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- (Zaman, 27.06.05) Zecken-Alarm in einigen inneranatolischen
Provinzen. In Tokat, Sivas, Giresun und Yozgat
sind Virusinfektionen (Krim Kongo Fieber, CCHFV) durch Zeckenbisse aufgetreten.
Die Gesundheitsbehörden versuchen durch eine Aufklärungskampagne
und Impfungen Infektionen vorzubeugen. Außerdem werden Insektenvertilgungsmittel
eingesetzt.
- (NTV, 24.06.05) Polizei beklagt neue Strafprozeßordnung.
Nach Einschätzung des Sprechers der Polizeigeneraldirektion
Ismail Çaliskan hat das neue Recht die ohnehin vorhandene Arbeitsüberlastung
der Polizei weiter verstärkt, während die Staatsanwaltschaften
keine schlüssige Haltung gegenüber dem neuen Gesetz entwickelt
haben. Während einige Staatsanwälte die Polizei aufforderten,
genauso weiterzuarbeiten wie zuvor, erwarteten andere die buchstabengetreue
Umsetzung des neuen Rechts, was zu Problemen führe. (Gemäß
der am 1. Juni in Kraft getretenen neuen Strafprozeßordnung liegen
Strafermittlungen grundsätzlich bei der Staatsanwaltschaft, die
sie durch abgeordnete und ihnen unterstellte Polizisten durchführen.
Außerdem wurden die Anforderungen zur Überprüfung von
Festnahmen und Durchsuchungen deutlich erhöht).
- (Zaman, 24.06.05) Welt-Tribunal zum Irak führt Schlußsitzung
in Istanbul durch. Nach zweijähriger Tätigkeit
hat die internationale Bürgerrechts- und Friedensinitiative "World
Tribunal on Irak" mit der Schlußsitzung in Istanbul begonnen.
Nach Auskunft des Jury-Sprechers Arindhati Roy läge das Ziel der
Initiative nicht im allgemeinen Weltfrieden, sondern der Weltöffentlichkeit
bisher nicht bekannte Informationen und Tatsachen vorzustellen. Mit
dem Spruch der 17-köpfigen Jury wird am Montag gerechnet.
- (Dünya, 24.06.05) Antiamerikanismus gestiegen.
In einer international vergleichenden Studie hat das Pew Institut vom
27. April bis 14. Mai in der Türkei eine Umfrage unter 1.300 Erwachsenen
durchgeführt. Den Ergebnissen zufolge haben 67 % der türkischen
Bevölkerung negative Einstellungen gegenüber den USA. Im vergangenen
Jahr lag dieser Anteil noch bei 63 %. 77 % der Befragten fanden, dass
die USA in ihrer Außenpolitik andere Länder nicht berücksichtige.
Nur 8 % befanden Präsident Bush für vertrauenswürdig.
65 % der Befragten gaben an, dass die USA für die Türkei zu
einer militärischen Bedrohung werden könnten.
- (Aksam, 24.06.05) Strafgesetzbuchsänderung ohne Änderung
erneut verabschiedet. Das von Präsident
Sezer zur erneuten Beratung an das Parlament zurücküberwiesene
Änderungsgesetz zum am 1. Juni in Kraft getretenen Türkischen
Strafgesetzbuch wurde vom Parlament ohne Änderung erneut beschlossen.
Will der Präsident seinen Widerstand gegen das Gesetz aufrecht
erhalten, so bleibt ihm nun der Gang zum Verfassungsgericht oder die
Ansetzung eines Referendums. Beim Änderungsgesetz hatte die Senkung
des Strafmaßes für die Durchführung ungenehmigter Bildungsmaßnahmen
am meisten Diskussion ausgelöst, da die jetzt vorgesehene Strafe
nicht mehr Haft, sondern Geldstrafe bedeute.
- (Aksam, 24.06.05) Politisches Dokument zur Nationalen Sicherheit.
