handelt, müsste bei durchschnittlichen Westeuropäern ein außerordentliches Interesse hervorrufen. Weil sie für gewöhnlich – vorsichtig ausgedrückt – wenig über den Islam wissen. Oder sie den Islam – der nach 9/11 - offenbar dafür herhalten muss, den Kommunismus als Feinbild zu ersetzen – fälschlicherweise mit dem Islamismus gleichsetzen.

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Kaffeehäuser (Kahvehane) als Mittelpunkt männlicher Wirklichkeit

von Perihan Ügeöz

Vor kurzem wurde in Eskisehir einem wegen unerlaubtem Waffenbesitz vor Gericht stehenden Mann nicht nur eine Geldstrafe von 375 YTL erteilt. Außerdem wurde dem 67jährigen Mann per Gerichtsbeschluss verboten, 10 Monate lang ein Kaffeehaus zu betreten.

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Deutschland: Türkischstämmige versuchen sich zunehmend als Selbständige

Von Claus Stille

Immer mehr Menschen in Deutschland machen sich selbständig. Inzwischen wuchs deren Zahl auf über vier Millionen an. Ebenfalls zu beobachten ist, dass sich unter den Selbständigen immer mehr Frauen befinden. Heute gibt es in der BRD etwa 1,2 Millionen freiberuflich tätige Frauen. Ein Viertel von ihnen sind türkischstämmige Selbständige weiblichen Geschlechts. Überhaupt nimmt der Anteil türkischstämmiger beiderlei Geschlechts beständig zu. Das Zentrum für Türkeistudien hat herausgefunden, dass 25 Prozent aller Selbständigen mit türkischem Migrationshintergrund zwischen 18 und 30 Jahre alt sind. Zieht man Zahlen des Statistischen Bundesamtes heran, machen sie – auf die Gesamtzahl der Selbständigen in Deutschland bezogen – allerdings nur einen Anteil von ca. sieben Prozent aus.

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Wenn fromme Regierungsmacher ein Rauchverbot machen….

von Perihan Ügeöz

Nur noch 18 Monate! Dann sollen die Lungen der Türken genauso gesund pumpen, wie die ihrer Mitmenschen in europäischen Ländern. Warum nicht ab sofort oder zumindest in zwei oder drei Monaten? Soll der Vorspann etwa besonderen landesweiten Rauchentwöhnungskampagnen gewidmet sein? Keine Spur! Wer auch nur ein bisschen mit den Abrakadabrakünsten der Politikszene vertraut ist, käme erst gar nicht auf den Gedanken, derlei zu fragen.

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VERSÖHNEN STATT SPALTEN – Kochs Wahlkampf ist das Gegenteil

Von Claus Stille

Selbst eine starke Erkältung hält den politischen Amoklauf gegen „kriminelle Ausländer“ des sich im Landtagswahlkampf befindenden hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) nicht auf.

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“Freundschaft ist eine Sache, Geschäft eine andere” -

Ein Streifzug durch die türkische Geschäftskultur

von Perihan Ügeöz

In der Türkei Geschäfte zu machen, ist nicht immer einfach. Manche der komplexen Ursachen dafür hängen sicherlich mit den besonderen Bedingungen des türkischen Marktes zusammen: Inflation sowie die Furcht vor Krisen beispielsweise sind sicherlich wichtige Faktoren, unter deren Einfluß türkische Geschäftsleute Entscheidungen zu fällen haben.  Jenseits solcher Bedingungen jedoch spielen die kulturellen Werte und Gewohnheiten eine tragende Rolle in jeder Art von geschäftlicher Transaktion. Für Ausländer mit einer anderen kulturellen Prägung ist dies immer wieder irritierend, manchmal sogar ein Störfaktor für ihre Projekte.

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Unter-der-Gürtellinie-Rap und Gartennazis

Von Claus Stille

Gerade ist der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) dabei, die von zwei Jugendlichen (einem Griechen und einem Türken) in München an einem Rentner in der U-Bahn verübte schwere Gewalttat, zu seinen Gunsten zu instrumentalisieren. Um die anstehende Landtagswahl zu gewinnen. Kriminelle Ausländer gehörten in Erziehungslager oder abgeschoben, tönt Koch. Was jedoch sollen in Deutschland geborene Jugendliche mit Migrationshintergrund in Athen oder Ankara? Und wohin sollen krimineller Deutsche abgeschoben werden?

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Tatort Krimi

Von Claus Stille

Die „Tatort“-Kriminalfilme, produziert vom Österreichischen Fernsehen (ORF), dem Schweizer Fernsehen (SF) und den einzelnen deutschen Rundfunk- und Fernsehanstalten unter dem Dach der ARD , sind seit Jahrzehnten beim Fernsehpublikum der deutschsprachigen Länder beliebt und erzielen hohe Einschaltquoten.

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Istanbul – Adana – Konya – Istanbul:    Eine kurze Rundreise in vier Tagen und Nächten....

Jochen Klingner
(Istanbul, 7. Juli 2007)

Klingt vielleicht ein wenig verrückt, in so kurzer Zeit so viele Kilometer (ca. 1300 km) hintersichzulassen, dabei noch zwei unbekannte Städte “mitzunehmen”... aber ich wollte unterwegs sein, vor allem im Zug, die Landschaften an mir vorbei ziehen lassen und dabei “Land und Leute” kennenlernen. “Land und Leute” kenne ich jetzt schon seit etwa einem Jahr, ich lebe und arbeite als
Deutsch-Lehrer an einem türkischen Gymnasium (Anadolu Lisesi) in Istanbul und kann mich über Abwechslung und Überraschungen nicht beklagen. Den dadurch gewonnenen Schwung wollte ich auch mit auf die Reise nehmen...

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Aleviten reagieren zurückhaltend auf Erdogans Öffnungsvorstoss

von Dr. Burak Gümüş

Nachdem die Regierung Erdogan angesichts der bisher erfolgreichen alevitischen Klagenflut vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen den zwangsweisen sunnitisch-islamischen Religionsunterricht auch für Aleviten und der Veröffentlichung einer Mängelliste über die Misslage dieser Glaubensgemeinschaft im letzten Fortschrittsbericht  über die Reformen in der Türkei von der EU-Komission erneut gerügt worden ist, hat sie einige Reformen angekündigt.

