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- (Radikal, 6.03.06) Straffreiheit für PKKler, die aufgeben.
Der Kassationsgerichtshof entschied mit Verweis auf Artikel 221/2 des
neuen Strafgesetzbuches, dass wer sich freiwillig von der Organisation
trennt, sich den Sicherheitskräften stellt und an keinen bewaffneten
Aktionen beteiligt war, straffrei bleibt. Bisher waren auch solche Personen
wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung bestraft worden,
es sei denn, sie konnten von einem der "Reue-Gesetze" profitieren,
die zugleich eine umfassende Kooperation mit den Sicherheitskräften
vorsahen. Dem Bericht zufolge nutzten im vergangenen Jahr 67 frühere
PKK-Militante die Bestimmung im neuen Strafrecht.
- (Milliyet, 5.03.06) Schilfgebiet bei Dalyan abgebrannt.
Durch ein Feuer ist großer Schaden am Schilfgürtel am Iztuzu
Strand bei Dalyan in der Provinz Mugla entstanden. Der mehrstündige
Brand vernichtete große Teile des Schilfgebietes, das als wichtiges
Vogelnistgebiet und Brutstätte von unter Naturschutz stehenden
Meeresschildkröten gilt. Eine Fläche von 500 dönüm
(1 dönüm = 912 qm) ist abgebrannt. Der Verdacht richtet sich
auf Brandstiftung durch Jäger oder Fischer.
- (NTV, 4.03.06) Neue Verordnung zu Straßentieren.
Eine Verordnung des Landwirtschaftsministeriums sieht vor, dass zukünftig
Hunde und Katzen nicht mehr von Straßen weggefangen und in Tierheimen
untergebracht werden sollen. Statt dessen sollen die Tiere sterelisiert
und danach an die Stelle zurückgebracht werden, von der sie abgeholt
wurden. Die Tierheime sollen nur noch Tiere aufnehmen, die aufgrund
von Verletzungen, Krankheit oder Alter pflegebedürftig sind. Ein
weiterer Bestandteil der Verordnung sollen Maßnahmen sein, die
das Aussetzen von Haustieren verhindern sollen.
- (Zaman, 4.03.06) UN beginnt Projekt zum Schutz der Rechte
von Frauen und Mädchen. Unter Teilnahme
von Kemal Dervis, der seit Mai vergangenen Jahres an der Spitze des
Entwicklungsprogrammes der UN steht (UNDP), soll in der kommenden Woche
der türkische Zweig eines neuen internationalen Programmes des
Vereinten Nationen zum Schutz der Rechte von Frauen und Mädchen
begonnen werden. Das Programm wird in der Türkei durch das Innenministerium
koordiniert und soll sich schwerpunktmäßig in den Ost- und
Südostprovinzen mit dem Abbau von Diskriminierung, der Verhinderung
von Ehrenmorden sowie um Bildungsmaßnahmen für Frauen und
Mädchen bemühen.
- (Milliyet, 4.03.06) Kurden-Konferenz an der Bilgi Universität
Istanbul. Vom 11. bis 12. März wird an
der Istanbuler Bilgi Universität die Konferenz "Zivile und
Demokratische Lösungsversuche 1" durchgeführt. Die Initiative
zur Konferenz geht von der Helsinki Citizen Assembly aus. Zu den Teilnehmern
gehören Ilter Türkmen, Murat Belge, Mithat Sancar, Oral Çalislar,
Cengiz Çandar und Ercan Karakas. Nach Einschätzung von Ümit
Firat, der zu den Veranstaltern gehört, ist der Kurden-Konflikt
bisher auf falscher Grundlage zwischen den falschen Parteien diskutiert
worden. Aufgrund radikaler Kräfte sei der Konflikt in eine Sackgasse
geraten. (Das Konferenzprogramm steht noch nicht auf der Webseite der
Bilgi Universität - der Link folgt, sobald es veröffentlicht
wird).
- (Milliyet, 4.03.06) Dritter Mißtrauensantrag gegen Finanzminister
Unakitan. Nur zwei Wochen nach dem gescheiterten
Mißtrauensantrag gegen Finanzminister Unakitan hat die CHP einen
neuen eingereicht. Hatte Unakitan jüngst auf die Kritik der Opposition
an seiner Amtsführung auf die positiven Haushaltsergebnisse verwiesen,
so wird ihm dieses Mal vorgeworfen, die Miete seiner Wohnung in Ankara
durch die Staatskasse begleichen zu lassen, dass seine Tochter zu einem
Zeitpunkt, als der Mobiltelefonbetreiber Telsim unter öffentlicher
Kontrolle stand, über Aufträge verhandelt zu haben sowie die
Senkung der Mehrwertsteuer auf pasteurisierte Eier unmittelbar nachdem
der Sohn des Finanzministers in die Produktion eingestiegen ist.
- (Radikal, 28.02.06) Enttäuschung über Abwesenheit
der EU bei Konferenz des "Bündnis der Kulturen".
Murat Yetkin, Ankara-Korrespondent der Zeitung berichtet über den
Hintergrund der jüngsten Konferenz des UN-Projektes "Bündnis
der Kulturen", das im vergangenen Jahr unter Führung Spaniens
und der Türkei zur Vertiefung des Dialogs zwischen "Kulturen"
(im engeren Sinne zwischen Westen und islamisch geprägten Gesellschaften)
ins Leben gerufen wurde. Bei der Konferenz am 25. Februar in Katar,
zu der auch UN-Generalsekretär Annan angereist war, sollte es um
den Karikaturen-Streit gehen. Erwartet wurden auch der für die
gemeinsame EU-Außen- und Sicherheitspolitik zuständige Javier
Solana sowie für die EU-Ratspräsidentschaft Österreichs
Außenministerin Ursula Plassnik, die jedoch kurzfristig absagten.
Auch auf der am 27. Februar durchgeführten EU-Außenministertagung
wurde das Thema nicht offiziell auf die Tagesordnung genommen. Yetkin
gibt in seinem Beitrag die Position des Generalsekretärs der Islam
Konferenz Organisation Ekmeleddin Ihsanoglu wieder, der mit Hinweis
auf die geistigen Väter des Konzepts der Meinungsfreiheit in Europa
Rousseau und Voltaire erklärt, dass natürlich auch in Europa
der Freiheit von Meinungsäußerungen Grenzen gesetzt würden.
Dies würde nicht zuletzt auch deutlich, wenn man sich das Verfahren
wegen Leugnung des Holocaust in Österreich sowie die vorübergehende
Amtsenthebung des Londoner Bürgermeisters wegen einer Meinungsäußerung
vergegenwärtige. Ihsanoglu erklärte, seine Organisation setze
sich für eine Lösung ein, erwartet jedoch auch, dass sich
die EU der Aufgabe stellt.
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