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- (Cumhuriyet, 4.09.09) "Stadterneuerung" in Balat. Im historischen Stadtviertel sollen auf der Grundlage eines Ministerratsbeschluss, der einen Teil des Stadtviertels zum "Erneuerungsgebiet" erklärt, großflächige Abrisse vorgenommen werden. Die Betroffenen kritisieren insbesondere, dass ihnen Details der Pläne nicht bekannt seien. Man wisse nur, dass eine Straßenbahn sowie Auffüllungen am Meer vorgesehen seien, um Raum für eine Straße zu gewinnen. Auch soll die künftige Bebauung zu 53 % Wohnzwecken und zu 48 % gewerblichen Zwecken dienen. Als Gewerbe sind insbesondere Hotels und Gastronomie
vorgesehen. Von den Abrissmaßnahmen sollen auch 13 Häuser betroffen sein, die mit Hilfe der UNESCO restauriert wurden. Anwohner haben einen Verein zur Vertretung ihrer Interessen gegründet und befürchten, dass sie ähnlich wie in Tarlabasi oder Sulukule verdrängt werden könnten.
- (NTV, 2.09.09) Christofias sagt Teilnahme am Auftakt der zweiten Zypern-Gesprächsrunde ab. Der Führer der zypriotischen Griechen, Staatspräsident Dimitris Christofias hat seine Teilnahme an der Auftaktsitzung der zweiten Gesprächsrunde zur Wiedervereinigung der Insel abgesagt. Er begründete dies mit einem Vorfall an einem Grenzübergang auf der Insel, bei dem ein Teil der zypriotischen Griechen, die an einer Messe im türkischen Teil der Insel teilnehmen wollten, nicht einreisen konnte. Von türkischer Seite wiederum heißt es, dass es keinen außergewöhnlichen Vorfall gegeben habe. Andererseits wird vermutet, dass die Absage auch auf die Verärgerung über ein Statement des türkischen Außenministers Davutoglu zurückgehen könnte. Davutoglu hatte angesichts der "Lustlosigkeit" der griechischen Seite gemahnt, dass im Falle eines Scheiterns der Gespräche auch "andere Optionen" auf die Tagesordnung kommen könnten.
- (Cumhuriyet, 2.09.09) Beten im Sumela-Kloster. Der Provinzgouverneur von Trabzon hat angekündigt, dass er sich um die Genehmigung bemühen wird, christliche Gottesdienste im Kloster Sumela, das als Museum genutzt wird, zuzulassen. Gleichzeitig kündigte er an, er werde zugleich ein Gesuch an den Provinzgouverneur von Thessaloniki richten, dass er in einer der geschlossenen Moscheen beten wolle. Hintergrund ist, dass am 15. August eine Gruppe von rund 1000 Menschen, darunter auch der Provinzgouverneur von Thessaloniki, einen Gottesdienst im Kloster abhalten wollte, von den Museumsverantwortlichen jedoch daran gehindert wurden.
- (NTV, 1.09.09) Weiter Streit um Museum für das Sivas Massaker. In einem Interview erklärte der Minister für Kultur und Tourismus Ertugrul Günay, dass es nicht richtig wäre, die Aleviten-Initiative auf die Forderung zu reduzieren, im Madimak Hotel in Sivas ein Museum einzurichten. Eine aufgewiegelte Menschenmenge hatte im Juli 1993 in diesem Hotel eine Gruppe Intellektueller angegriffen, die sich zu einer alevitischen Feier zusammengefunden hatten. Das Hotel wurde in Brand gesetzt, 35 Menschen starben. Seither fordern alevitische Verbände, dass in dem Hotel ein Museum eingerichtet wird, um der Opfer zu gedenken. Günay wiederum erklärte, dass sich das Gebäude in Privateigentum befinde, man jedoch daran arbeite. Er denke an eine Gedenkstätte, an der auch anderen Gewaltopfern gedacht werden solle. Der Vorsitzende des alevitischen Pir Sultan Abdal Vereins wandte sich dagegen. Es sei nicht richtig, das Leid nebeneinander zu stellen oder zu vermischen.
- (Türkisches Außenministerium, 31.09.09) Zwei Abkommen mit Armenien eingeleitet. Das türkische und das armenische Außenministerium haben sich unter Schweizer Vermittlung darauf verständigt, binnen sechs Wochen zwei Protokolle zu unterzeichnen. Das erste Protokoll beinhaltet Schritte zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen, das zweite die Aufnahme diplomatischer Beziehungen.
Das erste Protokoll sieht unter anderem vor, dass zwei Monate nach Inkrafttreten des Protokolls die beiderseitige Grenze geöffnet wird. Außerdem ist eine Reihe von interministerialen Arbeitsgruppen vorgesehen. Unter den Arbeitsgruppen soll sich eine mit der Geschichtsaufarbeitung beschäftigen.
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