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Die EU verspielt ihr politisches Kapital

von Stefan Hibbeler

Es hat einmal wieder Diskussionen in der EU über die Erweiterungspolitik gegeben. Die ständigen Vertreter der Mitgliedsländer konnten sich in ihrer Vorbereitungssitzung nicht auf den Beschlussentwurf für den Abschnitt "Erweiterung" für den Gipfel am 13./14. Dezember einigen. Schließlich wurde die Frage von den Außenministern entschieden. Wie bereits früher war auch dieses Mal die Türkei Stein des Anstoßes.

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Türkei: Ski und Rodel gut

Von Claus Stille

In Österreich, der Schweiz und Deutschland schmelzen die Gletscher. Die Schneegrenze in den Bergen „rutscht“ immer höher. Man kann im Grunde genommen dabei zusehen. Diese und andere Erscheinungen des rasant im Gange befindlichen Klimawandels sind auch Thema der Klimakonferenz in Bali.

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„Sichere Rückführung“ im Namen der EU kann tödlich enden

Von Claus Stille

Vor zwei Jahren unternahmen wir von Cesme aus mit dem Fährboot einen Tagesausflug zur nahen griechischen Insel Chios. Es war sehr heiß. Deshalb hatten wir uns ein klimatisiertes Taxi gemietet. Dessen Fahrer war uns ein guter Fremdenführer. Wir besichtigten einige historische Orte und Kirchen.

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Religiöse Orientierungen nehmen zu - eine Umfrage in der Milliyet

Am 3. Dezember begann die Tageszeitung Milliyet mit der Wiedergabe einer Umfrage zum Kopftuchtragen und religiösen Einstellungen, die vom Meinungsforschungsinstitut Konda am 8. und 9. September 2007 erhoben wurde. Zum Vergleich wurde eine im Mai 2003 durchgeführte Untersuchung herangezogen.

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Schreibermunterung: Europäischer Drehbuch-Filmpreis für Akin

Von Claus Stille

Am vergangenen Sonnabend gab es Berlin anlässlich des 20. Europäischen Filmpreises 2007 eine glanzvolle Galaveranstaltung. Es ist der Preis für den besten europäischen Film. Das erste Mal wurde diese Auszeichnung im Jahre 1988 vergeben.

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Daniel Cohn-Bendit in Istanbul

von Alexandra Gründel

The Bosphorus Miracle – A European Challenge? Unter der Devise sprach Cohn-Bendit an der Bosporus Universität über die historischen Entwicklungen, die zum heutigen Europa  führten und die Integration der Türkei, die er in etwa 20 Jahren als realistisch ansieht.
Nach einer Diskussion mit Studenten blieb noch Zeit für ein Interview, bevor Cohn-Bendit abreiste, um am nächsten Tag in Ankara Ministerpräsident Erdogan und Staatsoberhaupt Gül zu treffen.

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Yakamoz ist „Das schönste Wort der Welt“

Von Claus Stille

Türkische Wörter dürften es allgemein schwer haben, Eingang in andere Sprachräume zu finden. Mir jedenfalls fallen keine ein, denen das widerfahren wäre. Zumindest was den deutschsprachigen Teil der Welt anbelangt. Sehen wir einmal vom Wort „Döner“ ab, das/der in deutschen Landen täglich sicherlich millionenfach in den Mund genommen wird. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

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Verbotsverfahren gegen die DTP eingeleitet

Die Staatsanwaltschaft am Kassationsgerichtshof teilte zu Wochenbeginn mit, dass sie eine Vorprüfung zur Einleitung eines Schließungsverfahrens gegen die kurdisch-orientierte DTP (Demokratik Toplum Partisi - Partei für eine demokratische Gesellschaft) begonnen habe - am Freitag stellte sie den förmlichen Antrag auf Schließung der Partei. Beantragt wurde außerdem ein fünfjähriges Politikverbot für 221 Mitglieder, Abgeordnete und Funktionäre der Partei.

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Im Sinne Hatuns: Frauennothilfeverein

Von Claus Stille

Die Familie handelt bedenkenlos nach hunderte von Jahren praktizierten archaischen Traditionen. Die Eltern in Deutschland meinen es „gut“ mit Hatun. Die Tochter wird 1998 mit einem Cousin in der Türkei verheiratet.

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Asül in Istanbul

Von Claus Stille

Auf den Ankömmling wartet eines der gelben Taxis mit der Nummer 34 im Autokennzeichen am Atatürk-Flughafen. Am Steuer sitzt Ismail. Er wird ihn mitten hinein ins brodenlnde Istanbul befördern. Sein Fahrgast kommt aus Deutschland, genauer gesagt, aus Bayern. Um genau zu sein: aus Niederbayern.

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Elternnetzwerk NRW- Integration miteinander

Seit den PISA-Studien wissen es viele. Kinder mit Zuwanderungsgeschichte haben in Deutschland schlechte Bildungschancen. Eltern mit Zuwanderungsgeschichte schlossen sich in Vereinen zusammen, um gemeinsam den schulischen Werdegang ihrer Sprösslinge zu unterstützen – mit beispielhaftem Erfolg. Deshalb begann die Landesregierung Nordrhein- Westfalen, ein weit gespanntes Netzwerk aufzubauen, mit dem Ziel, die »Brückenfunktion« der Selbstorganisationen zu verstärken.

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Diplomatie und Innenpolitik

In den vergangenen Wochen schlugen die Wogen nationaler Empörung hoch in der Türkei. Angriffe großer PKK-Gruppen auf die Armee kosteten viele Opfer. Bereits seit Monaten hatte Generalstabschef Yasar Büyükanit erklärt, dass er einen Angriff auf die PKK im Irak für nützlich halte - nun gesellte sich zur Kritik der Oppositionsparteien der Druck von Demonstrationen im ganzen Land.

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PKK-Terror kommt auch aus Europa

Demonstrationen gegen PKK in Deutschland

Von Claus Stille

Die acht Kameraden - der 12 türkischen Soldaten, welche bei einem PKK-Terroranschlag auf dem Staatsgebiet der Türkei vor über zwei Wochen ums Leben kamen - die dabei ihrerseits von der kurdischen Terrororganisation in den Nordirak entführten worden waren; dürften inzwischen wieder bei ihren Familien sein.

