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- (ABhaber, 7.11.06) Positive EU-Einschätzung für türkische Volkswirtschaft. In ihrem Herbstbericht bescheinigt die EU der Türkei, die Finanzmarktschwankungen vom Frühsommer erfolgreich gemeistert zu haben. Während das Wachstum von 7 % im ersten Halbjahr vor allem auf einer gewachsenen Binnennachfrage beruhte, haben höhere Devisenkurse im zweiten Halbjahr den Exporthandel gestärkt. Die EU rechnet mit einem Wirtschaftswachstum von 6 % in diesem Jahr. Für 2007 wird ein Wachstum von 6,4 % und für 2008 eines von 6,3 % erwartet. Während von einem weiter wachsenden Zahlungsbilanzdefizit ausgegangen wird, erwartet die EU einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit auf 8,9 % im Jahr 2008. Nach den Wahlen im kommenden Jahr wird außerdem von einem Rückgang der Zinsen und einem weiteren Anstieg ausländischer Direktinvestitionen ausgegangen. (Bericht, englisch)
- (ABhaber, 5.11.06) Türkei bei Arbeitsunfällen in Europa führend. Die Kammer der Maschinenbauingenieure hat einen Bericht über Arbeitsunfälle in der Türkei zusammengesetellt. Den offiziellen Zahlen zufolge ereignet sich durchschnittlich alle sieben Minuten ein Arbeitsunfall, wovon zwei pro Tag tödlich verlaufen. Alle fünfeinhalb Stunden ereignet sich ein Arbeitsunfall mit dauerhafter Arbeitsunfähigkeit als Folge. Unter Einbeziehung der Schwarzarbeit liegt die Zahl der Arbeitsunfälle vermutlich noch höher. Mit diesen Zahlen ist die Türkei in Europa das Land mit den meisten Arbeitsunfällen und liegt weltweit auf Rang drei. Als wichtige Faktoren werden mangelnde Ausbildung und unzureichende Arbeitsschutzgesetze angeführt.
- (NTV, 4.11.06) Steuer- und Gebührenhebesatz für 2007 bei 7,76 %. Mit der Bekanntgabe der Inflationszahlen für Oktober zeichnet sich auch der Hebesatz für Steuern, Gebühren und Geldstrafen ab. Das Finanzministerium berechnet den Hebesatz nach dem Durchschnitt des Anstiegs der Produzentenpreise in den vergangenen 12 Monate. Das Kabinett kann jedoch von dieser Regel abweichen. Der Anstieg der Steuern auf Immobilienbesitz erfolgt in der Regel um die Hälfte dieses Satzes, d.h. er wird voraussichtlich im kommenden Jahr 3,88 % betragen.
- (NTV, 4.11.06) Staatliche Mehrausgaben bei Sozial- und Gesundheitsleistungen sowie Landwirtschaft. Mit dem in der vergangenen Woche im Staatsanzeiger veröffentlichten "Programm 2007"
wurden auch Schätzwerte für den Haushaltsabschluss 2006 vorgelegt. Die Schätzungen gehen davon aus, dass die Ausgaben für das Gesundheitswesen den vorgesehenen Betrag um 1,4 Mrd. YTL überschreiten werden. Als Hintergrund werden eine Ausweitung der Gesundheitshilfe für Bedürftige ("Grüne Karte") sowie eine Verbesserung der Erreichbarkeit von Gesundheitsleistungen angeführt. Die Haushaltstransfers an die Sozialversicherung SSK werden um voraussichtlich 1,5 Mrd. YTL über dem Haushaltsansatz liegen. Bei den Zahlungen an die Landwirtschaft wird von einer Budget-Überschreitung von 4,9 Mrd. YTL ausgegangen. Positive Auswirkungen hatte die Restrukturierung von Beitragsschulden bei der Versicherung für Selbständige (Bag Kur). Durch Mehreinnahmen in diesem Jahr sank der staatliche Zuschussbedarf um 2 Mrd. YTL. Als Maßnahme zur Ausgabenbremsung wurden die für das vierte Quartal vorgesehenen Investitionen ausgesetzt.
- (Türkisches Statistikinstitut, 3.11.06) Inflation im November moderat gestiegen. Mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 1,27 % und einem der Produzentenpreise um 0,45 % lag der Preisauftrieb unter den Erwartungen. Seit Juni sank der Anstieg der Verbraucherpreise für den Zeitraum von 12 Monaten erstmals wieder unter 10 %. In ihren Bericht zur September-Inflation hatte die Zentralbank gewarnt, dass Ramazan und das Zuckerfest im September erneut zu einem starken Inflationsanstieg führen könnten. Bei den Verbraucherpreisen zeigten "Bekleidung und Schuhe" mit 9,67 % den höchsten Anstieg. Bei den Produzentenpreisen waren es "Gas und Strom" mit einer Erhöhung um 13,9 %.
Auf der anderen Seite ermittelte die Istanbuler Handelskammer (ITO) für Oktober in der Stadt einen Anstieg der Verbraucherpreise um 3,26 %.
- (Dünya, 2.11.06) Export im Oktober bei 7,1 Mrd. $. Berechnungen der Vereinigung türkischer Exporteure (TIM) zufolge lag das Exportvolumen im Oktober um 6,67 % über dem Vorjahresmonat. Als wichtigsten Grund für die unter den Vormonaten bleibende Wachstumsrate wurden die drei Feiertages des Zuckerfestes angeben. Nach Sektoren zeigte sich beim Export von Kraftfahrzeugen ein Anstieg um 11,75 %, bei Textil- und Vorprodukten einer von 8,77 % und bei chemischen Produkten einer von 5,87 %. Den größten Anstieg verzeichnete die Ausfuhr von Eisen und Stahl mit 36,87 %.
Den vom Staatlichen Statistikinstitut am 30. Oktober vorgelegten Außenhandelsdaten für September zufolge ist der Export um 7,4 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Die Importe stiegen um 12,2 %. Einem Exporterlös von 7,316 Mrd. Dollar standen Importe mit einem Wert von 11,630 Mrd. Dollar gegenüber. Seit Jahresanfang stiegen die Exporte um 13,4 % auf eine Höhe von 60,697 Mrd. Dollar. Der Anstieg der Importe lag bei 17,8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum und betrug 100,540 Mrd. Dollar. Das Außenhandelsdefizit für die ersten neun Monate 2006 beträgt 39,843 Mrd. $.
- (NTV, 1.11.06) IMF-Vize Lipsky in der Türkei. Im Vorfeld des Besuches des IMF-Vizepräsidenten John Lipsky war spekuliert worden, ob Unstimmigkeiten zwischen der türkischen Regierung und dem Internationalen Währungsfond über das seit vergangenem Jahr laufende Stand By Abkommen bestehen. Andererseits hatte Lipsky, der erst vor kurzem neu ernannt wurde, erklärt, dass Ziel bestehe darin, seine türkischen Gesprächspartner kennen zu lernen. Bei einer Abschlußpressekonferenz am Ende seines Türkei-Besuches drückte Lipsky seine Hoffnung aus, dass im kommenden Jahr eine Annäherung an das Inflationsziel von 4 % erfolgen werde. Wichtig sei, dass der Anstiegstrend der Inflation beendet werden konnte. Bezogen auf defizitäre staatliche Betriebe riet Lipsky zu Maßnahmen sowohl im operationellen Bereich wie auch bei der Preisgestaltung. Das Niveau des Zahlungsbilanzdefizites stelle zurzeit keine Bedrohung dar.
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