Jahrgang 5 Nr. 31 vom 31.07.2008
Kurzmeldungen 

Jetzt kostenlos!



 
  • (NTV, 31.07.08) Generalstab weist Verdacht gegen Offiziere im Ergenekon-Verfahren zurück. In einer Presseerklärung hat der Generalstab Presseberichte über Ermittlungen gegen Offiziere im Rahmen der Ergenekon-Ermittlungen zurückgewiesen. Der Presseerklärung zufolge beruht ein Teil des Materials, auf das sich die Berichte stützen, auf Fälschungen. Kritisiert wird, dass Vorverurteilungen vorgenommen und eine Diffamierungskampagne gegen die Armee betrieben werde.
  • (Cumhuriyet, 31.07.08) 13 tote illegale Einwanderer in Istanbul gefunden. In der Nähe des Dorfes Kayabasi im Istanbuler Bezirk Kücükcekmece wurden auf offenem Gelände die Leichen von 13 illegalen Einwanderern gefunden. Die meisten von ihnen kamen aus Pakistan und Burma. Ein LKW war mit 140 Migranten von Van aufgebrochen und hatte sie zusammen mit den im Frachtraum erstickten Opfern in Kayabasi auf freiem Feld ausgesetzt. Der Sprecher des UN-Flüchtlingskommissariats in Ankara Metin Corabatir erklärte, dass der Vorfall zeige, dass die Migrationspolitik der Türkei unzureichend sei.
  • (ABhaber, 29.07.08) Verhandlungsstand auf Zypern. Mit Verweis auf eine Meldung der in Süd-Zypern erscheinenden Tageszeitung Politis gibt ABhaber eine Bestandsaufnahme der sechs seit April eingesetzten Arbeitsgruppen zur Vorbereitung der Verhandlungen über die Wiedervereinigung der Insel. Dem detaillierten Bericht zufolge wurde die größte Übereinstimmung in den Arbeitsgruppen "Wirtschaft" und "Europäische Union" erzielt. In der Arbeitsgruppe "Verwaltung" wurde über die Kompetenzen der Zentralregierung weitgehende Einigung erzielt, Dissens besteht jedoch im Hinblick auf die Beteiligung beider Bevölkerungsgruppen an der Exekutive. Als eines der schwierigsten Themen erweisen sich nach wie vor Eigentumsfragen. Während die türkische Seite Entschädigungen favorisiert betont die griechische Seite Rückgabeansprüche. Im Hinblick auf die Territorialfrage wurden keine Fortschritte erzielt. Zwar akzeptiert die türkische Seite Gebietsabtretungen grundsätzlich, jedoch erreichten die Gespräche bisher nicht den Stand über konkrete Gebiete zu verhandeln.
  • (Cumhuriyet, 29.07.08) 18 Tote beim Bombenanschlag in Istanbul-Güngören. Am Sonntagabend wurde im Istanbuler Stadtbezirk Bahcelievler im Wohnviertel Güngören in einer Fußgängerzone ein Bombenanschlag verübt, bei dem 18 Menschen starben und 115 Menschen verletzt wurden. Bisher hat sich keine Organisation zu dem Anschlag bekannt. Nach einer ersten Explosion wurde ca. zehn Minuten später, nachdem Schaulustige zusammengeströmt waren, eine zweite Bombe gezündet, was darauf hindeutet, dass möglichst viele Menschen getroffen werden sollten. (Am 31. Juli wird gemeldet, dass die Polizei die Identität eines möglichen Tatverdächtigen festgestellt hat. Mindestens zwei verdächtige Personen wurden durch Verkehrsüberwachungskameras festgestellt. In der Zwischenzeit geht die Diskssion über die möglichen Hintergründe des Anschlags weiter. Während der CHP-Vorsitzende Baykal die PKK als Hauptverdächtige nannte, verurteilte auch die PKK die Aktion. Der DTP-Vorsitzende Türk bewertete die Aktion als eine Provokation, mit der das friedliche Zusammenleben in der Türkei gestört werden solle. Andere Kommentatoren ziehen eine Parallele zu den Ergenekon-Ermittlungen.)
  • (Radikal, 25.07.08) Istanbuler fühlen sich nicht sicher. Eine vom Meinungsforschungsinstitut Genar im Auftrag der Handelskammer Istanbul durchgeführte Untersuchung zeigt, dass 74 % der 2.150 Befragten sich in den Straßen der Stadt nicht sicher fühlen. 20 % gaben an, selbst Gewalt erlitten zu haben. In 26,8 % der Fälle ging die Gewalt vom Ehepartner aus. 70,2 % bewerten polizeiliche Maßnahmen bei Demonstrationen und Kundgebungen als Gewalt, 61,7 % glauben, dass die Gewalttätigkeit bei Fußballspielen zugenommen hat. Teil der Untersuchung war außerdem die Befragung von 150 Häftlingen. Bei den wegen Gewaltverbrechen Verurteilten wurden als häufigste Ursachen Provokation und Beleidigung genannt. Bei Mord spielten Ehre, Provokation, Beleidigung und das Gefühl Unrecht erlitten zu haben eine Rolle. 40 % der befragten Häftlinge gaben an, ihre Tat nicht zu bereuen. Der dritte Teil der Befragung wird von Interviews mit 50 Straßenkindern gebildet. Als häufigste Gründe für das Leben auf der Straße werden Sucht, materielle Schwierigkeiten, das Gefühl nicht erwünscht zu sein und die Flucht vor schlechter Behandlung durch Stiefeltern genannt. 80 % der Kinder will zur Schule gehen, 90 % will arbeiten. Auf die Frage, was das größte Problem Istanbuls sei, antworteten sie: "Wir!"

weitere Kurzmeldungen

Generalstab weist Verdacht gegen Offiziere im Ergenekon-Verfahren zurück


13 tote illegale Einwanderer in Istanbul gefunden


Verhandlungsstand auf Zypern


18 Tote beim Bombenanschlag in Istanbul-Güngören


Istanbuler fühlen sich nicht sicher

 

Archiv

Zurück