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Türken und Kurden sind Brüder!

von Renato Lanza

Trotz Regen, Kälte und Windböen waren sie gekommen, Tausende die gegen Krieg, Terror, für Frieden und für den Zusammenhalt der verschiedenen ethnischen Gruppen ihrer Ursprungsheimat demonstrierten. Sie sind zum Großteil bereits österreichische Staatsbürger geworden, viele sogar in Österreich geboren. Aber es gibt nach wie vor emotionelle und persönliche bzw. private Bindungen in die Türkei.

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Wohlwollender Fortschrittsbericht

Am 6. November stellte die EU-Kommission die Fortschrittsberichte für die Kandidatenländer vor. Angesichts eines Jahres, in dem die EU-Reformen deutlich in den Hintergrund gerückt sind, gelang es der Kommission, einen Bericht zur Türkei abzugeben, der bei allen Klagen über Stagnation positive Entwicklungen herausstellt. Der in diesem Jahr deutlich kürzer ausgefallene Bericht ist in diesem Sinne also ein wohlwollender. Zugleich mahnte der EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn bei seiner Präsentation des Berichts, dass zur Glaubwürdigkeit der EU-Politik nicht nur die Einhaltung der Verpflichtungen durch die Kandidaten sondern auch durch die EU selbst gehöre, womit er sich gegen die Blockade der Verhandlung in den einzelnen Abschnitten des Rechtsbestandes wandte.

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Kriegseuphorie und die Empörung der Straße

Ich war fassungslos, als ich im Radio einen Rektor einer Istanbuler Universität sagen höre, man werde notfalls - wie im Ersten Weltkrieg bei der Canakkale-Schlacht - einen ganzen Jahrgang Studenten dem Vaterland opfern.

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Kriegsvermeidung

Am 31. Oktober war Meldungen zufolge der Haupttagesordnungspunkt der Kabinettssitzung das Vorgehen gegen die PKK im Nord-Irak. Im Anschluss an die Sitzung erklärte Regierungssprecher Cemil Cicek, die Türkei werde ihr international verbrieftes Recht nutzen. Im Mittelpunkt der Diskussionen in der Regierung haben nach Ciceks Darstellung die USA-Reise von Ministerpräsident Erdogan, der am 5. November mit US-Präsident Bush zusammentreffen soll, sowie die Irak-Konferenz am kommenden Wochenende in Istanbul gestanden. Im Hinblick auf die erwarteten wirtschaftlichen Sanktionen gegen den Irak erklärte Cicek, man werde keine Schritte ergreifen, die die Zivilbevölkerung träfen.

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Erst die Geschenke - dann die Rechnung

Das Frühjahr ist vorbei. Die Wahl auch. Nach viel Optimismus und einigen Wahlgeschenke kommt die Zeit der "bitteren Pillen". Mit der Vorlage des Haushaltsentwurfs für 2008 musste die Regierung eingestehen, dass die Haushaltsziele für dieses Jahr voraussichtlich nicht gehalten werden können. Problem zeichnen sich insbesondere auf der Einnahmenseite ab. Aber auch bei den Ausgaben haben insbesondere die höheren Rohölpreise eine Strich durch die Rechnung gemacht.

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Zwei Mal Fatih for Oscar

Von Claus Stille

Schon im Alter von acht, neun Jahren wollte der kleine Fatih am liebsten Filme drehen.

Inzwischen ist Fatih Akin 34 Jahre alt und hat fünf Spielfilme inszeniert. Sein Name hat in der Welt des Films bereits einen guten Klang. Der deutsch-türkische Filmemacher Fatih Akin studierte an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste. In einigen Streifen wirkte er auch als Schauspieler mit. Meist durfte er im Film aber nur den „Quoten-Türken“ geben. Akin wollte mehr...

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Die Einheit von Form und Inhalt

Anmerkungen zur türkischen Verfassungsdiskussion

von Stefan Hibbeler

Den Absichten der Autoren zufolge entsteht zurzeit der Entwurf für eine neue, moderne, freiheitlichere Verfassung der Türkei. Doch zeigt sich ein Teil der türkischen Öffentlichkeit von den guten Absichten der AKP nicht überzeugt. Zum einen richtet sich die Kritik gegen Pläne, das Kopftuchtragen an Universitäten zuzulassen. Zum anderen gibt es grundsätzliche Einwände gegen die Verfahrensweise.

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Ein Buch, das in die Zeit passt:Junge Muslime in Deutschland“

Von Claus Stille

Vor 40 Jahren begann die Einwanderung von Muslimen aus islamischen Ländern nach Deutschland. Längst sind diese Muslime – viele von ihnen stammen aus der Türkei – unübersehbarer Teil der Gesellschaft geworden. Wie die private Lebenslage dieser Menschen aussieht, was sie denken, was für Probleme sie haben – darüber weiß die Mehrheitsgesellschaft nur wenig.

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Abdullah Gül zum 11. Staatspräsidenten der Türkei gewählt

Die Wahl des 11. Staatspräsidenten hat die Türkei an den Rand einer Staatskrise geführt. Nach der gescheiterten ersten Wahl, vorgezogenen Parlamentswahlen und einem klaren Wahlsieg der AKP wurde am 28. August Abdullah Gül im dritten Wahlgang zum Präsidenten gewählt. Die Ursachen, die zur Krise führten, sind nach wie vor nicht ausgeräumt. Sie sind zum einen eine Hypothek für die Amtsführung Güls und zum anderen potenzielle Auslöser neuer politischer Konflikte, wenn es um die angekündigte Verfassungsreform geht.

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Die 60. Regierung der türkischen Republik

Am Tag nach dem Amtsantritt von Staatspräsident Gül bestätigte dieser die Kabinettsliste der 60. Regierung der Türkei unter Führung von Tayyip Erdogan. Am 31. August stellt dieser dem Parlament seine Regierungserklärung vor, am 5. September soll die Vertrauensabstimmung erfolgen. Bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Kabinetts machte Erdogan deutlich, dass eine Reihe von Aufgaben zwischen den Ministerien umverteilt werden sollen, dazu aber die Zustimmung des Parlaments erforderlich sei. Offen bleibt, ob mit diesen Änderungen auch Veränderungen im Kabinett erfolgen könnten.

