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- (Radikal, 4.12.05) Keine Schule für Behinderte.
Nach Angaben der Ministerin für Familie und Frauen Nimet Cubukcu
haben von 300.000 Behinderten im schulpflichtigem Alter, die eigentlich
eine Schule besuchen könnten, nur 24.000 die Möglichkeit dies
tatsächlich zu tun. Jährlich werden nur 100 Behinderte an
Universitäten eingeschrieben. Durch eine Kampagne mit dem Namen
"Regenbogen" (gökkusagi) sollen in zunächst acht
Provinzen behindertengerechte Bildungszentren geschaffen werden. Außerdem
sollen in zehn Provinzen berufliche Rehabilitationszentren eingerichtet
werden. (Anmerkung: Ab dem 4. Dezember veröffentlicht die Tageszeitung
Radikal eine Artikelserie zur Lage der Behinderten in der Türkei;
www.radikal.com.tr)
- (Radikal, 4.12.05) Nach Malatya auch in Sirnak verschmutztes
Trinkwasser. Während in den vergangenen
zwei Wochen mehr als 8.000 Bürger in Malatya die Krankenhäuser
wegen Durchfallerkrankungen aufsuchten, die vermutlich durch verschmutztes
Leitungswasser verursacht wurden, gab die Govermentsverwaltung von Sirnak
bekannt, dass das Leitungswasser der Provinzstadt keine Trinkwasserqualität
aufweise. Bereits im Sommer hatte es auch in Ankara Probleme mit verunreinigtem
Trinkwasser gegeben.
- (Dünya, 3.12.05) Ab Montag Registrierungsaufruf für
Handys. Ab Montag werden an die schätzungsweise
20 Millionen nichtregistrierten Handys in der Türkei SMS mit der
Aufforderung geschickt, die Registrierung vorzunehmen. Wer die SMS bestätigt,
wird automatisch registriert - die Gebühr von 5 YTL wird über
den Provider eingezogen. Nach einer zweiten Aufforderungs-SMS wird das
Handy im Falle einer fehlenden Registrierung ab dem 14. Dezember automatisch
gesperrt.
- (Radikal, 2.12.05) Anklage gegen fünf bekannte Journalisten
wegen Armenier-Konferenz. Die Staatsanwaltschaft
Bagcilar (Istanbul) hat Anklage gegen Hasan Cemal, Ismet Berkan, Murat
Belge, Haluk Sahin und Erol Katircioglu wegen "Versuch der Beeinflussung
der Justiz" und "Schmähung der Justiz" erhoben.
Den Jornalisten wird vorgeworfen, im Zusammenhang mit der Diskussion
über die im September zunächst an der Bosporus Universität
vorgesehenen und aufgrund eines verwaltungsgerichtlichen Verbotes einen
Tag später an der Istanbuler Bilgi Universität durchgeführten
Armenier-Konferenz durch Aussagen die neben dem Justizministerium auch
alle Angehörige der Justiz geringgeschätzt zu haben. Das Strafmaß
für die beiden Straftatbestände liegt bei sechs Monaten bis
zu zehn Jahren.
- (Zaman, 2.12.05) Entwurf zum Datenschutzgesetz fertiggestellt.
Das Justizministerium gab bekannt, dass ein Gesetzentwurf zum Schutz
personenbezogener Daten an die Staatskanzlei überwiesen worden
sei. Kern der neuen Vorschrift wird sein, dass keine Daten ohne Kenntnis
und Einverständnis der betreffenden Person gespeichert werden dürfen.
Der Gesetzentwurf sieht außerdem vor, dass Daten zur ethnischen,
politischen oder religiösen Einstellung, zum Gesundheitszustand
und Vereinsmitgliedschaften sowie strafrechtlichen Verurteilungen nicht
gespeichert werden dürfen. Für Beschwerden soll ein unabhängiges
Aufsichtsgremium geschaffen werden. Für Kritik sorgt jedoch eine
recht umfassend formulierte Ausnahmeklausel, derzufolge die o.g. Daten
gespeichert werden dürfen, wenn dies aus Gründen von Sicherheit,
öffentlicher Ordnung, der Vorbeugung von Straftaten oder wirtschaftlich
erforderlich sei.
- (Radikal, 2.12.05) Iranischer Außenminister in der Türkei.
Die Gespräche mit Manucehr Muttaki gaben der türkischen
Regierung Gelegenheit, ihre Politik gegenüber dem Nachbarn zu konkretisieren.
Als Stichpunkte werden die Steigerung gegenseitiger Abhängigkeit,
Anreiz zur Lösung von Problemen (wie z.B. die Lage türkischer
Firmen beim Flughafen Teheran sowie der Handy-Lizenz für Turkcell)
und die Notwendigkeit eines "neuen Anfangs" genannt. Die USA
rufen die Türkei zu Druck und Sanktionen gegenüber dem Iran
auf. Sie werfen dem Iran vor, ein auf Waffenproduktion gerichtetes Atomprogramm
zu verfolgen und den internationalen Terrorismus zu unterstützen.
- (NTV, 1.12.05) Bericht über Gewalt gegen Frauen und Kinder
in Istanbul. Die Provinzverwaltung Istanbul
hat der parlamentarischen Untersuchungskommission über Ehrenmorde
in der Türkei einen schriftlichen Bericht über innerfamiliäre
Gewalt erstattet. In diesem Jahr sind für den Stadtbereich 484
Vorfälle registriert, im Umland der Stadt (Gendamerie-Gebiet) waren
es 1.058. Außerdem stellten 2.941 Frauen in diesem Jahr einen
Antrag auf Hilfe bei der Stiftung für soziale Unterstützung
und Solidarität der Provinzverwaltung Istanbul. Der Bericht weist
ausdrücklich auf die schwierige ökonomische Situation von
Zuwandererfamilien in der Provinz hin. Bei der Kinderarbeit wird darauf
hingewiesen, dass das Alter inzwischen bis auf fünf Jahre (10,5
% der arbeitenden Kinder sind im Alter zwischen 5 und 10 Jahren) gesunken
ist. Als wichtigste Ursachen für die Arbeit der Kinder werden familiäre
Probleme, Gewalt in der Familie oder Zwang durch die Eltern angeben.
- (Radikal, 1.12.05) Ein neues Adresssystem für die Türkei.
Ein Gesetzentwurf zum Meldewesen liegt dem Kabinett zur Unterschrift
vor. In einer Kombination aus Volkszählung und Adressfeststellung
werden Mitarbeiter des Staatlichen Statistikinstitutes in einem Zeitraum
von drei Monaten Hausbesuche durchführen. Die aktualisierten Adressen
sollen allen öffentlichen Stellen elektronisch zur Verfügung
gestellt werden und damit künftig das bisher häufige Problem
nicht auffindbarer Personen lösen. Die Bürger werden zugleich
verpflichtet, eine Adressänderung binnen zwanzig Tagen anzuzeigen.
Die mit der Aktion vollzogene Volkszählung soll dieses Mal ohne
Ausgehverbot der Bürger erfolgen.
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