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Jahrgang 5 Nr. 22 vom 5.06.2006
Wirtschaftsmeldungen

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  • (Aksam, 5.06.06) Versicherung gegen Risiken beim Immobilienkauf. Man kann beim Kauf einer Immobilie hereinfallen - man glaubt, ein Grundstück am Meer gekauft zu haben, hat sich jedoch getäuscht; oder aber es gibt Anspruchsberechtigte auf das Grundstück, die zuvor unbekannt waren (Erben beispielsweise); oder aber es stellt sich heraus, dass die Immobilie mit einer Hypothek belastet war. Das amerikanische Versicherungsunternehmen Stewart International, das seit Mai 2004 in der Türkei eine Niederlassung unterhält, bietet ausländischen Kunden eine Versicherung gegen solche Risiken. Das Unternehmen teilt mit, dass zur Zeit im Schatzamt Vorbereitungen zur Zulassung dieses neuen Versicherungszweiges auch für den türkischen Markt getroffen werden (die Versicherung für Ausländer wird über England abgewickelt). (Link)
  • (TurizmGazetesi, 4.06.06) Besucherrückgänge in Alanya und Mugla. War bereits vor einigen Tagen ein Rückgang der über den Flughafen Antalya einreisenden ausländischen Touristen gemeldet worden, so teilt die Turismus-Website Turizm Gazetesi mit, dass der Rückgang der Besucherzahlen auch im Mai anhält. So gaben die Hotelbetreiber Alanyas mit, dass der Auslastungsgrad der Hotels von 68 % im vergangenen Jahr auf 47 % in diesem Jahr gesunken sei. Während die Provinz Mugla in den ersten fünf Monaten 2005 504.514 Gäste aufweisen konnte, erreichte sie im gleichen Zeitraum 2006 nur 388.646 Besucher.
  • (Milliyet, 3.06.06) Verwaltungsgerichtshof gibt grünes Licht für Privatisierung des türkischen TÜVs. Die Ausschreibung zur Betreibung und Modernisierung des türkischen Kraftfahrzeugprüfwesens war 2004 von einem Konsortium aus Akfen, Dogus und TÜV-Süd gewonnen worden. Das Privatisierungsverfahren war dann jedoch durch ein Verwaltungsgerichtsurteil gestoppt worden.
  • (Türkisches Statistikinstitut, 2.06.06) Steigende Inflation. Das Türkische Statistikinstitut hat den Anstieg der Verbraucherpreise im Mai mit 1,88 %, der der Produzentenpreise mit 2,77 % ermittelt. Beide Werte lagen deutlich über den Erwartungen. Wie bereits im April lag der Preisanstieg beim Verbraucherindex bei der Warengruppe "Bekleidung und Schuhe" (10,88 %) am höchsten. Angesichts der Preiserhöhung bei den Privatschulgebühren, der Benzinpreise sowie der Preise für Autos und Küchengeräte ist für den kommenden Monat erneut mit einem starken Verbraucherpreisanstieg zu rechnen. Bei den Produzentenpreisen war bei mehr als der Hälfte der im Index erfaßten Produkte ein Preisanstieg zu verzeichnen. Bei den gewerblichen Produkten lag er bei durchschnittlich 3 %. Die Erwartungsumfrage der Zentralbank vom 23. Mai 2006 ermittelt eine durchschnittliche Inflationserwartung für Mai in Höhe von 0,75 % und für Mai und Juni zusammengenommen von 0,1 %. Es muß davon ausgegangen werden, dass diese Erwartungen nach Vorlage der jüngsten Daten eine starke Revision erfahren. Seit Jahresbeginn beläuft sich der Anstieg der Verbraucherpreise auf 4,53 %. Das gesetzte Inflationsziel von 5 % wird vor diesem Hintergrund nur schwer zu halten sein.