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Abschied von der EU-Beitrittsperspektive der Türkei?

Von Stefan Hibbeler

Zum Jahreswechsel erschien in den Reihen der Stiftung für Wissenschaft und Politik (swp Berlin) ein Beitrag von Heinz Kramer, der nach dem Dezember-Gipfel ein sehr pessimistisches Resümee über die Beitrittsaussichten der Türkei zeichnete. Die Entwicklungen der vergangenen Monate – in der EU wie in der Türkei – geben wenig Hoffnung, dass in absehbarer Zeit neuer Optimismus für den türkischen Beitrittsprozess gewonnen werden kann.

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Eine neue Verfassung

von Stefan Hibbeler

Bereits kurz nach der Wahl vom 22. Juli waren Einzelheiten eines von einer Juristenkommission unter Leitung von Prof. Dr. Ergun Özbudun im Auftrag der AKP erarbeiteten Vorentwurfs für eine neue Verfassung bekannt geworden.

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Der „Deutsche Heldenfriedhof in Skutari“
Ein vergessener Friedhof in Istanbul

von Hans-Peter Laqueur

Einige Eckdaten:
   - Am 30. Oktober 1918 unterzeichneten der Kommandant der britischen Mittelmeerflotte Vizeadmiral Calthrope und der osmanische Marineminister Rauf Bey an Bord des Linienschiffs HMS Agamemnon im Hafen von Moudros auf der Insel Lemnos das Waffenstillstandsabkommen, das den Krieg für das Osmanische Reich nach exakt 4 Jahren beendete.
   - Bereits am 2. November waren erste Truppen der Siegermächte in Istanbul anwesend. Am 12. November ordnete die Waffenstillstandskommission an, daß alle deutschen Militärpersonen den europäischen Teil der Stadt zu verlassen und sich auf die andere Seite des Bosporus, nach Haydarpaşa und Moda zu begeben hätten.

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Die politischen Folgekosten von Güls Kandidatur als Staatspräsident

von Stefan Hibbeler

Am vergangenen Montag, nach einer Kabinetts- und einer Parteivorstandssitzung verständigte sich die AKP darauf, Abdullah Gül erneut als Kandidaten für das Amt des Staatspräsidenten zu nominieren. In den Tagen zuvor war spekuliert worden, ob Gül seine Kandidatur zurückziehen oder neben ihm weitere Kandidaten aufgestellt werden könnten.

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Der Asansör erspart das Kraxeln

von Claus Stille

Das Haus des Künstlers befindet sich in der steil ansteigenden, einstigen Asansör Straße, der heute nach ihm benannten, Dario-Moreno-Straße.

Sie führt direkt zu einem imposant aufragenden turmartigem Gebäude aus rotem Ziegelstein, dem Asansör.

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Einige Anmerkungen zur Wahl vom 22. Juli 2007

Auch wenn sich bezogen auf die Parteien bei dieser Wahl keine erdrutschartigen Veränderungen ergeben haben, so liegt die Zahl der neu ins Parlament einziehenden Abgeordneten bei 313 der insgesamt 550 Parlamentarier.
Der Blick auf die Karte gibt einen Eindruck von der Eindeutigkeit des Ergebnisses – die AKP wurde in allen Regionen der Türkei stärkste Partei. Selbst in traditionell von der CHP oder von kurdischen Parteien dominierten Gebieten konnte sie bedeutende Zuwächse erzielen.

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Ein überwältigender Wahlsieg der AKP

Es sei das „Memorandum“ des Volks an die „Gesellschaftsingenieure“ gewesen, lautet ein Kommentar, der gern auch von der AKP aufgegriffen wird.

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Die Rückkehr der parteilichen Presse

Von Haluk Sahin

(Zuerst erschienen in der „Radikal“ vom 14.07.07. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung des Autors von Stefan Hibbeler)

Wenn in Zukunft jemand die Geschichte der Wahl 2007 schreibt, so wird er folgende Zwischenüberschrift setzen: „Die Rückkehr der parteilichen Presse“ und er wird fortfahren:
„Die türkische Presse, die seit den 1960-er Jahren eine sehr vorsichtige Haltung bei ihrem Engagement für politische Parteien zeigte und „mal dem Hufeisen, mal dem Hufnagel“ folgte, kehrte bei der Parlamentswahl zu ihren alten Tagen zurück. Viele Zeitungen unterstützten sowohl mit ihren Nachrichten wie auch mit ihren Kommentaren offen eine Partei.“

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Gipfel-Boykott türkischer Verbände: Schelte, Verständnis und bleibende Kritik

Eine Nachlese

Von Claus Stille

Der zweite Integrationsgipfel der deutschen Bundesregierung vergangene Woche in Berlin wurde schließlich „nur“ von drei, statt - wie ursprünglich angekündigt – vier der wichtigsten türkischen Migrantenverbände boykottiert.

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Zu Anamur gehört der wichtigste Schildkrötenstrand der Türkei

Irmgard Brose /
Ulrike Marski /
Inga Mommsen-Peter

Zwei historische Sehenswürdigkeiten hat Anamur an der türkischen Südküste zu bieten: die Ruinen der antiken Stadt Anemurium und eine zinnengekrönte Festung aus der Kreuzritterzeit. Außerdem kann die Stadt Ausgangspunkt für Ausflüge ins Taurus-Gebirge mit seinen vielen kleinen Dörfern sein.

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Wie geht es weiter nach den Wahlen?

Die Medien sind immer ein wenig schneller. Seit sechs Wochen werden die Wahlen diskutiert. Keine Provinz, in der nicht die Reporter der nationsweit sendenden Radios und Fernsehen oder landesweiten Tageszeitungen aufgetaucht wären. Unterschwellig herrscht ohnehin das Gefühl, dass die Wahlen eigentlich schon gelaufen sind...

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Das ist der Gipfel!

Deutsche Integrationskonferenz ohne türkische Verbände

Von Claus Stille

Der für den 12. Juli geplante Integrationsgipfel im deutschen Kanzleramt wird ohne die vier wichtigsten türkischen Verbände stattfinden.

Wie der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, am Dienstag dem Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb) sagte, werden die Föderation Türkischer Elternvereine in Deutschland, die Türkisch-Deutsche Gesundheitsstiftung, die Türkische Gemeinde in Deutschland und die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) nicht auf dem Treffen in Berlin erscheinen.

