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- (NTV, 15.01.06) Grundeigentumsfragen auf Zypern.
Bei einer Konferenz unter Leitung von Staatspräsident Tasos Papadopulos,
an der auch die Oppositionsparteien teilnahmen, wurde beschlossen, nach
1974 aus dem Nordteil der Insel in den Süden übergesiedelten
Griechen im Ausgleich für ihre im Norden verlorenen Immobilien
gleichwertige Grundstücke von im Norden lebenden Türken zu
übereignen. Angesichts der breiten Zustimmung für die Maßnahme
wird damit gerechnet, dass die nötige Gesetzesgrundlage kurzfristig
vom Parlament verabschiedet wird.
- (Zaman, 14.01.06) 1935 wurde in der Provinz Aydin die erste
Frau zur Dorfvorsteherin gewählt. Ein
Beitrag von Ercüment Köybasi beschäftigt sich mit der
politischen Partizipation von Frauen in den ersten Republikjahren. Dabei
merkt er an, dass bei den ersten allgemeinen Parlamentswahlen 1935 18
Frauen ins Parlament einzogen. Im gleichen Jahr wurde im Dorf Karpuzlu
in der Provinz Aydin die erste Frau zur Dorfvorsteherin (Muhtar) gewählt.
- (Zaman, 11.01.06) Kassationsgerichtshof besteht auf Anwendung
des Täter-Opfer-Ausgleichs. Die am 1.
Juni 2005 in Kraft getretene neue Strafprozeßordnung sieht vor,
dass bei Antragsdelikten vor Erhebung der Anklage ein Einigungsversuch
unternommen werden muß. Bei Schuldeingeständnis und Ausgleich
des entstandenen Schadens entfällt gemäß dieser Bestimmung
das Gerichtsverfahren. Während in einer Meldung der Tageszeitung
Radikal die Anwaltskammer Istanbul darauf hinweist, dass bisher kaum
von dieser neuen Möglichkeit des Strafrechts Gebrauch gemacht wird,
entschied der Kassationsgerichtshof, dass Klagen, bei denen kein Täter-Opfer-Ausgleich
versucht wurde, zurückgewiesen werden müssen.
- (Radikal, 11.01.06) Japanischer Ministerpräsident besucht
Türkei. Bei einem Gespräch mit Ministerpräsident
Erdogan hat sein japanischer Amtskollege Jnichiro Koizumi erklärt,
dass auch sein Land gegen die Aufrechterhaltung des Embargos gegen Nord-Zypern
sei und dies wiederholt den Vereinten Nationen vorgetragen habe. Koizumi,
der nach der Türkei Länder des Nahen Ostens besuchen wird,
sprach mit Erdogan auch über mögliche gemeinsame Projekte
bei der Unterstützung des Friedensprozesses zwischen Israel und
Palästinensern sowie im Irak.
- (Radikal, 11.01.06) Reform des Gesundheitswesens verursacht
zusätzliche Kosten. Einem Bericht des
Gewerkschaftsbundes Türk Is zufolge sind die Kosten der Krankenhäuser
nach Überführung der Trägerschaft von der Sozialversicherung
SSK auf das Gesundheitsministerium um 4,5 Mrd. YTL gestiegen, der Anteil
der Arzeimittelkosten an den Gesundheitsausgaben stieg auf 42 %.
- (Milliyet, 10.01.06) Staatspräsident besteht auf Ernennung
von Hochschulrektoren durch YÖK. Staatspräsident
Sezer hat das jüngst verabschiedete Gesetz zur Gründung von
15 Universitäten zur erneuten Beratung an das Parlament zurücküberwiesen.
Sein Einspruch bezieht sich auf Artikel 1 des Gesetzes, demzufolge der
Hohe Hochschulrat (YÖK) aus drei vom Bildungsministerium vorgeschlagenen
Personen eine dem Staatspräsidenten zur Ernnenung vorlegen solle.
Dies entspricht Sezers Auffassung zufolge nicht der Verfassung und kollidiere
mit den Kompetenzen des YÖK. In der Begründung wies Sezer
darauf hin, dass größter Wert darauf gelegt werden müsse,
die Universitäten gegen Interventionen von außen und politische
Eingriffe zu schützen.
- (NTV, 9.01.06) Maßnahmen gegen Menschenhandel.
Bei einer Information über das EU-Twinning-Projekt zur Bekämpfung
des Menschenhandels wies der Generaldirektor der Sicherheitsdienste
Gökhan Aydiner darauf hin, dass die Hauptleidtragenden dieser Form
der Kriminalität Frauen und Kinder seien. Aydiner wies darauf hin,
dass nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Türkei sowohl Durchgangs-
als auch Zielland illegaler Migration geworden sei. Polizeiliche Maßnahmen
gegen Menschenhandel würden ununterbrochen fortgesetzt und hätten
in den vergangenen zehn Jahren zum Aufgriff von 500.516 illegalen Migranten
geführt. Beim Menschenhandel zum Zweck der Prostitution sei die
Türkei Zielland. In den vergangenen zwei Jahren sind 491 Opfer
befreit und in ihre Heimatländer zurückgesandt worden.
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