  • (Türkisches Statistikinstitut/TIM, 1.06.06) Steigender Export im Mai, wachsendes Außenhandelsdefizit im April. Daten des Türkischen Statistikinstitutes zufolge sanken die Exporterlöse im April um 6,1 % auf 6,128 Mrd. Dollar, während das Importvolumen um 14,2 % auf 9,595 Mrd. Dollar anstieg. Als Konsequenz wuchs das Außenhandelsdefizit auf 47,5 %. Nach Warengruppen betrachtet verzeichnete der Import von Konsumgütern (20,3 %) einen deutlich stärkeren Zuwachs als der von Zwischenprodukten (14,7 ) und Investitionsgütern (7,6 %). Den von der türkischen Vereinigung der Exporteure (TIM) am 1. Juni vorgestellten Exportergebnissen für Mai zufolge, stiegen diese um 22,2 % auf 7,288 Mrd. Dollar an. Für die ersten fünf Monate 2006 ergibt sich damit ein durchschnittlicher Anstieg des Exporterlöses um 10 %. Auf einen zwölf Monate Zeitraum berechnet löste die Produktion von Kraftfahrzeugen und des Nebengewerbes erstmals Textil und Bekleidung an der Spitze der Exporte ab.
  • (Dünya, 1.06.06) Deniz Bank an belgische Dexia verkauft. Die belgische Dexia Bank kauft für 2,437 Mrd. Dollar 75 % der Aktien der Deniz Bank, die zur Zorlu Holding gehört. Die verbliebenen 25 % der Aktien befinden sich im freien Handel. Dexia kündigte an, für den Aufkauf auch dieser Aktien einen Aufruf zu erlassen. Mit einem Marktanteil von 3,56 % liegt die Deniz Bank auf Rang sechs unter den türkischen privaten Geschäftsbanken. Nach Angaben der Dünya stieg mit der jüngsten Transaktion der Anteil ausländischen Kapitals an den türkischen Privatbanken auf 46,9 %.
  • (Radikal, 1.06.06) Sozialversicherungsgesetz erneut verabschiedet. Das von Staatspräsident Sezer ans Parlament zur erneuten Beratung zurückverwiesene Sozialversicherungsgesetz wurde ohne Änderung erneut verabschiedet. Der Staatspräsident muss das Gesetz nun im Staatsanzeiger veröffentlichen, hat jedoch das Recht, Klage vor dem Verfassungsgericht zu erheben. Zu den Einwänden Sezers gehörte u.a., dass die Anhebung des Rentenalters auf 65 Jahre angesichts der durchschnittlichen Lebenserwartung in der Türkei gegen das Sozialstaatsgebot verstoße.
  • (Dünya, 31.05.06) Frist zur Nutzung der Sonderkonditionen für Sozialversicherungsschulden um einen Monat verlängert. Die vergünstigten Bedingungen zur Umschuldung von ausstehenden Sozialversicherungsbeiträgen gelten noch bis zum 30. Juni weiter. Die Regelung beinhaltet eine Senkung von Strafen und Verzugszinsen und bietet die Möglichkeit einer Ratenzahlung von bis zu fünf Jahren Laufzeit.
  • (Hazine, 29.05.06) Bericht über Maßnahmen zur Verbesserung des Investitionsklimas vorgelegt. Das Schatzamt hat einen Bericht über die im Zeitraum von einem Jahr unternommenen Maßnahmen zur Verbesserung der Investitionsbedingungen und des Wirtschaftsklimas in der Türkei vorgelegt. (Link, Englisch) Der Bericht dient der Vorbereitung der für den 29. Juni vorgesehenen Sitzung des Beratungsgremiums zur Verbesserung des Investitionsklimas. Das Gremium setzt sich aus Spitzenmanagern internationaler Konzerne, Weltbank, IMF und türkischen Wirtschaftsverbänden zusammen und tagte bisher unter breiter Regierungsbeteiligung. Der Bericht ist als Antwort auf einen Problemkatalog zu verstehen, der als Ergebnis der Sitzung vom April 2005 aufgestellt wurde.

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