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Irak Diskussionen

Ende Juni erklärte Außenminister Abdullah Gül noch einmal, dass gegebenenfalls das Parlament zu einer Sondersitzung zusammengerufen werde, um eine Regierungsvollmacht für einen Militäreinsatz gegen die PKK im Nord-Irak zu verabschieden. Zuvor hatte Generalstabschef Yasar Büyükanit noch einmal öffentlich erklärt, dass er einen solchen Einsatz als sinnvoll bewerte.

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Fall des in Antalya inhaftierten Marco W. schlug verspätete Wellen in Deutschland

Von Claus Stille

In den letzten Tagen beschäftigte der Fall des in Antalya inhaftierten Uelzener Schülers Marco W. die deutschen Medien außerordentlich stark. Dabei erfolgte die Verhaftung des Deutschen durch die türkische Polizei bereits Ostern. Dem 17-jährigen deutschen Schüler wird sexueller Missbrauch eines Kindes vorgeworfen.

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Meinungsumfragen und Orakel

Menschen träumen davon, die Zukunft vorhersehen zu können. Sie haben, um diesen Traum zu verwirklichen, unterschiedliche Techniken entwickelt. Vom Orakel und Horoskop sind wir in modernen Zeiten zu Szenarien und statistischen Verfahren übergegangen. Doch neben der Tücke, dass die Wirklichkeit komplizierter ist, als die Modelle, mit denen wir sie abbilden wollen, ergibt sich früher wie heute das gleiche Problem: geht es dem Deuter darum, die Zukunft vorherzusehen oder verfolgt er andere Ziele?

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Die EU zeigt sich von ihrer zähen Seite...

Bis in die frühen Morgenstunden des 23. Juni wurde in Brüssel verhandelt, um das Reformprojekt der EU zu retten. Zur Illustration der Härte der Verhandlungen mag die Drohung von Bundeskanzlerin Merkel an Polen ausreichen, dass gegebenenfalls auch ohne Polen weitergemacht werden könnte.

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„So etwas wollen wir hier nicht akzeptieren“

- Der Fall Hatun Sürücü und seine Folgen -

von Rechtsanwältin Dr. Susanne Benöhr-Laqueur
und Sanem Karakocogullari, Cand. jur. sowie Migrantenberaterin für junge türkische Frauen bei der AWO in Bremerhaven

Die junge attraktive Frau hatte keine Chance. Arglos trat sie ihrem Bruder an einem dunklen Februarabend im Jahre 2005 gegenüber, als dieser die Waffe zog und ihr dreimal in den Kopf schoß.(1) Zwei Kugeln zerrissen ihr das Gesicht, die dritte Kugel durchschlug den Kopf am rechten Ohr. Als der Notarzt kam glimmte in der Hand der 23-jährigen noch die Zigarette.(2) Warum musste Hatun Sürücü sterben? Drei Gymnasiasten mit Migrationshintergrund fassten es kurze Zeit später in einem sehr einfachen Satz zusammen: „Die hat doch selbst Schuld. Die Hure lief rum wie eine Deutsche“.(3) Der Fall Sürücü wurde zum Politikum und er gilt vielen Deutschen seitdem als der Inbegriff des „Türkischen Ehrenmordes“.

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Ein bisschen hüzün über Galata

Von Claus Stille

Es ist schon ein paar Jahre her. Ein klappernder Ikarus-Bus mit augenscheinlich etlichen Dienstjahren auf der Karosse hatte zischend und rasselnd in Güngören gestoppt, uns eben dort aufgepickt und dann doch verblüffend zuverlässig nach Eminönü befördert. Gehörig aufgeheizt von der unablässig auf die blecherne Haut des Stadtbusses ballernden Sonnenglut und der aus dessen Bauch aufsteigenden höllischen Hitze des angestrengt Dienst tuenden grummelnden Diesels, „spuckte“ uns das Gefährt mit unangenehm von Schweiß durchfeuchteter an der Haut festklebender Kleidung auf den vor Menschen nur so wimmelnden Halteplatz hinaus ins Freie.

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Aleviten im Europaparlament

Am 13. Juni fand unter dem Vorsitz von Cem Özdemir im Europaparlament eine Konferenz mit dem Titel "Was für eine Türkei wollen die Aleviten" statt. Als Redner waren der Direktor der Türkei-Abteilung des EU-Erweiterungskommissariats Christian Danielsson, Jost Lagendijk als Vorsitzender der türkisch-europäischen gemischten Parlamentarierkommission, der Vorsitzende der Föderation der Alevi Bektaschi Selahattin Özel sowie Turgut Öker als Vorsitzender der europäischen alevitischen Föderation geladen.

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Mahnt: Die neue Arche auf dem Berg Ararat

Von Claus Stille

Die Geschichte geht auf die Bibel zurück: Vor langer, langer Zeit soll Gott einen Mann namens Noah befohlen haben, ein Schiff zu bauen, um dessen Familie und viele Tiere vor der größten Überschwemmung aller Zeiten zu retten. Noah tat also wie ihm geheißen worden war. Er baute das Schiff und brachte darin die Tiere und seine Familie unter. Als schließlich die vorausgesagte, Sintflut genannte, Katastrophe eintrat, überlebten nur die Insassen des Schiffes mit dem Namen Arche - was wörtlich Kasten bedeutet – alle Menschen ertranken in den Fluten.

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Die Regierungszeit der AKP

von Stefan Hibbeler

Nach schnellen Reformen und beeindruckenden Wirtschaftserfolgen in den ersten beiden Regierungsjahren traten in den vergangenen zwei Jahren Auseinandersetzungen mit der EU und innenpolitische Spannungen in den Vordergrund, die die Entwicklung bremsten.

