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- (Radikal, 3.12.06) KAMER-Programm erreichte 1.500 Frauen. Die Stiftung des Frauenzentrums Diyarbakir (KAMER) ist mit der Weile in 23 Provinzen tätig. Ein vom Open Society Institut unterstütztes Bildungsprogramm für Frauen, das Themen wie Kommunikation, Gewalt, Geschlechterrollen, Diskriminierung und Sexualität beinhaltet, hat 1.500 Frauen erreicht.
- (Radikal, 3.12.06) Adressänderungen im Zuge der nationalen Bevölkerungsdatenbank. Im Zuge der Entwicklung einer nationalen Bevölkerungsdatenbank werden auch die Adressdaten neu geordnet. Nach einem Pilotprojekt in Ankara wird das System schrittweise auf die ganze Türkei ausgedehnt. Dabei werden auch Veränderungen an Siedlungsnamen (Mahalle), Straßennamen und Hausnummern vorgenommen. In dem Beitrag wird jedoch auch auf die zahlreichen Komplikationen im Zuge der Adressveränderungen hingewiesen, weil zahllose Datenbestände anderer Institutionen angeglichen werden müssen.
- (Radio Vatikan, 2.12.06) Gemeinsame Kommission von katholischer Kirche und Türkei. Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone hat im italienischen Fernsehen die Einsetzung einer "paritätisch besetzten" Kommission zwischen türkischer Regierung und katholischer Kirche angekündigt, um die offenen Staat-Kirche-Fragen zu klären. Der Kommission werde auch der Apostolische Nuntius in Ankara angehören. In den Gesprächen mit türkischen Regierungsvertretern während der Papstreise hätten sich "hoffnungsvolle Perspektiven" eröffnet, so Bertone. Vor allem gehe es um die Regelung vordringlicher Fragen wie die Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis für ausländische Geistliche und das Eigentumsrecht an Grundstücken und Gebäuden. Der Kardinalstaatssekretär betonte seine Überzeugung, dass es sich bei dem Mord an dem aus Rom stammenden Priester Andrea Santoro in der Schwarzmeerstadt Trabzon um einen Einzelfall gehandelt habe. Santoro sei ermordet worden, während er betete. Nichts würde der islamischen Spiritualität mehr widersprechen als eine solche Tat.
- (Radikal, 2.12.06) Frauenrolle in der Vorstadt. Eine in Izmir unter 960 Frauen in Gecekondu (illegal errichtete, meist provisorische Häuser) durchgeführte Umfrage wirft ein Schlaglicht auf die weibliche Geschlechterrolle. 60,7 % der Frauen gaben an, dass für sie am wichtigsten sei, eine gute Ehefrau und Mutter zu sein. Rund die Hälfte der Befragten gab an, dass man nicht erwarten könne, dass Frauen über die gleichen Freiheiten wie Männer verfügten. 78,2 % der Frauen gaben an, dass sie, bevor sie irgendwo hingehen, die Erlaubnis ihres Mannes einholen. In 62,1 % der Familien ist das Bankkonto auf den Namen des Mannes eingetragen. 67,7 % gaben an, dass sie, wenn sie Gewalt gegen Frauen sähen, nicht die Polizei informieren würden. 45 % kennen das Gesetz zum Schutz der Familie nicht, 64 % wissen jedoch, dass sie sich an die Polizei wenden können, wenn sie Gewalt ausgesetzt sind.
- (Radikal, 2.12.06) Behinderte bei Bildung und Beruf benachteiligt. Eine Untersuchung der Behindertenverwaltung gibt an, dass 36,3 % der Behinderten nicht lesen und schreiben können. Während der Anteil der Behinderten die öffentliche Gesundheitsleistungen in Anspruch nehmen bei 55,7 % liegt, bleibt dieser bei Bildungsleistungen bei 12,27 %. Nur 5,9 % der Behinderten nehmen an Pflege- und Rehabilitationsmaßnahmen teil. Der Anteil derer, die an beruflichen Kursangeboten, Familienberatung, sozialen und kulturellen Aktivititäten teilnimmt, liegt bei einem Prozent.
- (EPC, November 2006) Kein grundlegender Wandel in den Beziehungen zwischen EU und Türkei wahrscheinlich. Das EPC (European Policy Center) hat einen Bericht von Amanda Akcakoca veröffentlicht, der ausgehend von einem Gesamtblick auf die 43-jährigen Beziehungen der Türkei zur Union mit den aktuellen Spannungen auseinandersetzt.
Die Autorin geht davon aus, dass trotz anhaltender Spannungen, die mindestens ein Jahr anhalten werden, keine grundlegende Änderung in den Beziehungen eintritt und ein Abbruch der Beitrittsverhandlungen unwahrscheinlich sei. Als eines der Kernprobleme wird Zypern angesehen. Wegen der im griechischen Teil Zyperns für 2008 vorgesehenen Wahlen geht sie davon aus, dass Vermittlungsbemühungen im kommenden Jahr kaum Aussicht auf Erfolg haben werden. Die EU müsse sich, bei allen kontinuierlichen Bemühungen, auf eine langfristige Politik konzentrieren. Akcakoca empfiehlt eine klare Perspektive für die türkische EU-Mitgliedschaft,auch wenn sie davon ausgeht, dass diese zwei Jahrzehnte beanspruchen könne.
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