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- (NTV, 7.05.10) Zugunglück wegen Signalfehler. Am Vortag waren beim Zusammenstoß zweier Personenzüge auf der Strecke Adapazari - Istanbul zwanzig Personen verletzt worden. Das Unglück geht nach Auskunft von Verkehrsminister Yildirim auf die Entgleisung des letzten Wagons des einen Zuges zurück, der mit dem entgegenkommenden Zug zusammenstieß. Als Ursache deuten die bisherigen Ermittlungen auf einen Signalfehler.
- (Cumhuriyet, 7.05.10) Freedom House bewertet Türkei als "teilweise freiheitlich". In der vergangenen Woche legte die Organisation Freedom House ihren Weltbericht zur Pressefreiheit vor. In der kommenden Woche soll außerdem ein Türkei-Bericht vorgelegt werden. Im Vorfeld der Veröffentlichung sprach die Cumhuriyet mit dem Rapporteur Karin Deutch Karlekar. Er gibt als Hintergründe für die Einstufung der Türkei die lange Untersuchungshaftsdauer im Ergenekon-Verfahren, die Steuerverfahren gegen die Dogan Medienholding, das Verfahren um die Ermordung des Chefredakteurs der armenischen Zeitung Agos Hrant Dink, die wirtschaftlichen Strukturen der Medienlandschaft sowie die Internet-Verbot an. Kritische Nachrichten würden sich eher in unabhängigen Zeitungen finden oder aus ausländischen Zeitungen übernommen.
- (Dünya, 7.05.10) Freispruch für die Dogan Medienholding. Die Unternehmensgruppe teilt der Börse mit, dass im Prozess über eine Steuerforderung von 790,8 Millionen TL das Gericht nur eine Forderung von 4 Millionen TL anerkannt hat. (Die Steuerforderungen, -strafen und die Beschlagnahme von Aktienkapital einiger Mitgliedsunternehmen der Gruppe haben international Sorge ausgelöst, ob wirtschaftlicher Druck auf die führende Mediengruppe der Türkei ausgeübt werden solle.)
- (Cumhuriyet, 6.05.10) Schwere Überschwemmungen in Agri. Über eine Woche anhaltende starke Regenfälle haben in der Provinz Agri zur Überschwemmung hunderter von Häusern geführt. Betroffen sind neben der Provinzhauptstadt Agri auch Dogubeyazit, Patnos, Taslicay und Diyadin. Allein in Agri sind 1.500 Häuser überschwemmt worden. Die Cumhuriyet merkt an, dass wegen der Verfassungsdebatte im Parlament die Regierung bisher nicht Stellung genommen habe. Auch die Berichterstattung in den Medien ist angesichts des Ausmaßes der Überschwemmung gering.
- (NTV, 5.05.10) Baubeginn in Sulukule. In den beiden Stadtvierteln Neslisah und Hatice Sultan im Istanbuler Stadtbezirk Fatih - allgemein bekannt als Sulukule - wurde im Auftrag des staatlichen Wohnungsbauunternehmens TOKI mit dem Bau von 620 Wohnungen und 45 Gewerbeflächen begonnen. Das Projekt in der historischen Altstadt wird zum einen wegen der Verdrängung der früher dort ansässigen Roma-Bevölkerung kritisiert und zum anderen, weil die historische Baustruktur durch großflächige Abrisse vernichtet wurde. Der Baubeginn hatte sich aufgrund von archäologischen Sicherungsmaßnahmen verzögert. Offen ist, ob diese abgeschlossen sind.
- (Dünya, 3.05.10) Sechs Soldaten in zwei Tagen getötet. Bei Angriffen in Hakkari, Tunceli und Diyarbakir wurden sechs Soldaten getötet. (Die Woche hindurch trafen Nachrichten über weitere Angriffe ein. In diesem Zusammenhang wird auch die Ausstattung und Lage einer Reihe von Stützpunkten entlang der Grenzen kritisiert. Ein pensionerter General gab gegenüber NTV an, dass diese Stationen ursprünglich zur Eindämmung des Schmuggels errichtet wurden und darum den Anforderungen der Terrorismusbekämpfung nicht entsprechen.)
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