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Filmfestspiele Cannes: Drehbuchpreis für Fatih Akin

Von Claus Stille

Das den Kinozuschauern tief unter die Haut gehende Beziehungsdrama „Gegen die Wand“ machte den türkischstämmigen Hamburger Filmregisseur Fatih Akin schlagartig einem größeren Publikum bekannt

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Drei Tage im Mai

von Hans-Peter Laqueur

Als ich heute auf der Zeitung das Datum „14. Mai“ las, wurden Erinnerungen lebendig, Erinnerungen einen politischen Feiertag, der in der Türkei zum letzten Male vor 47 Jahren begangen wurde, und an den sich heute wohl kaum noch jemand erinnert. Genauer gesagt wurde er vor 48 Jahren zuletzt feierlich begangen, denn 1960 fiel er in das Vorfeld jenes Ereignisses, dessen danach mit dem Dritten der hier behandelten Tage im Mai gedacht wurde: der 14. Mai 1960 war in Ankara und Istanbul mehr von Demonstrationen und Tränengas geprägt, als von der Festtagsstimmung der vorangegangenen zehn Jahre.

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Erasmus und der Orient in Istanbul

von Oliver Ulrich

„Ach Istanbul, wie sehr ich dich an manchen Tagen hasse, um mich am nächsten wieder hoffnungslos in dich zu verlieben! Seit vier Monaten lebe ich nun in dir, besuche eine deiner unzähligen Universitäten, gehe spazieren in deinen mal wunderschönen, mal schrecklich heruntergekommenen Gassen und sitze stundenlang in deinen Cafés, um mit Freunden über dich zu sprechen.“

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Der 1. Mai in Istanbul

In diesem Jahr geriet die Kundgebung zum 1. Mai in Istanbul zu einer Kraftprobe zwischen dem linken Gewerkschaftsbund DISK und dem Staat. Während in Istanbul zwei getrennte Kundgebungen stattfanden, legten die Maßnahmen der Provinzverwaltung zur Verhinderung einer DISK-Kundgebung am Taksim Platz die ganze Stadt über Stunden lahm. Es kam zu massiven Polizeieinsätzen und zahlreichen Festnahmen. Am Okmeydani kam es zu einer Straßenschlacht.

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Türkische Menschenrechtsstiftung zum 1. Mai in Istanbul

An Presse und Öffentlichkeit
Diejenigen, die heute ein demokratisches Recht in Anspruch nehmend den 1. Mai als Feiertag der Arbeiterschaft wahrnehmen wollten, begegneten einem Frontalangriff.

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Zum Urteil des Verfassungsgerichts

von Günter Seufert

Gestern um zehn nach sechs atmeten in der Türkei Staat und Nation tief durch. Ein Putsch des Militärs scheint vorerst abgewendet und die Einhaltung demokratischer Spielregel vorläufig gewahrt. Erkauft wurde die Rettung freilich mit einem Urteil des Verfassungsgerichts, das aller Logik Hohn spricht und von maßgeblichen Experten als rundum fehlerhaft bezeichnet wird.

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Erst das Parlament, dann den Präsidenten wählen?

Eine Chronologie zur Präsidentenwahl

Jeden Tag ein neues Ereignis. Sah es ab Mitte April so aus, als würde die erwartete Krise um die Präsidentenwahl ausbleiben, ist sie spätestens seit Freitag in voller Härte ausgebrochen. Angesichts der Nachrichtenflut ist es nützlich, einige Etappen der Entwicklung im Auge zu behalten.

Am 10. April trat der Nationale Sicherheitsrat das letzte Mal unter Vorsitz von Staatspräsident Sezer zusammen. Im Vorfeld der Sitzung wurde vermutet, dass Sezer insbesondere islamistische Entwicklungen auf die Tagesordnung bringen würde. In der Presseerklärung zur nichtöffentlichen Sitzung findet sich aber kein Anzeichen dafür. Stattdessen legt die Presseerklärung nahe, dass die Irak-Politik und der Kampf gegen die PKK im Vordergrund gestanden haben. Für viele Kommentatoren war dies ein Hinweis dafür, dass eine Konfrontation zwischen Regierung und staatlichen Institutionen wie Militär und Hoher Hochschulrat vermieden werde.

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Über Abdullah Gül

Die Nominierung von Abdullah Gül als Kandidaten für das Amt des Staatspräsidenten hat in vielen Kreisen Erleichterung ausgelöst. Gül gilt als ein Mann des Ausgleichs. Betrachtet man die kaum sechsmonatige Amtszeit als Ministerpräsident von seiner Beauftragung im November 2002 bis er sein Amt im April 2003 an Tayyip Erdogan übergab, so kann man Gül zugleich auch einen der überzeugendsten Reformer in der AKP charakterisieren.

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Drei Morde in Malatya und die Diskussion über die Hintergründe

Am 18. April wurden im Büro des Zirve Verlags in Malatya drei Menschen zunächst gefesselt und ihnen dann die Kehle durchgeschnitten. Die fünf Täter sind Studenten im Alter von 19 bis 20 Jahren. Sie wollten "etwas gegen die Missionare in Malatya" unternehmen, sollen sie der Polizei gesagt haben. Auch sollen sie erklärt haben, dass die Morde nicht beabsichtigt waren. Sie hätten die drei Männer im Verlag "nur einschüchtern" wollen.

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Bekenntnis zur Republik

von Stefan Hibbeler

Die Schätzungen schwanken zwischen 300.000 und 370.000 - am 14. April fand in Ankara eine der größten Demonstrationen der türkischen Geschichte statt. Transparente waren nicht zugelassen - nur türkische Fahnen. Es sollten keine Parolen gegen Ministerpräsident Erdogan oder gegen die Regierung gerufen werden - dies wurde Berichten zufolge weitgehend eingehalten. Zu hören waren statt dessen Parolen wie "die Türkei ist und bleibt laizistisch".

