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- (NTV, 23.01.06) Pamuk-Verfahren eingestellt.
Das Strafverfahren gegen den Schriftsteller Orhan Pamuk ist aus formalen
Gründen eingestellt worden. Das 2. Strafgericht Sisli (Istanbul)
hatte entschieden, dass für die Verfahrenseröffnung das bis
zum 1. Juni 2005 gültige Strafgesetzbuch anzuwenden sei, das bei
Straftaten, wie sie Pamuk vorgeworfen werden, eine Genehmigung für
die Verfahrenseröffnung durch das Justizministerium vorsah. Zuvor
hatte das Justizministerium bereits mitgeteilt, dass es keine Zuständigkeit
mehr in der Sache habe, auf die gerichtliche Anfrage wurde diese Position
nun wiederholt. Das Gericht entschied, dass aufgrund der neuerlichen
Stellungnahme des Justizministeriums die Genehmigung zur Anklageerhebung
nicht vorliege und stellte das Verfahren ein.
- (NTV, 22.01.06) Prof. Dr. Aydin Güven Gürcan verstorben.
Der 1941 geborene frühere SHP-Generalsekretär
Gürcan verstarb am Sonntag in Istanbul. Gürcan, der an der
Universität Köln promovierte, legte 1981 aufgrund des Drucks
an den türkischen Universitäten nach dem Militärputsch
seine Professur nieder und trat 1983 in die aktive Politik ein. In den
vergangenen Jahren hatte sich Gürcan immer wieder für die
Vereinigung der zersplitterten türkischen Linken eingesetzt.
- (NTV, 22.01.06) Bosporus-Brücken werden im April auf
automatische Zahlung umgestellt. Ab dem 3.
April wird die erste Bosporus-Brücke vollständig und die Fatih
Sultan Mehmet Brücke bis auf vier Kassen, die weiterhin Bargeld
entgegennehmen, auf automatische Zahlung (OGS) umgestellt. Die Entscheidung
wurde im Anschluß an eine Sitzung mit Verkehrsminister Yildirim,
dem Gouverneur von Istanbul Güler und Oberbürgermeister Topbas
bekanntgegeben. Außerdem sei geplant, für den Transitverkehr
im Osten und Westen der Stadt neue Häfen zu errichten. Im Hinblick
auf das Projekt einer dritten Brücke stünden zur Zeit sieben
Alternativen zur Diskussion, doch trete das Projekt in eine entscheidende
Phase.
- (Milliyet, 21.01.06) Lösungssuche für Erbakan.
Die Ak Partei verhandelt mit der Opposition über eine Gesetzesänderung,
die den früheren Ministerpräsidenten Erbakan vor der Verbüßung
einer Gefängnisstrafe bewahren soll. Erbakan, früherer Vorsitzender
der vom Verfassungsgericht aufgelösten Wohlfahrtspartei, war wegen
nicht zurückgezahlter Parteienförderung sowie Dokumentenfälschung
in diesem Zusammenhang rechtskräftig zu einer Haftstrafe verurteilt
worden, die er bisher wegen seines Gesundheitszustandes nicht verbüßen
mußte. Nun wird eine Formel gesucht, nach der Erbakan aufgrund
seines Alters die Strafe als Hausarrest verbüßen kann. Führende
Politiker der regierenden AK Partei sind aus der Wohlfahrtspartei hervorgegangen.
- (NTV, 19.01.06) Energieprobleme auf Nord-Zypern.
Nach einer Störung im einzigen Kraftwerk im Norden der Insel kam
es seit Wochenanfang zu stundenlangen Stromausfällen. Die Behebung
der Störung in dem seit zehn Jahren ununterbrochen arbeitenden
Kraftwerk wird voraussichtlich mindestens eine Woche in Anspruch nehmen.
Die Regierung des griechischen Inselteils entschied, dem Norden durch
Energielieferungen Hilfe zu leisten.
- (ABHaber, 19.01.06) Türkei im Bericht von Human Rights
Watch. Die amerikanische Menschenrechtsorganisation
kommt im Türkei-Kapitel des Jahresberichts zu dem Schluß,
dass ein widersprüchliches Resümee über das vergangene
Jahr in der Türkei gezogen werden müsse. Im Bereich der Bekämpfung
der Folter seien beträchtliche Fortschritte erzielt worden und
auch abgelegene Reviere in den Ostprovinzen würden sich inzwischen
an die Haftvorschriften halten. Auf der anderen Seite habe sich vor
dem Hintergrund der neuen PKK-Anschläge das Klima verschlechtert
und die Sicherheitskräfte in Reaktion darauf die Grenzen der Menschenrechte
übertreten. Hingewiesen wird in diesem Zusammenhang auf Todesfälle,
die auf polizeiliches Eingreifen bei Straßenereignissen zurückgehen.
Zwar sei im vergangenen Jahr niemand festgestellt worden, der sich aufgrund
friedlicher Meinungsäußerungen im Gefängnis befinde,
doch seien zahlreiche Verfahren eröffnet worden. (Türkei-Kapitel,
englisch)
- (NTV, 17.01.06) Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte
weist Klage vertriebener Dörfler zurück. Die
Klage von Aydin Icyer aufgrund der Vertreibung aus seinem Dorf in der
Südost-Türkei im Rahmen der Maßnahmen zur Bekämpfung
der PKK wurde vom Gerichtshof mit Hinweis auf den innerstaatlichen Rechtsweg
zurückgewiesen. Durch das Gesetz Nr. 5233 zur Entschädigung
von Opfern des Terrorismus sei ein innerstaatlicher Rechtsweg zur Klärung
von Schadenersatzansprüchen entstanden.
- (Vatan, 16.01.06) Umfrage zeigt Parlament mit vier Parteien.
Einer von der Tageszeitung Vatan in Auftrag gegebenen Umfrage zufolge
müßten Ak Partei und CHP bei Neuwahlen Verluste hinnehmen,
während MHP und DYP ins Parlament einzögen. Dem Ergebnis der
Umfrage zufolge erreicht die Ak Partei 29,9 % (34,4 % bei den Wahlen
im November 2002), die CHP 14,4 % (19,4 % 2002), die MHP 11,5 % (8,4
% 2002) und die DYP 13,5 % (9,5 % 2002). Die ANAP würde mit 6,5
% (5,1 % 2002) außerhalb des Parlaments bleiben, auch wenn die
Vatan nach Übernahme der Führung durch Erkan Mumcu einen Wiederaufstieg
feststellt.
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