Eigentlich hätte die Neuauflage des Politischen Dokuments zur Nationalen
Sicherheit auf der Tagesordnung der regelmäßigen Sitzung
des Nationalen Sicherheitsrates stehen sollen, wurde jedoch auf Einspruch
der militärischen Mitglieder vertagt. Dem Zeitungsbericht zufolge
werden dafür vier Gründe genannt. Zunächst habe die Beratungszeit
der Militärführung nicht ausgereicht, denn das Dokument sei
nur vier Tage vor der Sitzung zugestellt worden. Ein zweiter Punkt betrifft
die Bewertung von Prioritäten bei der innernen Sicherheit. Hier
tritt die Militärführung dafür ein, gleichwertig neben
dem Terrorismus auch "die Reaktion" (i.d.R. Bezeichnung für
islamistische Strömungen) als Bedrohung aufzuführen. In dem
Dokumentenentwurf soll außerdem die Rolle des Militärs neu
gefaßt worden sein. Demzufolge solle das Militär nur noch
für die äußere Sicherheit zuständig sei, wie es
"EU-Standards" entspräche. Als vierter Grund wird außerdem
die Betonung "verfassungsmäßiger Freiheiten" angesprochen,
weil die Militärführung befürchte, dass damit auch die
Öffnung des Rechtsweges gegen Entscheidungen des Hohen Militärrates
vorgesehen werden könnte. Die Beratung des Dokumentenentwurfes
wurde auf die nächste Sitzung vertagt.
- (NTV, 23.06.05) Mosaikenmuseum von Zeugma eröffnet.
In Gaziantep wurde das weltweit zweitgrößte Mosaikenmuseum
mit den Funden aus Zeugma eröffnet. Bei seiner Eröffnungsrede
charakterisierte Ministerpräsident Erdogan die Tatsache, dass angesichts
großen Zeitdrucks die Untersuchung der Kulturschätze von
Zeugma aufgrund der Vernachlässigung der Vorgängerregierungen
nicht in wünschenswerter Weise möglich war und erklärte,
dass in Zukunft anhand eines kulturellen Inventars systematisch in allen
Provinzen am Erhalt des Kulturerbes gearbeitet werde.
- (Radikal, 23.06.05) Keine Schranken mehr für Suche nach
Bodenschätzen. Nach der Neufassung des
Bergbaugesetzes ist nun auch die zugehörige Ausführungsvorschrift
durch Veröffentlichung im Staatsanzeiger in Kraft getreten. Umweltschützer
wenden ein, dass gemäß des neuen Rechtes die Suche nach Bodenschätzen
auch in Natur- und Landschaftsschutzgebieten ermöglicht wird, was
sowohl der türkischen Verfassung als auch internationalen Umweltschutzabkommen
widerspräche.
- (Tagesschau, 22.06.05) Orhan Pamuk erhält Friedenspreis
des deutschen Buchhandels. Der Autor, dessen
Bücher "Die weiße Festung", "Rot ist mein
Name" und "Schnee" in Deutschland am bekanntesten sind,
erhält am 23. Oktober zum Abschluß der Frankfurter Buchmesse
den Friedenspreis des deutschen Buchhandels für sein unerschrockenes
Eintreten für Menschen- und Minderheitenrechte. Pamuk sei einem
Begriff von Kultur verpflichtet, der ganz auf Wissen und Respekt vor
dem anderen gründe, heißt es in der Meldung.
- (Zaman, 22.06.05) Auseinandersetzung zwischen Anwaltskammer
und Polizei über neue Haft- und Verhörverordnung.
Rechtsanwälte weisen die nach der neuen Strafprozeßordnung
vorgesehene Anwaltsbestellung zurück, weil durch die neue Verordnung
Verteidigungsrechte beschnitten würden. Der Anwalt Kerim Yurttas
wies die Verteidigung eines Festgenommenen zurück, weil ihm mit
Hinweis auf die Verordnung Akteneinsicht verweigert worden sei. Der
Vize-Präsident des Strafprozeßordnungsrates der Ankaraner
Anwaltskammer Orhan Simsek wies darauf hin, dass die neue Verordnung
hinter den Rechtsstand von 1992 zurückfiele und man nun auf das
Ergebnis einer Klage vor dem Verwaltungsgerichtshof warte. Nach Einschätzung
der Anwaltskammer verstoße die Verordnung mit der Verweigerung
der Einsicht in Untersuchungsakten gegen die Europäische Menschenrechtskonvention
und die neue Strafprozeßordnung. Sie geht deshalb davon aus, dass
der Verwaltungsgerichtshof eine einstweilige Anordnung zur Aussetzung
der Verordnung treffen werde.
- (Radikal, 22.06.05) Protestkundgebung gegen Haydarpasa-Projekt.
Der Plan der Großstadtverwaltung das bisherige Bahnhofsgelände
von Haydarpasa (Istanbul-Kadiköy) sowie das Hafengebiet von Harem
(Üsküdar) für eine Hochhausbebauung zu nutzen, ruft die
Kritik zahlreicher Initiativen hervor. Mit einer Kundgebung und einem
Straßenfest an dem 1.000 Menschen teilnahmen, haben die Architektenkammer,
die Gewerkschaft der Verkehrsbeschäftigten sowie zahlreiche Initiativen,
Vereine und Parteien das Projekt verurteilt.
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