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Probleme der Aufarbeitung von ethnonationaler Geschichtsschreibung

von Efkan Barin

Der kommende 24. April ist der Tag an dem insbesondere Armenien und die Diaspora an den „Ittihatistischen Völkermord“ an den Armeniern des Osmanischen Reiches trauern und gedenken. Jener Tag des Jahres 1915 wird als Beginn dieser Tragödie datiert, an dem die politische, intellektuelle und Handelselite in Istanbul festgenommen und anschließend ins Landesinnere verschleppt und ermordet wurde; so die armenische Lesart. Tatsächlich wurden binnen einem Monat 2.345 Armenier verhaftet; so auch die türkische Lesart. „Niemand anders hat die furchtbare Vernichtung des armenischen Volkes herbeigeführt, als die Politik der christlichen Großmächte selbst.“

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Alevitische Jugendliche in Deutschland
Engagiert, willensstark und zuversichtlich

von Ali Sirin

Gedankenverloren sind die Jugendlichen, die den melancholischen Klängen des Saz’ (Langhalslaute) lauschen. Behänd zupfen die Finger der jungen Frau die Saiten der Saz und singt die Strophen zu der Musik. Beim Refrain singen alle Jugendliche mit, die einen laut aus dem ganzen Herzen, die anderen trübsinnig leise. Einige schunkeln ergriffen. Eine traurige, schwermütige Atmosphäre herrscht, als ob alle gleich im Kollektiv weinen würden. Sevil Ates, eine 22-Jährige Studentin aus der westfälischen Stadt Münster, wo sie Lehramt studiert, reicht die Saz an den Nächsten weiter. Sie lächelt und wirft ihre schwarzen Haare hinter den Rücken. „Diese Lieder, die wir Deyis nennen, geben meist traditionelle und religiöse Erzählungen und Gedichte alevitischer Dichter wieder“, erklärt Sevil: „in der die Sehnsucht nach der Wahrheit, der Liebe und einem friedlichen Zusammenleben zum Ausdruck kommen.“

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Eine „Çaykur“-Geschichte

Von Dr. Süheyla Altay

(Übersetzung aus dem Türkischen von Stefan Hibbeler)

Was hat mir meine Liebe zum Tee der Marke Çaykur schon für Ärger eingetragen. Ach wenn Sie wüssten!...
Ob es im Norden, im Süden oder in Istanbul ist – ich brauche meinen Çaykur. Und was mir deshalb alles zugestoßen ist, kann ich gar nicht aufzählen. Ach Freunde, man hat uns vergiftet! ...

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Richtet die Zollunion einen Schaden an, der einen Austritt nötig machte?

von Alaatin Aktas

(Zuerst erschienen in der Dünya vom 31.03.07. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung des Autors von Stefan Hibbeler)

Vor kurzem hat der Staatsminister und stellvertrendende Ministerpräsident Abdüllatif Sener zwei wichtige Themen auf die Tagesordnung gebracht. Sener erklärte, dass über das freie Wechselkursregime diskutiert werden könne und außerdem die Zollunion neu aufgegriffen werden könnte. Beides sind sehr wichtige Themen und es wurde mit ein wenig Befremden aufgenommen, dass sie in die Rede bei einem Verein eingingen. Handelt es sich wohl um Seners persönliche Einstellung oder sind es Themen, die im Kabinett behandelt wurden? Wenn das Thema im Kabinett besprochen wurde, hat es eine Entscheidung gegeben? Und ist es richtig, falls es eine Entscheidung gegeben hat, das Thema in eine Rede bei einem Verein zu zwängen? Wir haben keine Möglichkeit, auf diese Fragen eine zuverlässige Antwort zu geben. Hinzu kommt, dass in der Türkei, die jeden Morgen mit einer neuen Tagesordnung aufwacht und wo in diesen Tagen vor allem politische Themen im Vordergrund stehen, weder über freie Wechselkurse noch über die Zollunion diskutiert wird.

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Detailreiche Umfrage zu Identitätsfragen

von Stefan Hibbeler

Die Tageszeitung Milliyet veröffentlichte eine Artikelserie, in der sie die Ergebnisse einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts KONDA zu Identitätsfragen der türkischen Bevölkerung wiedergab. In acht Folgen, die am 19. März begannen, wird detailliert Auskunft über ethnische und religiöse Aspekte kollektiver Identität Auskunft gegeben. Es handelt sich um eine ausgesprochen umfangreiche Umfrage, die mit rund 48.000 Teilnehmern an 2.721 Orten der Türkei in Interview-Form durchgeführt wurde.

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Der Gewerkschaftsbund DISK wird 40

Am 26. Februar veranstaltet der linke Gewerkschaftsbund DISK ein "Treffen der Freunde". In seiner 40-jährigen Geschichte hat DISK große Arbeitskämpfe geführt, aber auch viele Opfer zu beklagen. Und trotz einer schrittweisen Lockerung der gewerkschaftsfeindlichen Gesetzgebung nach dem Militärputsch von 1980 sind die Arbeitsmöglichkeiten für Gewerkschaften auch heute noch stark eingeschränkt.

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Ismail Cem und die außenpolitische Vision der Türkei

E. Fuat Keyman

(Zuerst erschienen in der Bücherbeilage der Tageszeitung Radikal vom 2. Februar 2007. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung des Autors von Stefan Hibbeler)

Der am 24. Januar verstorbene Ismail Cem war einer jener Politiker mit Ansehen und Vision, die mit ihrer Persönlichkeit zu den wichtigen Werten der Türkei beitrugen.

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Wien darf nicht Istanbul werden – die Fortsetzung…

von Renato Lanza

Heinz-Christian Strache ist so manchem Leser der Istanbul Post bereits ein Begriff. Besonders hervorgetan hat sich der österreichische FPÖ-Parlamentarier und Parteichef, durch seine heftigen Attacken gegen die Türkei und deren Bürger. Mit seinem Slogan „Wien darf nicht Istanbul werden“, hat er so manches verständnislose Kopfschütteln, wie zum Beispiel das des österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer, verursacht.
Nun macht Heinz-Christian Strache wieder auf sich besonders aufmerksam.

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Schutz von Straßentieren in Akyaka

von Stefan Hibbeler

Zu Weihnachten starben bei der dritten Vergiftungsaktion im Dorf Akbaba (Istanbul-Beykoz) nochmals viele Katzen und Hunde (s. Bericht). Auch vergeht kaum ein Tag ohne Berichte über ähnliche Gemetzel an anderen Orten. Als Sezen Aksu am vergangenen Sonntag für einen Tag die Chefredaktion der Tageszeitung "Radikal" übernahm und fünf "Schandflecken" der Türkei auf die Titelseite brachte, war eines davon der Tierschutz. Ich verfolge die Nachrichten mit gemischten Gefühlen: Betroffenheit über die Brutalität und Selbstgerechtigkeit, mit der die berichteten Taten begangen werden. Aber auch Freude darüber, dass die Vorfälle endlich so ernst genommen werden, dass die überregionale Presse davon Notiz nimmt. Es ändert sich etwas - wenn auch langsam. In dieser Gemütslage haben mich Berichte aus Akyaka sehr gefreut.

