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- (Cumhuriyet, 9.11.07) Frauenrechte in der Türkei auf Rang 121 von 128. Im 2007 Bericht des Weltwirtschaftsforums zur Geschlechtergleichberechtigung verschlechterte sich das Rating der Türkei von Platz 105 unter 115 Ländern auf Rang 121 unter 128 einbezogenen Ländern und erzielte in Europa die schlechteste Bewertung. Zum Maßstab wurden u.a. Kriterien wie die Möglichkeit beruflicher Selbständigkeit, gleiche Bezahlung, Zugang zu Bildung und politische Beteiligung herangezogen. Vier Dimensionen wurden getrennt bewertet: "Economic Partizipation and Opportunity" (Türkei: Rang 118), "Educational Attainment" (Türkei: Rang 110), "Health and Survival Index" (Türkei: Rang 87) und "Political Empowerment" (Türkei: Rang 108). (Leitseite der Studie, englisch)
- (Milliyet, 8.11.07) Staatspräsident Gül in Aserbaidschan. Während seines Besuchs in Aserbaidschan hat Staatspräsident Abdullah Gül Armenien aufgerufen, die Besetzung aserbaidschanischen Territoriums zu beenden. Im Hinblick auf die Normalisierung der Beziehungen zwischen der Türkei und Armenien erklärte Gül, dass diese nur erfolgen könne, wenn zuvor Armenien seine Aktivitäten zur Verbreitung des Völkermordvorwurfs einstelle.
- (NTV, 7.11.07) Studie zu Gewalt gegen Frauen. Eine Studie von Yesim Arat (Bosporus Universität) und Aysegül Altinay (Sabanci Universität), die auf der Befragung von 1800 Frauen im ganzen Land beruht, kommt zu dem Schluss, dass jede dritte Frau familiärer Gewalt ausgesetzt ist. Im Gegensatz zur weitverbreiteten Einschätzung, dass Gewalt gegen Frauen in den Südost- und Ostprovinzen weiter verbreitet sei, liegt die Gewalterfahrung dort unter dem Landesdurchschnitt. Während in der ganzen Türkei 37,1 % der Frauen angibt, mindestens einmal Gewalt ausgesetzt gewesen zu sein, liegt dieser Anteil in der Ostregion bei 34,6 %. Auf die Frage, ob sie etwas unternehme, wenn sie Männergewalt ausgesetzt sei, antworteten 42 % der Frauen in der Ost-Region, dass sie nichts unternehmen würden, im Landesdurchschnitt liegt dieser Anteil bei 23 %. Der Anteil von Männern mit Hochschulabschluss bei der Gewalt gegen Frauen liegt bei 18 %. Nach Maßnahmen gegen Gewalt gegen Frauen befragt, befürworteten 60 % der Befragten pädagogische Maßnahmen, 53 % die Einrichtung von mehr Frauenhäusern und 45 % härtere Strafen. 85 % der befragten Frauen halten die Zahl der vorhandenen Frauenhäuser für unzureichend.
- (Cumhuriyet, 6.11.07) Vorwurf wegen Einschränkung von Gewerkschaftsrechten. Funktionäre der Gewerkschaftsbünde DISK und Turk Is werfen AKP-geführten Kommunalverwaltungen vor, Druck auf Beschäftigte auszuüben, sich Gewerkschaften des konservativen Gewerkschaftsbundes Hak Is anzuschließen. Der DISK-Generalsekretär Musa Cam erklärte, dass der Druck auf kommunale Beschäftigte bereits 2004 mit der Amtsübernahme der AKP in vielen Kommunen begonnen, sich seit der Parlamentswahl im Juli jedoch verschärft habe. In Istanbul seien seit 2004 mehr als 10.000 Beschäftigte zwangsweise zum Übertritt zur Hak Is Gewerkschaft Hizmet Is bewegt worden.
- (Radikal, 3.11.07) Staatsanwalt fordert Freispruch wegen "Minderheitenbericht". Im Strafverfahren gegen Prof. Ibrahim Kaboglu und Prof. Baskin Oran wegen des vom Beratungsgremium für Menschenrechtsfragen der Staatskanzlei
herausgegebenen "Minderheitenberichts hat der Staatsanwalt am Kassationsgerichtshof Freispruch gefordert. Erstinstanzlich waren Kaboglu und Oran, die auf der Grundlage der Artikel 301 und 216 des Strafgesetzbuches angeklagt wurden, freigesprochen worden. Die 8. Kammer des Kassationsgerichtshofs kam jedoch zu dem Beschluss, dass der Freispruch unzulässig sei und eine Verurteilung erfolgen müsse. Nach dem Einspruch der Staatsanwaltschaft wird nun das Verfahren vor der Großen Kammer des Kassationsgerichtshofes weitergeführt. Die Staatsanwaltschaft begründete ihren Einspruch damit, dass der Straftatbestand des Art. 216 vorsehe, dass zum einen Bevölkerungsteile gegeneinander aufgehetzt werden und zum anderen dadurch eine Gefahr für die öffentliche Ordnung entstehe. Letzteres sei jedoch nicht gegeben.
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