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- (Zaman, 10.12.05) Gesetzentwurf zur Bewertung von Staatsgeheimnissen
fertiggestellt. Das Justizministerium hat einen
Gesetzentwurf fertiggestellt, der die Gründung eines Rates vorsieht,
der Dokumente und Informationen als Staatsgeheimnisse einstufen kann.
Die Einstufung kann befristet bis zu 25 Jahren erfolgen oder unbefristet,
was einen Zugang zu diesen Informationen nach 50 Jahren ermöglicht.
Der Rat soll aus Vertretern der Staatskanzlei, des Justiz-, Innen-,
Verteidiungs- und Aussenministerium bestehen. Außerdem soll dem
Staatspräsidenten ein Ermessen zugestanden werden. (Ob und in welchem
Verhältnis die Gesetzesinitiative zum Problem beim Umgang mit Staatsgeheimnissen
beim Informationsgesetz steht, bleibt offen. Anderen Meldungen zufolge
soll das Auskunftsrecht der Bürger durch eine Novelle des Informationsgesetzes
gestärkt werden).
- (Zaman, 10.12.05) Entwurf für die Novelle des Antiterrorgesetzes
gefährdet Freiheit. Die von der Union
der türkischen Rechtsanwaltskammern herausgegebene Zeitschrift
"Hukukla Yasam" beschäftigt sich in ihrer neuen Ausgabe
mit dem von Justizministerium, Innenminiserium und Sicherheitskräften
entwickelten Änderungsentwurf zum Antiterrorgesetz. Im Tenor zeigen
sich die Juristen überzeugt, dass eine wirksame Terrorismusbekämpfung
auf der Grundlage des bestehenden Rechts möglich ist. Durch die
geplante Rechtsänderung werde der Exekutive ein zu großer
Eingriffsspielraum gewährt. Ein Anwalt sieht in der geplanten Novelle
den Versuch, den erst vor einigen Jahren vollständig aufgehobenen
Ausnahmezustand nun flächendeckend und unbefristet wieder einführen
zu wollen.
- (Milliyet, 10.12.05) Meinungsumfrage zeigt Unterstützung
und Kritik an der Regierung. Eine von der regierenden
Ak Partei in Auftrag gegebene Meinungsumfrage, die von dem Unternehmen
Pollmark in 12 Provinzen mit 2.992 Teilnehmern durchgeführt wurde,
zeigt auf der einen Seite eine kritische Bewertung der Regierungspolitik
auf einigen Politikfeldern, auf der anderen Seite würde bei der
Sonntagsfrage die Ak Partei der Umfrage zufolge stärkste Partei.
Während bei der Senkung von Inflation und Zinsen sowie der Privatisierung
der Regierung Erfolg bescheinigt wird, fällt das Urteil beim Abbau
von Armut und Arbeitslosigkeit, Steuerpolitik und Haushaltsdisziplin
sowie der Korruptionsbekämpfung negativ aus. Auf die Frage nach
der Parteienpräferenz, wenn heute Parlamentswahlen wären,
gaben 44,4 % der Wähler die Ak Partei, 16,9 % die CHP und 10,9
% die MHP an. Die übrigen Parteien würden unterhalb der 10-prozentigen
Sperrklausel bleiben. Auf die Frage, ob die Regierung das Land gut führe,
antworteten 49,1 % positiv und 44,4 % negativ.
- (NTV, 9.12.05) Islam Konferenz Organisation beschließt
Reformprogramm. Zum Abschluß einer zweitägigen
Sitzung beschloss die Islam Konferenz Organisation ein auf 10 Jahre
angelegtes Reformprogramm, das sich zum Ziel gesetzt hat, transparentere
und wirksamere Strukturen zu entwickeln, Toleranz in den Vordergrund
zu stellen, gegen Extremismus und Terrorismus vorzugehen und Maßnahmen
gegen die sich ausbreitende Islamphobie zu ergreifen. Die Mitgliedsstaaten
verpflichten sich in diesem Zusammenhang auch, die nötige Gesetzgebung
zu schaffen, um gegen Terrorismus vorzugehen.
- (NTV, 9.12.05) Bewegung bei der Erteilung von Lizenzen für
Sendungen in nicht-türkischen Sprachen für Regionalsender.
Der Aufsichtsrat für Radio und Fernsehen hat bei seiner Sitzung
das Problem der Lizenzerteilung für regionale Sendungen in nichttürkischen
Sprachen, die in der Türkei gesprochen werden, aufgegriffen. Es
wird davon ausgegangen, dass die diesbezügliche Verordnung, die
die Anfertigung eines Zielgruppenprofils vorsah, geändert wird.
Zwei regionale Sender sollen außerdem inzwischen ihre Unterlagen
vollständig eingereicht haben, so dass nach Änderung der Verordnung
ihnen die Lizenz erteilt werden kann.
- (Zaman, 8.12.05) Probleme mit der Luftqualität.
Nach dem Aufbau von Messstationen in 31 Provinzen zeigt sich an zahlreichen
Orten, dass mit Beginn des Winters gravierende Probleme bei der Luftverschmutzung
bestehen. Die schlechtesten Kohlendioxid-Werte wurden in Tekirdagi gemessen,
gefolgt von Samsun, Denizli und Corum, während sich die Verschmutzung
in Großstädten wie Istanbul, Ankara und Izmir innerhalb der
Richtwerte bewegt. In neun Provinzen werden zwar nicht die für
die Türkei geltenden Grenzwerte beim CO2 und Staubpartikeln überschritten,
wohl aber die EU-Werte. Während in der Türkei für CO2
ein Grenzwert von 400 mg/m3 gilt, liegt dieser Wert in der EU bei 125
mg/m3. Bei Staubpartikeln liegt der EU-Grenzwert bei 50 mg/m3, in der
Türkei bei 300 mg/m3. Das Umweltministerium teilt mit, dass ein
Ausbau des Messnetzes auf die gesammte Türkei vorgesehen sei und
die dazu nötige Ausschreibung zur Zeit geprüft werde.
- (Radikal, 7.12.05) Lausanne-Vertrag wird Ausgangspunkt von
Untersuchung der Parlamentarischen Versammlung des Europarates.
Nachdem türkische Mitglieder eine Beschwerde über die Lage
der Muslime in West-Thrakien (Griechenland) erhoben hatte, hatten griechische
Abgeordnete mit einer Beschwerde über die Lage der nichtmuslimischen
Minderheiten in der Türkei geantwortet. Die Parlamentarische Versammlung
des Europarates beschloss nun, beide Anträge zusammenzufassen und
mit einem gemeinsamen Bericht zu bearbeiten. Damit wird erstmals der
Lausanne-Vertrag von 1923 mit den darin niedergelegten Minderheitenrechten
Ausgangspunkt einer Untersuchung des Europarates.
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