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Juristisches Nachspiel um YIMPAS

von Stefan Hibbeler

Die Rechtsanwältin Susanne Benöhr-Laqueur machte mich darauf aufmerksam, dass gegen die YIMPAS AG in der Schweiz ein Liquidationsverfahren eröffnet wurde (Auszug aus dem Schweizer Amtsblatt). Das Verfahren wird damit begründet, dass nach Ablauf der gesetzten Frist weder ein neuer Vertreter der Gesellschaft noch ein neuer Geschäftssitz benannt wurde. Juristisch entsteht dabei das Problem, dass zurzeit in der Schweiz kein Adressat für die Zustellung einer Klage/zur Geltendmachung von Ansprüchen mehr zur Verfügung steht.

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Eine kluge Entscheidung ...

Die EU-Außenminister beschließen eine Sanktion gegen die Türkei - Deutschland kündigt an, dass EU-Versprechen gegenüber Nord-Zypern auf die Tagesordnung zu bringen

So richtig glücklich ist niemand. Die Länder, die eine härtere Gangart gegenüber der Türkei vorschlugen, müssen sich mit der Empfehlung der EU-Kommission abfinden. Die türkische Regierung empfindet die Entscheidung als ungerecht - ihrer Ansicht nach kann von keiner Verpflichtung die Rede sein, der Ankara nicht nachgekommen sei. Im Kern jedoch bietet die Entscheidung der EU-Außenminister vom Montag eine Basis, die steckengebliebenen Beitrittsverhandlungen mit der Türkei wieder aufzunehmen. Sollte sich die mit dem neuen Jahr beginnende deutsche Präsidentschaft auch bei der Verwirklichung des Handelsprotokolls für Nord-Zypern durchsetzen, stünde einer Öffnung türkischer Häfen und Flughäfen nichts mehr im Wege.

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„Allaman sabit.“

Ein deutscher Offizier im türkischen Befreiungskrieg.

Hauptmann [Hans] TRÖBST: Soldatenblut. Vom Baltikum zu Kemal Pascha. Leipzig (Verlag von K. F. Koehler) 1925.

von Hans-Peter Laqueur

Am 30. Januar 1921 ging vor Inebolu am Schwarzen Meer der kleine italienische Frachter `Mariania´ vor Anker. Unter den Passagieren, die sich dort ausschifften, war einer, der das besondere Interesse der Einwohner des Städtchens, der Behörden dort und der provisorischen Nationalregierung in Ankara erweckte: Der damals 29-jährige königl. preußische Hauptmann a.D. Hans Troebst. Wer war er, wo kam er her, wo wollte er hin?

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Die türkische Wirtschaft zwischen Privatisierung, Privilegien und Wettbewerb am Beispiel des Armeehilfsfond (Oyak)

von Dirk TRÖNDLE aus Ankara

 

Die Türkei ist seit einigen Jahren mit Steigerungsraten von bis zu 10% eines der interessantesten Wachstumsländer weltweit. Einerseits wird ein positiver Wachstumstrend für die kommenden Jahre prognostiziert, wenn auch auf einem niedrigeren Niveau als bisher. Ferner bietet das Land Investoren attraktive Rahmenbedingungen wie u.a. ungesättigte Märkte und eine junge, gut ausgebildete Bevölkerung. Andererseits existieren trotz erheblicher Privatisierungsbemühungen der aktuellen Regierung unter dem Oberbegriff Kamu iktisadi teşebbüsü (KIT) weiterhin unzählige staatliche Unternehmen, Monopole und Beteiligungen des Staates an Unternehmen. In einigen Wirtschaftssektoren ist der Staat immer noch der einzige Akteur. Die Gründe dafür liegen in spezifischen Ausgangsbedingungen der türkischen Wirtschaft.

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Urlaubsmitbringsel: Kind

Die Zentren für Reproduktionsmedizin expandieren - auch in der Türkei!?

von Susanne Benöhr-Laqueur

"The most precious gift of all" - das klingt der Jahreszeit entsprechend weihnachtlich, dient aber zugleich als Überschrift für eine Website in der türkische Reproduktionskliniken gelistet werden (1). Ob in Antalya, Konya, Istanbul, Ankara, Denizli, Izmir oder Isparta - in fast jeder größeren Stadt finden sich inzwischen derartige Zentren. Das "Geschäft" mit der Fruchtbarkeit scheint zu expandieren, zumal in der Türkei Kinder einen großen Stellenwert genießen und Schätzungen zufolge ca. 1,5 Millionen Menschen dort unfruchtbar oder zeugungsunfähig sind (2).

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Konservatismus und Werteorientierung

TESEV legt neue Studie zur Religiosität und politischen Orientierungen vor

von Stefan Hibbeler

Eine Ende November von der Stiftung für wirtschaftliche und soziale Studien (TESEV) vorgestellte Untersuchung zeigt eine wachsende Bedeutung der Religion für die Identitätsfindung der Bevölkerung. Im Hinblick auf die politischen Implikationen dieser Entwicklung legen die Ergebnisse nahe, dass die wachsende Religiosität nicht mit einer höheren Befürwortung einer islamischen Staatsordnung einhergeht. Bei der umstrittenen Frage des Kopftuches werden religiöse, nicht politische Motive in den Vordergrund gestellt. Im Hinblick auf Vorurteile zeigt die Untersuchung, dass die Abgrenzung zwischen Sunniten und Aleviten aber auch gegenüber anderen Religionsgemeinschaften zugenommen hat. Das höchste Vorurteilsniveau besteht gegenüber Homosexuellen.

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Rezension: Katja Eydel - Die Erfindung der Türkei

- Ein Ausstellungskatalog -

von Stefan Hibbeler

Im Juni diesen Jahres fand im Kunstverein Göttingen eine Ausstellung "Modell & Symbol: Die Erfindung der Türkei" von Katja Eydel statt. Entstanden ist die Photoausstellung auf der Grundlage eines achtmonatigen Aufenthalts von Katja Eydel. Nun ist der Katalog zur Ausstellung erschienen - wobei "Katalog" vielleicht eine mißverständliche Bezeichnung ist: Es ist ein Fotoband mit einem kurzen Vorwort von Katja Eydel und vertiefenden Aufsätzen von Ariane