Jahrgang 5 Nr. 1 vom 3.01.2008
Wirtschaftsmeldungen

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  • (Staatliches Statistikinstitut, 3.01.08) Inflation 2007 bei 8,39 % . Im Dezember stiegen die Verbraucherpreise um 0,22 %, die Produzentenpreise um 0,15 %. Der Anstieg der Verbraucherpreise lag im Jahreszeitraum bei 8,39 %, der der Produzentenpreise bei 5,94 %.
    Die Handelskammer Istanbul (ITO) hat bei ihrer eigenen Inflationsberechnung für das vergangene Jahr in Istanbul eine Preissteigerung von 12,4 % bei den Einzelhandelspreisen und 7,25 % bei den Großhandelspreisen ermittelt.
  • (Dünya, 2.01.08) Ärger mit der Mehrwertsteuer. Zum 1. Januar trat die zweite Phase der im Mai verkündeten Senkung von Mehrwertsteuersätzen in Kraft. Damit sank der Steuersatz auf touristische und gastronomische Leistungen von 18 % auf 8 %. Zugleich wurden jedoch eine Reihe von Steuersätzen erhöht: auf Leasing-Verträge von 1 % auf 18 %, auf Fleisch- und Fleischprodukte (von 1 % auf 8 %) und auf Baumwolle/-garne von 1 % auf 8 %. Für die von Erhöhungen betroffenen Sektoren erwiesen sich die neuen Steuersätze als Überraschung und lösten Proteste aus.
  • (Yeni Safak, 2.01.08) YASED schätzt ausländische Investitionen in 2007 auf 20 Mrd. Dollar. Tahir Uysal, Vorsitzender des Vereins ausländischer Direktinvestoren (YASED), geht davon aus, dass im vergangenen Jahr erneut ein Volumen von 20 Mrd. bei den ausländischen Direktinvestitionen erzielt werden konnte. Damit dieses Niveau gehalten werden könne, müssen jedoch unverzüglich Wirtschaftsreformen erfolgen. Das Aufkommen ausländischer Direktinvestitionen erfolge proportional zu den Wachstumserwartungen. Aus diesem Grund sei der Rückgang des Wachstumstempos im dritten Quartal 2007 bedenklich.
  • (Türkisches Statistikinstitut, 30.12.07) Starker Exportzuwachs im November. Die Außenhandelsstatistik weist für November einen Anstieg der Exporte um 30,4 % auf 11,268 Mrd. Dollar aus. Die Importe stiegen um 28,8 % auf 16,606 Mrd. Dollar. Der Anstieg des Außenhandelsdefizits belief sich auf 25,5 %. Der Zuwachs des Exports von Januar bis November lag bei 26,6 %, der der Importe bei 21,5 %. 56,5 % der Exporte waren für die EU-Länder bestimmt. Nach Produktgruppen lagen in den ersten elf Monaten 2007 der Kraftfahrzeugbau und das Nebengewerbe auf dem ersten Rang, gefolgt vom Maschinenbau, Eisen/Stahlerzeugnissen sowie Bekleidung.
    Am 2. Januar gab die Vereinigung türkischer Exporteure (TIM) den Exportumsatz für Dezember bekannt. Mit einem Anstieg um 7,68 % erreichte er eine Höhe von 9,422 Mrd. Dollar. Das Jahr 2007 wurde mit einem Gesamtumsatz von 105,925 Mrd. Dollar abgeschlossen und lag damit um rund 6 Mrd. Dollar über dem Exportziel. Der TIM-Vorsitzende Oguz Satici wies in seiner Präsentation jedoch auch darauf hin, dass der Exportzuwachs auf Dollarbasis berechnet bei 23,49 % lag, auf der Basis von YTL berechnet jedoch nur bei 12,31 %.
  • (Dünya, 28.12.07) Mindestlohn beträgt 435 YTL netto. Die Kommission zur Festsetzung des Mindestlohns, der Gewerkschaften, Arbeitgeber und Regierung angehören, einigte sich auf eine Erhöhung des Mindestlohns im ersten Halbjahr um vier und im zweiten Halbjahr um fünf Prozent. Das Arbeitgeberbrutto beträgt demnach ab dem 1. Januar 739,21 YTL und steigt im zweiten Halbjahr auf 776,02 YTL.
  • (Staatliches Statistikinstitut, 26.12.07) Rückläufige Armut - fragwürdige Zahlen. In ihrer Armutsstudie für 2006 kommt das Türkisches Statistikinstitut zu dem Schluss, dass 0,74 % der Haushalte, d.h. 539.000 Personen nicht über ein ausreichendes Einkommen zur Ernährung verfügen. Bei 17,81 % der Haushalte, d.h. 12,93 Mio. Personen, reicht das Einkomen nicht für Ernährung und Bekleidung (Armutsgrenze). Gegenüber 2005 sei der Anteil derjenigen unterhalb der Hungergrenze um 0,13 % zurückgegangen, derjenigen unterhalb der Armutsgrenze um 2,69 %. Wichtige Faktoren, die das Armutsrisiko steigern sind nach wie vor Haushaltsgröße, Stadt-Land-Gefälle, Bildungsabschluss sowie Erwerbszweig. Armut ist in der von der Landwirtschaft lebenden Bevölkerung mit 33,86 % (2005: 37,24 %) am stärksten verbreitet. Die Ermittlung der Grenzwerte für die Ernährungskosten und der Armutsgrenze wirft jedoch Fragezeichen auf. Für eine vierköpfige Familie werden die Ernährungskosten in 2006 mit 205 YTL angegeben. Ein einfaches Rechenexempel zeigt, dass damit pro Familienangehörigen und Tag 1,71 Lira zur Verfügung stehen. Ein Weißbrot kostete 0,80 YTL - d.h. auf jedes Familienmitglied entfallen zwei Weißbrote, sonst nichts... Ein Blick in die Kalorientabelle wird vielleicht aufhellen, ob damit zumindest der Grundumsatz eines Menschen gedeckt werden kann, der Nährstoffbedarf kann damit jedoch nicht gedeckt werden. Die Armutsgrenze auf die Kosten für Ernährung und Bekleidung zu reduzieren erscheint ebenfalls wenig nachvollziehbar, wobei auch hier gilt, dass nicht nachvollziehbar ist, wie die Kosten einer vierköpfigen Familie auf dieser Basis gedeckt werden können.

weitere Kurzmeldungen

Inflation 2007 bei 8,39 %.


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YASED schätzt ausländische Investitionen in 2007 auf 20 Mrd. Dollar


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